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Füracker ist kurz „Fünffach-Minister“

Nach dem Rücktritt von Verkehrsminister Reichhart springt der Oberpfälzer bis zum Antritt der Nachfolgerin als Vertretung ein
Von Christine Schröpf

Minister mit einem kurzzeitigen Mega-Portfolio: der Oberpfälzer CSU-Chef Albert Füracker Foto: Sven Hoppe/dpa
Minister mit einem kurzzeitigen Mega-Portfolio: der Oberpfälzer CSU-Chef Albert Füracker Foto: Sven Hoppe/dpa

München.Finanz- und Heimatminister ist der Oberpfälzer CSU-Chef Albert Füracker seit 2018. Ab 1. Februar kommen nun knapp sechs Tage lang die Zuständigkeiten für Bauen, Wohnen und Verkehr hinzu. Alle drei Aufgaben liegen bisher regulär in Zuständigkeit von Minister Hans Reichhart, der allerdings am Samstag sein offizielles Rücktrittsgesuch in den Briefkasten der Staatskanzlei einwerfen wird. Mit Eingang des Papiers übernimmt Füracker als Kurzzeit-Vertreter – so lange bis Reichharts Nachfolgerin, die bisherige Sozialministerin Kerstin Schreyer, offiziell ins neue Amt gehoben ist. Füracker nimmt die Kurzzeit-Ämterfülle mit Humor. „Es sollte niemand Angst haben, dass ich für die paar Tage das Haus besetze“, wiegelt er auf Nachfrage ab. Im Ministerium für Bauen, Wohnen und Verkehr werde er nur persönlich vorbeischauen, wenn er ausdrücklich angefordert werde. „Wenn Bedarf besteht, bin ich natürlich jederzeit bereit.“ Er will die zusätzliche Macht auch nicht missbrauchen, um etwa der Oberpfalz Wohltaten zuzuschustern. Das verstehe sich von selbst. „Ich wüsste auch nicht, was aktuell entschieden werden könnte.“ Reichhart sei da zuletzt schon sehr rührig gewesen.

Parteien

Söder sorgt für fifty-fifty im Kabinett

Fünf der zehn CSU-Ministerposten sind nun von Frauen besetzt. Söder schickt damit deutliche Botschaft in die eigene Partei.

Füracker und Reichhart haben sich schon in der Vergangenheit stets wechselseitig vertreten. Erst diese Woche sprang der Verkehrsminister etwa für den Finanzminister ein, und gab statt seiner im Landtag ein Statement zur Kassenbon-Pflicht ab. Füracker konnte wegen der Finanzministerkonferenz in Berlin nicht selbst übernehmen. Jedes Kabinettsmitglied hat übrigens einen entsprechenden Konterpart, um etwaige Abwesenheiten zu überbrücken.

Grund für Reichharts Rücktritt ist, dass er bei der Kommunalwahl am 15. März als Günzburger Landrat kandidiert. Das hatte im Kabinett eine kleine Rochade in Gang gesetzt. Mit Schreyer kommt ein neuer Staatssekretär ins Verkehrsministerium: der bisherige Bürgerbeauftragte Klaus Holetschek. Als neue Sozialministerin installiert Regierungschef Markus Söder wiederum die bisherige Sozialstaatssekretärin Carolina Trautner. Offizieller Amtsantritt ist für alle drei am 6. Februar – dann findet die nächste Plenarsitzung des Landtags statt. Trautner und Holetschek müssen vom Parlament bestätigt werden – Schreyer, schon bisher als Ministerin im Kabinett, bekommt an diesem Tag nur noch ein neue Ernennungsurkunde. Mit diesem Akt endet dann auch Fürackers Zeit mit Fünffach-Funktion. Bis der nächste Vertretungsfall eintritt.

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