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Schützt endlich die Kinder

Zahlreiche Kinder leiden unter Missbrauch. Wir sind es ihnen schuldig, ihre Rechte gesetzlich zu verankern.
Rainer

Kinderschutz muss zum Pflichtfach werden angesichts der bislang nachweislich unzureichenden Qualifikation derer, die sich für den Schutz von Kindern einsetzen. Hatte erst im vergangenen Jahr der Missbrauchsskandal von Staufen strukturelle Schwächen im System des deutschen Kinderschutzes offengelegt, müssen wir nun mit Lügde erneut erleben, wie das Versagen staatlicher Institutionen über Jahre das unvorstellbare Leid zahlreicher Kinder nach sich zieht. Das gemeinschaftliche Versagen aller beteiligten Institutionen muss kritisch und unabhängig aufgearbeitet werden. Gerade deshalb muss der Kinderschutz in der Erzieherausbildung, im Studium soziale Arbeit, in der Pädagogik/Erziehungswissenschaft, in der Ausbildung für das Familiengericht, im Psychologiestudium, in der Ausbildung von Kinderärzten, Verfahrensbeiständen und Sachverständigen nicht als Fortbildung angeboten werden, sondern im Studium verankert sein.

Kinder haben Rechte

Wir sind es den Kindern schuldig, die so viel Leid erlebt haben. Zudem gilt es die im Sozialgesetzbuch verankerten Rechte der Kinder zu achten, die oftmals selbst Fachkräften nicht bekannt sind: Recht eines jeden Kindes auf Information und Beteiligung (§ 8 Abs. 1 SGB 8), Recht eines jeden Kindes auf vertrauliche Beratung in Notsituationen (§ 8 Abs. 3 SGB 8), Recht eines jeden Kindes auf Inobhutnahme ohne Angaben von Gründen (§ 42 SGB 8). Der Deutsche Kinderverein e.V. fordert zudem einen Rechtsanspruch aller Kinder, die Hilfe zur Erziehung erhalten, auf Aufklärung über die oben genannten Initiativrechte und auf regelmäßige persönliche Gespräche in kindgerechter Umgebung mit der fallzuständigen Fachkraft des Jugendamts über ihr Befinden und ihre Wünsche sowie mögliche Gefährdungen.

Kinderrechte in die Verfassung

Diese Gespräche sollen ohne Eltern, Geschwister und die Mitarbeiter von Diensten geführt werden, die Erziehungshilfen erbringen. Kinderrechte gehören ins Grundgesetz. Seit mehr als einem Jahr tagt die Bund-Länder-Arbeitsgruppe, um einen Formulierungsvorschlag für die Kinderrechte für die Aufnahme ins Grundgesetz zu erarbeiten. Allerdings hinter verschlossen Sitzungstüren. Doch wenn es um unsere Kinder geht, sollte transparent über den Verhandlungsstand berichtet werden. Zudem sind wir als Gesellschaft gefordert, die Diskussion über Kinderrechte im Grundgesetz zu führen. Im Namen unserer Kinder.

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