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Reale Ziele für die Bildung von Kindern

Es gibt für Grundschüler nicht mehr nur den einen Königsweg übers Gymnasium ab der 5. Klasse, meint unser Gastautor.
Jürgen Böhm, Lehrer

Jürgen Böhm ist der amtierende Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl), Landesvorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes und Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR).
Jürgen Böhm ist der amtierende Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl), Landesvorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes und Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR).

Jammern bringt nix! Oder doch? – Es scheint in unserer Gesellschaft zurzeit in Mode gekommen zu sein, dass man alles und jeden kritisiert, schlechtredet, zerstört oder negativ darstellt. Gerade wenn es um die Zukunft und die Bildung der jungen Menschen geht, ist dies ein Ritt auf der Rasierklinge und schafft ein Klima der Angst. Wer Eltern und Kinder mit der Behauptung verunsichert, dass am Ende der vierten Jahrgangsstufe der Grundschule bereits alle Entscheidungen für ein erfolgreiches Leben gefallen seien oder gar bewusst historisch belegte Begriffe wie „Selektion“ verwendet, der vergeht sich bewusst an der heranwachsenden Generation und schürt Verunsicherung und Pessimismus. Und er negiert die existierende Realität in Bayern.

Längst bestehen in Bayern mit seinem differenzierten Schulwesen vielfältige und erfolgreiche Wege zum persönlichen und beruflichen Erfolg. Längst haben sich die Wege über Mittel-, Real-, Wirtschafts-, Förder- und Berufsschule, das Gymnasium und die Berufliche Oberschule etabliert.

Längst gibt es durch die vielen Anschluss- und Übertrittsmöglichkeiten nicht mehr den einen „Königsweg“. Mit großen Augen schauen die anderen Bundesländer auf die Erfolge des bayerischen Schulwesens. Sinnlose, ideologisch beeinflusste Strukturreformen, die den Wert der Abschlüsse ins Bodenlose fallen ließen, blieben Bayern erspart. Der Qualität der Bildung im Freistaat hat dies nur geholfen. Die Schulabgänger von heute sind die gesuchten Fachkräfte von morgen und eine duale berufliche Ausbildung besitzt mindestens einen so hohen Wert wie eine akademische.

Wichtig ist, dass junge Menschen ihren Weg gehen – selbstbewusst, erfolgreich und für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet. Wir sollten unsere Energie darauf verwenden, die Rahmenbedingungen an den Schulen so zu gestalten, dass es Freiräume für die Kreativität der Lehrkräfte gibt, dass die passenden technischen Ausstattungen für einen Unterricht des 21. Jahrhunderts vorhanden sind und dass die Qualität und Attraktivität des Lehrberufes erhalten und verbessert werden.

Wir brauchen Optimismus, Leistungsbereitschaft und reale Ziele für eine zukunftsbejahende, demokratische Bildung.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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