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TikTok stets im Blick haben

Bei der Plattform geht es nicht nur um das Posten lustiger Videos. Eltern sollten darauf achten, was ihre Kinder damit tun.
Eva Traupe

Eva Traupe
Eva Traupe

Die Video-App TikTok lag laut Statista im März dieses Jahres weltweit nach WhatsApp auf Position zwei aller Android Apps. Seit im Sommer 2018 die deutsche App Musical.ly mit dem chinesischen Pendant Douyin alias TikTok unter dem Dach der chinesischen Mutterfirma Byte Dance zusammengeführt wurde, vervielfachte sich der Nutzerkreis auf einen Schlag. Die größte Nutzergruppe von TikTok sind die unter 20-Jährigen –  die Möglichkeit, sich zu präsentieren und Feedback zu bekommen, nutzen viele Jugendliche gerne.

Das Mindestalter für die Nutzung der App beträgt 13 Jahre, dies wird beim Downloadvorgang aber nicht überprüft. Um zu verhindert, dass sich jüngere Kinder die App herunterladen, können Eltern im App-Store Freigabebeschränkungen machen.

Wie bei anderen sozialen Netzwerken kommt es auch bei TikTok auf das Liken und Teilen von Beiträgen an. Das Profil ist auf „öffentlich“ voreingestellt. So können auch Fremde via Kommentar oder Direktnachricht mit den Nutzern in Verbindung treten. Eltern sollten unbedingt darauf achten, dass sie ihre Kinder vor potenziell schädlicher Kontaktaufnahme, wie Cyber-Grooming, schützen. Dies tun sie, indem sie im „begleitenden Modus“, den TikTok neuerdings anbietet, das Profil auf „privat“ stellen, wodurch es nur für Freunde und Follower einzusehen ist.

Auch die Sperrung einzelner Funktionen, die Begrenzung von Kontaktmöglichkeiten sowie der Nutzungsdauer oder die Blockierung bestimmter Nutzer ist über den begleitenden Modus möglich. Unangenehme Kontakte sollten Nutzer stets blockieren und über die Meldefunktion melden.

Als weiteren Schritt können Eltern sogenannte InApp-Käufe für das Handy ihres Kindes deaktivieren. Bei TikTok kann der Nutzer sogenannte Coins erwerben, welche er während Liveübertragungen an Influencer verschenken kann, um so seine Idole und Vorbilder auf sich aufmerksam zu machen. Diese Coins kann man für reales Geld kaufen. Laut Statista erhöhte sich das, was alle Nutzer zusammengenommen monatlich auf TikTok ausgeben, von 4,3 Millionen US Dollar im November 2018 auf 50,4 Millionen US Dollar im Februar 2020. Es geht bei dieser Plattform also nicht nur um das Posten lustiger Videos, sondern auch um knallharte Geschäftsinteressen.

Die Autorin ist Volljuristin, Teamleiterin beim Verbraucherservice Bayern (VSB) und Leiterin der VSB-Beratungsstellen Regensburg, Schwandorf und Cham.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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