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Rettet die Bienen jetzt!

Um 75 Prozent hat die Zahl der Insekten in den letzten drei Jahrzehnten abgenommen. Jeder kann jetzt etwas dagegen machen.
Von Richard Mergner, Naturschützer

Richard Mergner ist Landesvorsitzender beim Bund Naturschutz.
Richard Mergner ist Landesvorsitzender beim Bund Naturschutz.

Es gibt heute 75 Prozent weniger Insekten als 1989. Wir beobachten einen dramatischen Verlust an Allerweltsarten, wie Rebhuhn, Feldlerche, Kiebitz oder vielen Schmetterlingsarten. Dieses dramatische Artensterben will das Volksbegehren stoppen – zum Beispiel durch einen Biotopverbund von 13 Prozent der Landesfläche innerhalb der nächsten zehn Jahre, einen Ausbau der ökologischen Landwirtschaft, den Schutz blühender Randstreifen an Gewässern und der Aufnahme von Naturschutz in die Lehrpläne von Schulen.

„Jeder, der etwas gegen das Artensterben tun möchte, kann noch bis zum 13. Februar mit seinem Personalausweis ins Rathaus bzw. zur nächstgelegenen Eintragungsstelle gehen und sich eintragen.“

Eine Ursache für das Artensterben ist der Verlust von Lebensraum durch den Bau von Straßen, Siedlungs- und Gewerbegebieten. In Bayern werden jedoch 44 Prozent der Gesamtfläche landwirtschaftlich genutzt. Der dramatische Rückgang unserer Artenvielfalt ist daher auch wesentlich auf die intensive landwirtschaftliche Produktion mit Einsatz von Pestiziden und zu viel Dünger zurückzuführen. Viele Bäuerinnen und Bauern werden aufgrund der falschen Agrarförderpolitik und den zu geringen Preisen für Ihre Erzeugnisse zu dieser Wirtschaftsweise gezwungen. Der Bund Naturschutz setzt für eine bessere Agrarpolitik ein, mit der bäuerliche Familienbetriebe eine Zukunft haben. Das Volksbegehren schafft einen gesetzlichen Rahmen, mit dem Landwirte, die Leistungen für das Gemeinwohl bringen, in Zukunft noch stärker gefördert werden und die Umstellung auf ökologischen Landbau noch intensiver unterstützt wird.

Die Staatsregierung hat bisher auf die Honorierung freiwilliger Leistungen von Landwirten gesetzt. Diese konnte den Artenrückgang im Acker- und Grünland bisher aber nicht aufhalten, obwohl die bayerischen Landwirte dafür ca. 270 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Die Honorierung freiwilliger Leistungen für Artenvielfalt wird weiterhin bestehen bleiben. Wir gehen davon aus, dass sie durch das Volksbegehren sogar massiv ausgeweitet werden müssen. Auch mehr Biobäuerinnen und -Bauern sind eine Chance für die Landwirtschaft. Deshalb unterstützen auch Organisationen wie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die Bioanbauverbände oder die Imker das Volksbegehren.

Jeder, der etwas gegen das Artensterben tun möchte, kann noch bis zum 13. Februar mit seinem Personalausweis ins Rathaus bzw. zur nächstgelegenen Eintragungsstelle gehen und sich eintragen.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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