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Stoppt das Waldsterben

Die bayerischen Wälder werden Stück für Stück zerstört. Treibhausgase zu reduzieren, würde das Problem lösen.
Von Simon Tangerding, Forst-Experte

Der Klimawandel und der Schutz unseres Waldes rückt immer mehr in den gesellschaftlichen Fokus. Die Waldzerstörung bestimmt immer öfter die Schlagzeilen. Man liest Berichte von Stürmen, Hitze, Trockenheit und deren Folgen wie das Sterben der Buchenwälder und Waldbränden. Während diese Probleme in den vergangenen Jahrzehnten meist weit entfernte Gebiete betrafen, wird nun klar, was der Klimawandel für die bayerischen Wälder bedeutet. Im Vergleich zum Waldsterben der 1980er Jahre, als nur einige Baumarten betroffen waren, bleibt heute kaum eine Baumart verschont. 110 000 Hektar Wald sind bundesweit zerstört oder so geschädigt, dass der natürliche Kreislauf der Verjüngung vielerorts nicht mehr funktioniert. Diese Irreversibilität der Veränderung ökologischer Systeme in ihrer Regeneration ist von vielen noch nicht begriffen worden.

Wichtigstes Ziel muss es sein, den Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland um jährlich fünf Prozent zu reduzieren. Nur so sind bis 2040 die Nullemission und das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Experten der Nationalen Akademie der Wissenschaften fordern einen „unmittelbaren Transformationsschub“. Und zwar jetzt, denn es geht um nichts Geringeres als um die Frage unserer künftigen Lebensbedingungen. Uneingeschränkter Schutz der Waldflächen und ökologischer Waldbau sind für den Forstsektor der einzige Weg, um dieses Ziel zu unterstützen. Doch die Realität sieht anders aus und der Waldflächenverlust scheint unaufhaltsam. 2018 wurden fast 140 Hektar Wald in Bayern, gerade in Ballungsräumen, aktiv für Infrastruktur oder Industrie unwiederbringlich zerstört. Zahlreiche Protestkundgebungen, Baumpflanzungen, Vortragsveranstaltungen und Diskussionsrunden zeigten Wirkung. Im Westen von München konnte die Zerstörung von Wald zugunsten des Kiesabbaus vorerst gestoppt werden, ein kleiner Schritt auf dem richtigen Weg.

Doch der Weg in den Abgrund ist gepflastert mit guten Vorsätzen. Die besonderen Herausforderungen, vor die uns der Klimawandel stellt, müssen ohne Denkverbote und alte Planungsvorgaben angenommen werden. Offenkundiges gesellschaftliches Aufbegehren ist der richtige Weg, um Wald, Natur und Heimat zu erhalten. Der Klimawandel ist schnell. Wie schnell sind wir?

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