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Corona-Kabinett senkt Grenzwert auf 35

Die bayerische Regierung beschließt, die Zahl für das Frühwarnsystem herabzusetzen. Kinder dürfen zurück in die Betreuung.

München.Nach wochenlanger Corona-Zwangspause sollen in Bayern schrittweise immer mehr Kinder zurück in Kindergärten und Krippen dürfen. Viele Familien müssen sich aber noch in Geduld üben.

Das Kabinett beschloss am Dienstag einen ersten Fahrplan auch für die Zeit nach Pfingsten. Nach den Pfingstferien am 15. Juni sollen die Kinder zurück in die Kindergärten dürfen, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden. Gleiches gilt für jüngere Kinder, die vor dem Übergang in den Kindergarten stehen - sie dürfen dann wieder in die Krippe gehen. Dabei gilt überall: Es sollen weiterhin möglichst kleine und feste Gruppen mit festen Betreuern gebildet werden.


Vorschulkinder wieder in Betreuung

Bereits am kommenden Montag (25. Mai) dürfen - wie bereits bekannt - Vorschulkinder wieder zurück in den Kindergarten. Dieses Angebot weitete das Kabinett nun etwas aus: Auch Geschwisterkinder von Vorschulkindern dürfen dann wieder den Kindergarten besuchen. Zudem dürfen dann Großtagspflege-Einrichtungen mit bis zu zehn Kindern wieder öffnen, ebenso Waldkindergärten und ähnliche Angebote.

Vor Pfingsten gibt es zusammengezählt wieder Betreuungsmöglichkeiten für gut 50 Prozent aller berechtigten Kinder. Mit den weiteren Jahrgängen, die nach Pfingsten hinzukommen, erhöht sich die Quote nach Angaben des Sozialministeriums dann auf rund 80 Prozent.

Wann die übrigen Kinder wieder zurück in ihre Einrichtungen dürfen, ließ das Kabinett aber weiter offen. „Wir werden das in angemessener Zeit entscheiden“, sagte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU), jedenfalls rechtzeitig genug für die Einrichtungen und die Familien.

Bei den Kita-Öffnungen ist die Politik insbesondere mit dem Argument sehr zurückhaltend, dass sich vor allem jüngere Kinder kaum an Abstandsregeln oder eine mögliche Mundschutzpflicht halten können.

Als erstes hatten am 11. Mai Tagespflegeeinrichtungen mit bis zu fünf Kindern wieder öffnen dürfen. Zudem ist seither - als Ausnahme von den weiter geltenden Kontaktbeschränkungen - wechselseitige private Kinderbetreuung in festen Gruppen von bis zu drei Familien erlaubt.


Perspektive für Eltern

Trautner räumte ein, man sei Eltern und Kindern eine Perspektive schuldig. Kinder und Beruf unter einen Hut zu ringen, sei eine große Leistung der Familien. Und sie betonte: „Kinder brauchen Kinder, das wissen wir alle.“ Kitas seien ein Ort des Spielens und des Lernens.

Bei allen Maßnahmen stehe der Gesundheitsschutz an oberster Stelle, betonte Trautner. Sie bekräftigte dabei erneut, dass Kinder mit Krankheitssymptomen weiterhin grundsätzlich zu Hause bleiben müssen.

Auch die Schulen in Bayern öffnen nach wochenlangen coronabedingten Schließungen nur schrittweise. Erst nach Pfingsten sollen wieder sämtliche Schüler aller Jahrgänge zurück an die Schulen dürfen.

Seit Beginn der Corona-Krise gibt es aber Notbetreuungs-Angebote für bestimmte Personengruppen, etwa für Kinder, deren Eltern im medizinischen oder im Pflegebereich arbeiten. Die Gruppe der Berechtigten hatte das Kabinett aber zuletzt beständig ausgeweitet.

Bayern verschärft Grenzwerte

Bayern verschärft seinen Grenzwert im Frühwarnsystem für die Corona-Neuinfektionen. Das Landeskabinett setzte den Grenzwert auf 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis herab, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag in München mitteilte. Das Frühwarnsystem sei ein „probates Mittel“, um lokale Ausbruchsgeschehen schnell zu erkennen. Bund und Länder hatten sich auf den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner geeinigt. Auch das Land Berlin hält dies für zu viel und hat ein eigenes Warnsystem entwickelt, das bereits bei 30 auf Rot schaltet.

Herrmann sagte in München: „Das Virus ist nicht besiegt, also wird es diese lokalen Ausbrüche immer wieder geben.“ Die frühzeitige Erkennung von Hotspots sei in der aktuellen Phase der Pandemie sehr wichtig.

Je nach Ausbruchsgeschehen werde dann in unterschiedlichen Stufen ein Plan entwickelt, wie die Ansteckungen wieder minimiert werden könnten. Dazu gehöre das Aufspüren von Kontaktpersonen, gegebenenfalls die Quarantäne von bestimmten Einrichtungen oder die Verlegung von Menschen aus geschlossenen Einrichtungen bis hin zur Schließung von Geschäften oder im schlimmsten Fall auch allgemeinen Kontakt- oder Ausgangsbeschränkungen. (dpa)

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