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Schwimmen hat Priorität

Immer mehr Kinder können nicht mehr schwimmen. Forderungen nach verpflichtendem Schwimmunterricht in Schulen werden laut.
Von Fritz Schramma

Der Autor ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.
Der Autor ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.

Es ist gerade in diesen Sommermonaten wieder eine brisante Nachricht: Mehr als die Hälfte aller Kinder, die die Grundschule verlassen, können nicht schwimmen! Dafür werden die verschiedensten Ursachen strapaziert, unter anderem das sogenannte „Bädersterben“, die fehlenden Wasserflächen und mangelndes qualifiziertes Personal. An alledem ist stets etwas Richtiges dran. Viele Kommunen stöhnen über knappe Kassen und schließen Bäder – seit 2000 sind es etwa zehn Prozent. Dazu muss aber ergänzt werden, dass in der gleichen Zeit auch neuere, größere und attraktivere (Kombi)bäder gebaut wurde. Wir von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen fordern im Verbund mit vielen Akteuren innerhalb der Bäder-Allianz in einem Memorandum von der Bundesregierung und von den dafür letztlich zuständigen Ländern einen Masterplan für Massnahmen, diesen Missstand zu beheben. Das bedeutet einerseits finanzielle Mittel gegen den Sanierungsstau von 4,5 Milliarden Euro einzusetzen, aber auch die berufliche Qualifizierung von Fachangestellten (Bademeistern) zu fördern und endlich den Schwimmunterricht verpflichtend in den Kanon der Unterrichtsfächer der Grundschulen aufzunehmen! Jedes Kind muss Schwimmen lernen können!

Wer in der Politik A sagt (diese Forderung aufstellt), muss auch B sagen (die Haushaltsmittel bereitstellen). Viele Kommunen haben sich ans Jammern gewöhnt, aber es ist inzwischen wieder deutlich mehr Geld in den Kassen. Da muss man ehrliche Prioritäten setzen. In Deutschland darf kein Kind ertrinken, weil es keine Gelegenheit hatte, schwimmen zu lernen! Durch intelligente Stundenplangestaltung und durch möglichst ortsnahe, auch interkommunale Angebote muss Schwimmunterricht möglich gemacht werden!. Wie Lesen, Schreiben, Rechnen sind Sport und Schwimmen Pflichtfächer für Basis- Kompetenzen unserer Kinder. Ein Leben lang. Im Übrigen möchte ich auf den allgemeinen Wert des Schwimmens für uns als Individuen und als Gesellschaft einmal hinweisen, den wir als Deutsche Gesellschaft ebenso wie die Bäder-Allianz besonders hervorheben: die persönliche Fitness, der Freizeitaspekt, die Volksgesundheit, der gesellige Spaß, und anderes mehr – ein Gemeinnutzen, den wir immer wieder in einem bundesweiten Wettbewerb durch unseren „public value award“ ausloben.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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