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CSU im Aufwind, Freie Wähler rutschen ab

Der neue Bayerntrend des BR bietet für CSU-Chef Söder viel Grund zur Freude. Für Hubert Aiwangers Freie Wähler wird es eng.

CSU und Freie Wähler stehen aktuell in der Wählergunst ganz unterschiedlich hoch im Kurs. Rechts im Bild: CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder. Links im Bild: Freie-Wähler-Chef und stellvertretender Regierungschef Hubert Aiwanger. Foto: Matthias Balk/dpa
CSU und Freie Wähler stehen aktuell in der Wählergunst ganz unterschiedlich hoch im Kurs. Rechts im Bild: CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder. Links im Bild: Freie-Wähler-Chef und stellvertretender Regierungschef Hubert Aiwanger. Foto: Matthias Balk/dpa Foto: Matthias Balk/picture alliance/dpa

München.CSU und Freie Wähler regieren seit Herbst 2018 in Bayern gemeinsam - in der Wählergunst schneiden die beiden Parteien derzeit aber höchst unterschiedlich ab. Im aktuellen Bayerntrend des Bayerischen Rundfunks bringt es die CSU in der Sonntagsfrage auf 49 Prozent und hätte damit die absolute Mehrheit der Stimmen im Landtag zurückerobert. Die Freien Wähler rutschen dagegen auf fünf Prozent, haben damit die 11,6 Prozent der vergangenen Landtagswahl mehr als halbiert und müssten um den Wiedereinzug in den Landtag bangen.

Die Grünen erreichen 20 Prozent und haben so einen Teil ihrer Corona-Flaute wettgemacht. Die SPD rangiert mit sieben Prozent weiter auf sehr niedrigem Niveau. Die AfD liegt bei 7 Prozent. Die FDP wäre genauso wie die Linke mit 3 Prozent nicht im Landtag vertreten. Die Daten waren vom Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des BR-Politikmagazins Kontrovers erhoben worden. Die so genannte Sonntagsfrage misst momentane Wahlneigungen. Wegen der wachsenden Zahl von Wechselwählern, die sich erst in der letzten Wahlkampfphase festlegen, gilt die Aussagekraft aber zunehmend als begrenzt. Ein guter Stimmungstest sind die Umfragen aber allemal.

Kanzler-Frage: Söder liegt weit vorn

Der bayerische Ministerpräsidenten und CSU-Chef Markus Söder hat sich mit seinem Corona-Krisenmanagement bundesweit Ansehen verschafft. Er wird inzwischen auch als Kanzlerkandidat der Union gehandelt, obwohl die CDU das Vorschlagsrecht hat und die Konkurrenten in spe keinerlei Signale senden, dass sie Söder das Feld überlassen wollen. Die kürzliche Visite von Kanzlerin Angela Merkel bei der bayerischen Kabinettssitzung in Herrenchiemsee hat die Debatte dennoch neu belebt. Eine große Mehrheit der Wahlberechtigten in Bayern (77 Prozent) ist der Meinung, dass Söder ein guter Unions-Kanzlerkandidat wäre. Er überzeugt damit weit mehr Menschen im Freistaat als die drei CDU-Kandidaten aus Nordrhein-Westfalen, Friedrich Merz (27 Prozent), Norbert Röttgen (19 Prozent) und Armin Laschet (11 Prozent).

Bayern wollen Söder auch behalten

Dass die Befragten Söder mit Abstand als den am besten geeigneten Unions-Kanzlerkandidaten betrachten, heißt allerdings nicht, dass sie ihn auch gern Richtung Berlin ziehen lassen würden. Eine Mehrheit (56 Prozent) würde es vorziehen, wenn Söder das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten behält. Nur ein Drittel (34 Prozent) wünscht sich, dass Söder sich um das Kanzleramt bewirbt. Er wäre der dritte CSU-Chef nach Franz-Josef Strauß (1980) und Edmund Stoiber (2002), der diesen Versuch unternimmt.

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Die Corona-Politik der Staatsregierung genießt unverändert große Akzeptanz bei der Bevölkerung im Freistaat. Wie schon beim letzten BR-Bayerntrend Ende Mai sind rund neun von zehn Wahlberechtigten mit den Pandemiekonzepten allgemein sehr zufrieden oder zufrieden. Kritik üben 13 Prozent. Der Zuspruch reicht nach wie vor weit in das Lager der Opposition. Selbst von den AfD-Anhängern äußert sich im Freistaat die Hälfte (50 Prozent) lobend.

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Im Kampf gegen Corona waren in Bayern milliardenschwere eigene Hilfsprogramme aufgelegt worden. Sie werden differenziert bewertet. Überwiegend positiv gesehen werden Pakete für die Reise- und Tourismusanbieter (57 Prozent), Krankenhäuser und Pflegeheime (57 Prozent), Kindergärten und Schulen (53 Prozent) sowie die Gastronomie (52 Prozent).

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Die Befragten benannten aber auch klare Defizite. Der größte Nachholbedarf wird im Kulturbereich gesehen. Hier sind gut die Hälfte (55 Prozent) der Ansicht, die Politik habe sich zu wenig um die Kunst- und Kulturbetriebe gekümmert. Unzufriedenheiten herrschen auch im Bildungssektor: Bei den Eltern schulpflichtiger Kinder sind die Meinungen geteilt. Die Hälfte (53 Prozent) kommt zu einem positiven Urteil, vier von zehn (44 Prozent) sehen Anlass zur Kritik.

Nur elf Prozent der Befragten sahen übrigens Lücken bei den Hilfen für die bayerischen Automobilbranche. Gut ein Drittel (34 Prozent) meinte sogar, dass dieser Sektor zu viel Unterstützung von der Politik erhalten hat.

3 von 10 fürchten Corona-Infektion

Corona und die Sorge vor einer Ansteckung bleiben wichtige Themen. In Bayern haben sich nach aktuellen Berechnungen des Robert Koch-Instituts bis 21. Juni ca. 50 000 Menschen mit dem Virus infiziert, mit über 2600 Menschen entfallen mehr als ein Viertel aller Todesfälle in Deutschland auf den Freistaat. Die Zahl an Neuinfektionen hat sich zwar seit Ende Mai auf in der Regel weniger als 50 Fälle pro Tag eingependelt. Die Angst vor einer Ansteckung ist dennoch ähnlich groß wie im Mai: Aktuell haben etwa drei von zehn der Befragten (27 Prozent) im Freistaat sehr große bzw. große Sorgen, dass sie sich selbst bzw. Familienangehörige anstecken könnten.

Große Sorgen um Wirtschaft

Corona vergrößert zudem die wirtschaftlichen Nöte der Bürger. Nach 64 Prozent im Mai äußern aktuell 60 Prozent große bis sehr große Befürchtungen, dass sich die wirtschaftliche Lage im Freistaat verschlechtern könnte.

Für die Umfrage wurden von Infratest dimap im Zeitraum von 15. bis 20. Juli 2020 1003 Wahlberechtigte in Bayern telefonisch interviewt worden.

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