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Tiere

Mit den Bären klarkommen

Ein Braunbär streift durch Bayern. Der WWF fördert ein Waisenhaus für Jungtiere. Mehr Kooperation über Grenzen ist nötig.
Von Moritz Klose, Tierschützer

Moritz Klose ist Wildtierreferent bei WWF Deutschland. Foto: Klose/WWF
Moritz Klose ist Wildtierreferent bei WWF Deutschland. Foto: Klose/WWF

Regensburg.Seit Oktober streift ein Braunbär durch Bayern. Der Erste, seit Bruno vor 13 Jahren. Das Tier stammt vermutlich aus Italien und wanderte über Österreich in den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Ob weitere Artgenossen folgen, bleibt abzuwarten. Sein unverhofftes Auftauchen zeigt: Wildtiere halten sich nicht an Grenzen. Deren Management ist folglich eine europäische Angelegenheit. Eine stärkere Zusammenarbeit der Länder untereinander ist dringend nötig. Vor allem Deutschland hat hier Nachholbedarf und kann von seinen Nachbarn lernen.

Ein Braunbär beim Baden: Der WWF unterstützt ein Bären-Waisenhaus. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Ein Braunbär beim Baden: Der WWF unterstützt ein Bären-Waisenhaus. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Wie das Zusammenleben von Mensch und Bär funktionieren und sich für Landwirte sogar lohnen kann, zeigt beispielsweise Yannick Lamazou aus Frankreich. Der Hirte hütet in den Pyrenäen 300 Schafe. Von den dort heimischen Bären attackiert wurden sie noch nie. Lamazou ist den Umgang mit großen Beutegreifern gewohnt, Elektrozäune und Herdenschutzhunde sind für ihn unerlässlich. Er hat den Bären sogar zu einer Marke gemacht: Lamazou ist einer von 14 Käseproduzenten, die für eine traditionelle Herstellung von Käse und gleichzeitig den Schutz von Bären einstehen. Ihr Markenzeichen: Eine auf den Käse gepresste Bärentatze. In Rumänien und Polen hingegen tragen die Kommunen mit bärensicheren Mülltonnen und Kompostierstationen dazu bei, Mensch-Tier-Konflikte zu vermeiden. Dennoch können Jungbären, die ohne Mütter aufwachsen, als erwachsene Tiere ein problematisches Verhalten entwickeln und zum Risiko werden.

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Suche nach Bären-DNA läuft

Noch ist unklar, welches Geschlecht der in Garmisch-Partenkirchen gesichtete Braunbär hat. Experten suchen Haare oder Kot.

Der WWF unterstützt daher ein Bären-Waisenhaus. Bären, deren Mütter gewildert wurden oder sich nicht um sie kümmern können, finden hier ein Zuhause und ein neues Leben. Um unsere Bären zu schützen, möchte der WWF mit dem durch die EU geförderten LIFE-Projekt EuroLargeCarnivores ein europäisches Netzwerk für den Austausch von Erfahrungen und für mehr Akzeptanz schaffen. Denn dort wo die Tiere schon seit geraumer Zeit leben, haben die Menschen bereits funktionierende Ansätze für ein gelungenes Nebeneinander gefunden. Es wird sich zeigen, wie gut Bayern mit seinem neuen Bewohner zu Recht kommt. In der Regel halten Bären jetzt Winterruhe. Im besten Fall nutzen die zuständigen Behörden diese Zeit. Um Konflikten vorzubeugen, müssen Anwohner, Landwirte und Bienenzüchter informiert und aufgeklärt werden.

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