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Sonntag, 22. April 2018 27° 2

Intenet

Vertrauliche Post per Brief oder E-Mail?

Der Staat und die Wirtschaft sind in der Pflicht, mehr Sicherheit in der Online-Kommunikation zu schaffen.
Matthias Kammer

Matthias Kammer ist Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI).

Berlin.Je vertraulicher der Anlass, desto relevanter bleibt der klassische Brief. Das gilt unverändert auch im digitalen Zeitalter, wie eine DIVSI-Studie, realisiert mit dem renommierten SINUS Institut, gerade ergeben hat. Die Fragestellung: „Wenn es um vertrauliche Informationen geht – Brief oder Email?“. 71 Prozent der Bundesbürger empfangen wichtige Dokumente demnach lieber auf Papier als digital, 70 Prozent wählen bei offiziellen Angelegenheiten einen Brief statt der E-Mail.

Insgesamt befasste sich die Untersuchung mit der Kommunikation im privat-geschäftlichen Bereich. Für diesen Kontakt zwischen dem Einzelnen und Unternehmen, Behörden, Versorgern oder beispielsweise dem medizinischen Bereich gab es bisher kaum wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse.

Die Studie unterstreicht, wie wichtig den Menschen Sicherheit in der Online-Kommunikation ist. Ihr Alltagsverhalten zeigt aber, dass daneben auch bequeme Handhabung gefordert und gelebt wird. Die Mehrheit der Befragten (rund 62 Prozent) zählt diese beiden Kriterien zu den wichtigsten Anforderungen.

In der praktischen Alltagskommunikation überwiegen nicht selten Convenience-Vorteile gegenüber Sicherheitsbedenken. Dennoch ist über einem Drittel der Befragten die Sicherheit der eigenen Daten wichtiger als eine einfache Handhabung. Dies weist auf ein grundsätzlich stark ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung hin. Sicherheit scheint das Ideal, Convenience aber der konkrete Bedarf im eng getakteten Alltag.

Staat und Wirtschaft sind aus Sicht der Bürger in der Pflicht, mehr Sicherheit in der Online-Kommunikation zu schaffen. Jeweils gut 80 Prozent der Befragten plädieren dafür. Allerdings glaubt der weitaus größte Teil der Bevölkerung nicht daran, dass Staat (76 Prozent) und Wirtschaft (68 Prozent) eine sichere Online-Kommunikation überhaupt gewährleisten können. Diese Auffassung war auch bei anderen Studien unseres Instituts aus 2017 deutlich geworden.

Insgesamt können diese Befunde als deutliche Handlungsaufforderung sowohl an den Staat als auch an die Wirtschaft gewertet werden. Die Bürger wollen, dass für mehr Sicherheit in diesem wichtigen Bereich gesorgt wird.

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