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Wo ist Noah Nummer zwei?

Die Erhaltung der Biosphäre und der Stopp des Artensterbens sind wichtig für die Menschheit. Die Politik versäumt das jedoch.
Von Conrad Fink, Naturschutzexperte

Conrad Fink ist Naturschutzexperte der Stiftung NatureLife International
Conrad Fink ist Naturschutzexperte der Stiftung NatureLife International

Die Erhaltung der Biosphäre und der Stopp des weltweiten Artensterbens sind ähnlich wie die Klimakatastrophe von entscheidender Bedeutung für das Fortbestehen der Menschheit. Trotzdem steht das Thema politisch ganz unten auf der Tagesordnung.

Die biologische Vielfalt umfasst das gesamte Lebensspektrum auf der Erde, die genetische Vielfalt, die Ökosysteme und deren zahlreiche lebensnotwendigen Dienstleistungen für den Menschen. Sie trägt u. a. zur Klimaregulierung, Trinkwassererzeugung und Bodenfruchtbarkeit bei und liefert dem Menschen Nahrungs- und Heilmittel. Allein für medizinische Zwecke verwenden wir heute 50 000 bis 70 000 Pflanzenarten. Dass die Insekten einen dramatischen Rückgang verzeichnen, hat zu einigen Schlagzeilen geführt. Richtig aufgerüttelt hat das aber niemand. Außer einigen Forschungsprogrammen die darauf abheben, die Verluste erneut nachzurechnen, hat sich politisch nichts getan, was nur annähernd geeignet wäre, das Desaster aufzuhalten.

Das Artensterben betrifft nahezu alle Tier- und Pflanzenarten und alle Ökosysteme weltweit und hat gigantische Ausmaße erreicht. Auf unserer Erde sterben in immer schnellerem Tempo Arten aus. Geschätzt verschwinden jedes Jahr 20 000 bis 25 000 Spezies von der Erdoberfläche. Für immer. Diese Entwicklung findet auch vor unserer Haustür statt. Ein Viertel aller Pflanzen- und ein Drittel aller Tierarten gelten in Deutschland als gefährdet. Angesichts dieser dramatischen Krise müssten eigentlich Politiker weltweit und auch in unserem Land alles daran setzen, um die Entwicklung zu stoppen und zu retten, was noch zu retten ist. Doch die Politik zögert, anstatt zu handeln. Auch in diesem Bereich gibt es ein akutes Politikversagen.

Noch immer werden Aktivitäten staatlich gefördert, welche zur Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten beitragen. An vorderster Stelle ist hier die agroindustrielle Landwirtschaft zu nennen. Auf den beschriebenen ökologischen Staatsbankrott machen der Präsident unserer Stiftung Claus-Peter Hutter und Volker Angres in ihrem aktuellen Buchreport „Das Verstummen der Natur“ aufmerksam. Es ist erschienen im Ludwig Verlag, München 2018. Die Autoren nennen Gründe für das Artensterben, Verursacher und Verantwortliche und sie machen deutlich, was endlich getan werden muss.

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