MyMz

Aussenansicht

Zeugen der Auferstehung

Bischof Rudolf Voderholzer schreibt in seinem Gastbeitrag zum Osterfest über das Dasein als Zeuge im Alltag.
Von Bischof Rudolf Voderholzer

Bischof Rudolf Voderholzer
Bischof Rudolf Voderholzer

Sie waren bei der Pressekonferenz von Ministerpräsident Markus Söder nicht dabei? Kein Problem. Christine Schröpf hat zugehört und nachgefragt. Sie informiert uns in der MZ. Sie sind mit Ihrem Auto erst losgefahren, als die Ampel grün zeigte? Kein Problem. Der Fahrer hinter Ihnen hat’s gesehen und legt seine Hand ins Feuer. Wir sind in unserem Leben auf Zeugen angewiesen, möglichst vertrauenswürdige Zeugen, die für ihre Aussage mit ihrem Namen, ihrem guten Ruf, mit ihrer ganzen Person bürgen. Noch sicherer fühlen wir uns, wenn mehrere Zeugen übereinstimmen. Ostern feiern wir, weil wir nach der Auferstehung Jesu davon ausgehen dürfen, dass der Tod nicht unser Ende ist. Es geht weiter. Von einem, von Jesus Christus, wissen wir, dass er diesen Weg gegangen ist. Das Leben nach dem Tod ist möglich, ja mehr noch: Wir sind alle eingeladen. Wissen wir das wirklich? Kann man das so sagen? Ein Mensch, der heute lebt, war nicht dabei. Was wir haben, sind Zeugen. Es sind Zeugen in überschaubarer Zahl, aber keine anonyme Volksmasse. Um die Menschen zum Glauben an Gott und seine Frohe Botschaft zu führen, wählte Christus bewusst die „Beweisführung“ durch Menschen, die persönlich für die Wahrheit ihrer Aussage stehen. Das Neue Testament überliefert uns in allen vier Evangelien und im Ersten Korintherbrief die Erscheinungen des auferstandenen Herrn vor den Frauen am Grab, vor seinen Jüngern und zuletzt vor Paulus. Alle, die Jesus nach seinem Tod als lebendige Person erlebten, werden zugleich von ihm gesendet, die Botschaft weiterzutragen und die Begegnung mit ihm zu bezeugen. Die ersten Zeugen bürgten für ihre „Zeugenaussage“ mit ihrem Leben. Dieses Bezeugen setzt sich fort bis in die heutige Zeit. Christen sind Gemeinschaft der Zeugen. Für jeden von uns gilt, was der Apostel Paulus schreibt: „Vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe“ (1 Kor 15, 3). Im Vertrauen auf diese Zeugenschaft gelangte die Botschaft auch zu mir und dir. Ohne angenommenes Zeugnis und seine Weitergabe kein Ostern. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich an diesem Osterfest neu fragen würden: Wie kann ich im Alltag Zeuge sein für die lebens- und liebesspendende Begegnung mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus? Der Heilige Geist möge Ihnen die Antwort zur rechten Zeit eingeben.

Der Autor ist der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

Weitere Außenansichten lesen Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht