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Integration

Musliminnen sind auf Jobsuche

Religion hat am Arbeitsplatz nichts zu suchen: Diese Ansicht ist weit verbreitet. Dabei liegt in der Vielfalt eine Chance.
Andrea Paul, Projektleiterin Migrationsprojekte

Andrea Paul ist Projektleiterin von IN VIA Migrationsprojekte bei IN VIA e.V., dem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit. Foto: Luise Aedtner
Andrea Paul ist Projektleiterin von IN VIA Migrationsprojekte bei IN VIA e.V., dem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit. Foto: Luise Aedtner

Regensburg.Eine Gruppe muslimischer Frauen in Regensburg veröffentlicht ein Statement zur religiösen Vielfalt am Arbeitsmarkt und richtet sich damit an deutsche Arbeitgeber. Wie kann Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit vermieden und eine Vielfalt der Religionen im Arbeitsleben ermöglicht und gefördert werden? Diese Frage stellte sich die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und gab 2016 beim Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (DESI) eine Studie in Auftrag. Demnach stellt Religion in kaum einem der befragten Unternehmen ein Schwerpunktthema des Diversity-Managements dar und die Überzeugung, Religion habe am Arbeitsplatz nichts zu suchen, ist weit verbreitet.

Chancengleichheit ist noch keine Selbstverständlichkeit

Mit dem Ergebnis dieser Studie setzte sich eine Gruppe muslimischer Frauen auseinander, die im Rahmen von IN VIA Bayern e.V. Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit am Projektstandort Regensburg zusammenkam, um einen Blick auf die Situation von Musliminnen am deutschen Arbeitsmarkt zu werfen. Gemeinsam mit einer Referentin des Aktionsbündnisses muslimischer Frauen in Deutschland e.V. wurden einige Forderungen an VertreterInnen aus Wirtschaft und Politik formuliert: „(…) Religiosität ist für uns ein selbstverständlicher Teil unserer Identität. (…) Die Vielfalt religiösen Lebens darf sich auch in der Arbeitswelt widerspiegeln. (…) Wir sind motiviert, lernfreudig und auf der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Doch unsere Fähigkeiten bleiben ungenutzt. Wir wünschen uns, dass unser Potenzial erkannt und wertgeschätzt wird. (…)“.

Um einer Verunsicherung im Umgang mit religiöser Vielfalt in der Arbeitswelt entgegenzuwirken, könnte folgende Frage für Arbeitgeber hilfreich sein: Welchen Nutzen hat die Anstellung von Menschen einer religiösen Minderheit sowie ein diskriminierungsfreier Umgang mit Religion? Chancengleichheit und Diversität sind (noch) keine Selbstverständlichkeit am deutschen Jobmarkt und können daher als Zeichen für Offenheit und Toleranz am Arbeitsplatz ein Anreiz für qualifizierte Arbeitnehmerinnen sein. Der Appell seitens der Regensburger Frauengruppe an Arbeitgeber ist klar: Nutzen Sie Potenziale von Migranten und speziell von Musliminnen, denn religiöse Vielfalt ist eine Stärke.

Hier geht es zu unserem Special „Außenansicht“

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