MyMz

Aussenansicht

Qualvolle Experimente an Affen

Herzen von genmanipulierten Schweinen werden Pavianen eingepflanzt. Die meisten Tiere sterben nach dem Eingriff.
Von Rosmarie Lautenbacher

Rosmarie Lautenbacher ist Mitglied des erweiterten Vorstandes von Ärzte gegen Tierversuche e. V.
Rosmarie Lautenbacher ist Mitglied des erweiterten Vorstandes von Ärzte gegen Tierversuche e. V.

Durch genmanipulierte Schweine soll der Traum des Menschen vom risikolosen Austausch kranker Organe wahr werden. Xenotransplantation bedeutet die Übertragung von Zellen, Geweben oder Organen von einer Spezies auf eine andere. Am Institut für Chirurgische Forschung der LMU München werden seit 25 Jahren Herzen von genmanipulierten Schweinen in bisher über hundert Paviane eingepflanzt. Begründet werden die extrem qualvollen Experimente mit einem, durch enorme Zunahme von Zivilisationskrankheiten bedingten, hohen Bedarf an menschlichen Organen bei gleichzeitigem Mangel an Spenderorganen.

Millionen an Steuergeldern

Seit 1999 versprechen die Experimentatoren in regelmäßigen Abständen eine unmittelbar bevorstehende Anwendung am Menschen. Was aber sind die Fakten und Perspektiven der Xenotransplantationsforschung, die viele Millionen an Steuergeldern verschlingt und von der EU der höchsten Leidenskategorie zugeordnet wird? Genmanipulierte Ferkel werden zu Ersatzteillagern degradiert. Ihr Herz wird entnommen und einem Pavian an Stelle seines eigenen Herzens in den Brustkorb gepflanzt. Die meisten Affen sterben nach diesem Eingriff nach kurzer Zeit an Abstoßungsreaktionen. Eingepfercht in Isolationskäfige erleiden sie Angst, Schmerzen, Atemnot, eine monströse Anschwellung des Herzens, Herzinfarkte, um nur einige zu nennen. Überleben zwei von vierzehn Pavianen dieses Martyrium für sechs Monate, so wie bei einer im Dezember medienwirksam veröffentlichten Studie, wird dies als „Meilenstein“ gefeiert und die Hoffnung auf eine baldige Anwendung am Menschen geweckt. Unerwähnt bleibt, dass den Pavianen ein Cocktail von bis zu 20 nebenwirkungsreichen Medikamenten verabreicht wird.

Artfremde Organe

Solch ein belastendes Behandlungsschema ist beim Menschen kaum realisierbar. Nach wie vor existiert das Risiko einer Übertragung von Virusinfektionen, es bestehen immer noch ungelöste Gerinnungsprobleme. Die Reaktion des menschlichen Organismus und der menschlichen Psyche auf die Einpflanzung eines artfremden Organs ist nicht absehbar. Anstatt weiter Unsummen in eine zutiefst unethische, mit unwägbarem Restrisiko behaftete Forschung zu stecken, wäre es sinnvoller, in Prophylaxe und tierversuchsfreie, humanrelevante Forschung zu investieren.

Weitere Beiträge der Rubrik Außenansicht finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht