MyMz

Aussenansicht

Mehr Tierwohl wird belohnt

Durch das Tierwohlkennzeichen erkennt der Verbraucher auf den ersten Blick, in welchen Produkten mehr Tierwohl drinsteckt.
Von Julia Klöckner, Politikerin

Julia Klöckner ist die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft
Julia Klöckner ist die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft

Berlin.Unser Verhältnis zum Fleischessen ist amibivalent. Viele Umfragen zeigen: Den Verbrauchern wird immer wichtiger, wie unsere Nutztiere gehalten werden. Im Supermarkt greifen sie aber trotzdem häufig zum Billigschnitzel und Hackfleisch im Sonderangebot. Was fehlt, sind Orientierung und Transparenz. Hier setzt unser staatliches Tierwohlkennzeichen an. Es ist wie das Bio-Siegel eine Positivkennzeichnung für Erzeugnisse, die über dem gesetzlichen Standard liegen. So erkennt der Verbraucher auf den ersten Blick, in welchen Produkten mehr Tierwohl drinsteckt – und warum sie mehr kosten.

Investitionen in Tierwohl werden damit auf der Verpackung sichtbar und an der Kasse honoriert. Für die Tierhalter ist das Kennzeichen damit ein Beitrag zur Einkommenssicherung und ein Vorteil im Wettbewerb. Es gilt: Nur, wer verbindlich und nachprüfbar höhere Kriterien einhält und so mehr für das Tierwohl tut, darf damit werben. Zudem gibt es eigene Kontrollen. Das macht seine Bedeutung und Glaubwürdigkeit aus: Ohne nachweisliche Verbesserungen bei der Tierhaltung gibt es keine Auszeichnung.

Unser staatliches Tierwohlkennzeichen ist dreistufig aufgebaut und geht über eine reine Haltungskennzeichnung hinaus. Alle Lebensphasen des Tiers werden in den Blick genommen – von der Geburt bis zur Schlachtung. Beteiligt an der Entwicklung der Kriterien für die jeweiligen Stufen waren verschiedene gesellschaftliche Gruppen – Verbände, Landwirtschaft, Handel, Schlachtereien, Politik. Da unser Positivkennzeichen Produkte kennzeichnen wird, die über dem gesetzlichen Standard liegen, ist es uns bei der Umsetzung möglich, die Landwirte finanziell zu unterstützen. Damit sich schnellstmöglich viele von ihnen beteiligen können, werden wir sie etwa dabei fördern, ihre Ställe so umzubauen, dass sie den Kriterien entsprechen. Im nächsten Schritt werden wir uns auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass eine verbindliche Regelung zur Kennzeichnung von mehr Tierwohl in der Zukunft europaweit vorgeschrieben wird. National bestehen für eine solche verpflichtende Kennzeichnung hohe europarechtliche Hürden. Das hat die EU-Kommission mehrfach deutlich gemacht. Deshalb gehen wir in Deutschland – wie vor uns auch Dänemark – diesen ersten Schritt, um sicherzustellen, dass unsere Tierhalter mehr Geld für gute Produkte erzielen.

Hier geht es zu den Außenansichten.

Die Autorin ist die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft. Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung der Autorin wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht