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Agrar

Bauern wollen Artenvielfalt erhalten

Landwirte übernehmen bereits Verantwortung. Doch die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie muss erhalten bleiben.
Joachim Rukwied, Präsident Bauernverband

Joachim Rukwied, Präsident Bauernverband
Joachim Rukwied, Präsident Bauernverband

Seit Generationen leben und arbeiten wir Bauernfamilien mit der Natur. Wir wissen um unsere Verantwortung für den Erhalt der Kulturlandschaften und der Artenvielfalt. Keine Branche ist so sehr auf Bienen und andere Bestäuber angewiesen wie die Landwirtschaft. Deshalb tragen wir unseren Teil zu deren Schutz bei: Im vergangenen Jahr haben die deutschen Bauern beispielsweise über 230 000 Kilometer Blühstreifen für Insekten angelegt.

Das ist ein Band, das fast sechs Mal um die Erde reicht – Landwirte legen auch Lerchenfenster oder Feldvogelinseln an, damit die seltengewordene Bodenbrüter einen sicheren Ort für ihr Gelege und Nahrung finden. Insgesamt werden von Bauern bereits etwa 1,4 Millionen Hektar ökologische Vorrangflächen angelegt – das entspricht in etwa der Fläche Schleswig-Holsteins. Als Deutscher Bauernverband haben wir uns in unserer Ackerbaustrategie vorgenommen, Dünger und Pflanzenschutzmittel noch weiter zu reduzieren, und in unserer Klimastrategie haben wir uns selbst Emissionsreduktionsziele gesetzt.

Artenvielfalt: Jeder kann Teil beitragen

Aber Arten- und Klimaschutz sind auch eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Heute leben über sieben Milliarden Menschen auf der Welt, Tendenz steigend. Alle müssen ernährt werden und brauchen Lebensraum. Schon heute entziehen wir in Deutschland der Natur jeden Tag etwa 65 Hektar an Fläche für Wohnraum, Gewerbe und Infrastruktur. Neben der Landwirtschaft kann jeder seinen Teil zur Artenvielfalt beitragen: mit Wildgärten statt Mährobotern und Blumen- statt Steingärten.

Bei allem verständlichen Wunsch der Gesellschaft nach mehr Artenvielfalt muss es auch eine Bereitschaft geben, den Mehraufwand, den die Bauern leisten, auch entsprechend zu bezahlen. Denn für die Bauernfamilien muss die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie erhalten bleiben – was beispielsweise in Form von Blühpatenschaften unterstützt werden kann.

Mehr Innovationen gefordert

Die deutsche Landwirtschaft übernimmt ihren Teil der Verantwortung und handelt entsprechend. Gerade die junge Generation an bestens ausgebildeten Landwirten zeigt ein ausgeprägtes Gespür für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft. Mit Innovationen und neuen Methoden wird es gelingen, erfolgreich zu wirtschaften und gleichzeitig die gesellschaftlichen Anforderungen einer noch nachhaltigeren Landwirtschaft zu erfüllen.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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