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Wasser für alle

Die Mitglieder des Fischereiverbands erbringen hohen Aufwand zur Renaturierung und naturnahen Bewirtschaftung von Gewässern.
Hans Holler, Fischerei-Experte

Regensburg.Die Oberpfalz boomt. Immer mehr Menschen wollen hier arbeiten und leben. Und dazu brauchen sie eine intakte Umwelt, in der sie sich und ihre Arbeitskraft erholen können. Naturnahe Flüsse und artenreiche Teichlandschaften dienten nicht nur der Fischerei, sondern der gesamten Gesellschaft. Ganz platt gesagt: Je lebendiger ein Gewässer ist, umso schöner ist es auch für Wanderer, Radler und Spaziergänger.

Vielerorts haben aber Stauwerke und Begradigungen heimischen Arten wie Äsche, Barbe oder Nase buchstäblich einen Riegel vorgeschoben. Lebensraumverbessernde Maßnahmen sind dringend nötig und helfen auch unzähligen anderen Tieren und Pflanzen. Gelingt die natürliche Vermehrung der Fische wieder, wäre viel gewonnen, für alle. Deshalb leisten die Mitglieder des Fischereiverbands jedes Jahr einen hohen personellen und finanziellen Aufwand zur Renaturierung und naturnahen Bewirtschaftung der ihnen anvertrauten Gewässer. Wasser für alle, also für Wirtschaft, Mensch und Fisch.

Seit 1993 wird am 22. März der Weltwassertag jährlich unter einem anderen Thema begangen. In diesem Jahr stand er unter dem Motto „Niemand zurücklassen – Wasser- und Sanitärversorgung für alle“ und soll auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage für die Menschheit aufmerksam machen. Am gleichen Tag wurde auch deutschlandweit der „Gewässertyp des Jahres“ bekanntgegeben.

Den Zustand der Gewässer und den artgerechten Umgang mit den Tieren organisieren die Mitglieder des FVO ehrenamtlich. Allein 2018 wurden über 800 000 Euro für Fischbesatz ausgegeben und über 80 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet, das entspräche in Mindestlohn etwa 725 000 Euro. Die Angelei dient auch nicht nur dem Kochtopf: Die so gewonnenen Fanglisten sind für Umweltschützer und Ökologen wichtige Anhaltspunkte für den Gewässerzustand und deswegen gemeinnützig. Schließlich kümmern sich die Vereine mit ihrer Jugendarbeit darum, dass Umweltbildung und Spaß an der Freud zusammenpassen. Wir möchten den Weltwassertag dazu nutzen, auf die vielfältigen Anstrengungen hinzuweisen, die durch die Fischerei im Sinne einer natürlichen Bewirtschaftungsweise für die Bewahrung unserer heimischen Gewässer als Lebensgrundlage zum Wohle der Allgemeinheit erfolgen.

Der Autor ist Präsident des Fischereiverbands Oberpfalz e. V. (FVO)

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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