MyMz

Wahlen

Wer schafft es in den Bundestag?

Die CSU will Direktmandate verteidigen. Auch die Konkurrenz macht sich Hoffnung. Ein Überblick über Ostbayerns Kandidaten.
Von Christine Schröpf, MZ

Die Plätze im Bundestag werden bei der Wahl am 24. September neu verteilt. Foto: dpa
Die Plätze im Bundestag werden bei der Wahl am 24. September neu verteilt. Foto: dpa

Regensburg.Wer wechselt im Herbst neu in den Bundestag? Wer kann seinen Platz verteidigen – und für wen heißt es, Abschied zu nehmen? Gut dreieinhalb Monate vor dem Wahltermin am 24. September herrscht je nach politischer Couleur und eigener Startposition Spannung unter den Kandidaten. Ein kurzer Überblick über die Direktkandidaten und Listenkandidaten aus dem Verbreitungsgebiet unseres Medienhauses, die sich Chancen ausrechnen – eingegrenzt auf sieben Parteien, die bereits im Bundestag vertreten sind, nach aktuellen Umfragen voraussichtlich dort einziehen werden, oder – wie die Freien Wähler – wegen der Oppositionsrolle im Landtag besonders im Fokus stehen.

20 Männer – und acht Frauen

27 Köpfe bewerben sich nach dieser Auswahl um die vier Direktmandate in den Bundestagwahlkreisen Regensburg, Amberg-Neumarkt, Cham-Schwandorf und Landshut. Ein scheinbar buntes Tableau – darunter acht Frauen. Erobert die CSU wie 2013 alle vier Direktmandate für sich, kommen am Ende aber allein vier Männer zum Zug: Für Alois Karl, Karl Holmeier und Florian Oßner wäre es eine Wiederwahl – für Peter Aumer eine Rückkehr nach vier Jahren Pause. Er hatte zwischenzeitlich erfolglos für den Posten des Regensburger Landrats kandidiert. Im Kampf um die Direktkandidatur war er aber siegreich: Im November warf er mit knappem Vorsprung die Regensburger Bundestagsabgeordnete Astrid Freudenstein aus dem Rennen.

Für eine stärkere „weibliche Note“ der CSU könnte ein gutes CSU-Gesamtergebnis mit vielen Zweitstimmen sorgen. Denn dann kommen auch Listenkandidaten zum Zug. Die zweitbesten Startchancen – nach Bundestagsspitzenkandidat Joachim Herrmann – hätte dabei Freudenstein. Mit etwas Fortune, reicht es für sie. Ob das für die CSU-Listenabgeordneten Reiner Meier aus Tirschenreuth (Platz 30) oder Philipp Graf Lerchenfeld aus Regensburg (Platz 34) genauso gilt, ist ungewiss.

Juso-Bundeschefin auf Wackelplatz

In der bayerischen SPD sind angesichts der Übermacht der CSU in Bayern Listenmandate traditionell die sicherste Bank. 2013 waren auf diesem Weg 22 Kandidaten aus dem Freistaat in den Bundestag eingerückt – bei einem SPD-Ergebnis von damals 20 Prozent. Bei einem mindestens ähnlichen Resultat wären Ex-Parteichef Florian Pronold (Listenplatz 1) sicher wieder mit dabei. Gleiches gilt für die Schwandorfer Abgeordnete Marianne Schieder (Platz 6), die parallel als Direktkandidatin antritt und versuchen wird, dem CSU-Kontrahenten möglichst viele Prozentpunkte abzujagen.

Gut auf der SPD-Liste im Rennen sind zudem der neue bayerische SPD-Generalsekretär und Weidener Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch (Platz 11) und – gerade noch – der niederbayerische SPD-Bezirkschef Christian Flisek (Platz 21). Wackelkandidatin auf Platz 26: die Juso-Bundesvorsitzende und stellvertretende bayerische Parteivorsitzende, Johanna Uekermann aus Straubing.

Hohe Frauenquote bei Grünen

Die Grünen treten mit geballter Frauenpower an: Die Männerquote bei den Direktkandidaturen: 25 Prozent. Stefan Schmidt, einziger Mann in der Runde, hat trotzdem die größten Chancen: Er ist über die Liste abgesichert. Platz 10 ist aber ein Wackelplatz, schon 2013 hatte es für ihn knapp nicht gereicht. Erhard Grundl aus Niederbayern (Platz 8) ist im Herbst auf aussichtsreicherer Position.

Die bayerische FDP, die 2013 aus dem Bundestag flog, spürt wieder Aufwind. Bestplatzierter Listenmann aus Ostbayern ist der Regensburger Ulrich Lechte, der zudem als Direktkandidat um Stimmen wirbt. Lechte hatte sich beim FDP-Parteitag Listenplatz 8 erkämpft. Bei Umfragen von aktuell zehn Prozent für die bayerischen Liberalen sieht es für ihn gut aus. Das gilt eventuell auch für Nicole Bauer. Die Direktkandidatin für Kelheim-Landshut ist auf Platz 11 abgesichert.

Freie Wähler vor Hürden

Die Chancen der Freien Wähler auf eine Ersteroberung des Bundestags sind deutlich geringer,auch wenn die Partei unverdrossen Zuversicht verströmt. Nach aktuellen Umfragen ist man weit entfernt, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Aushebeln ließe sich dies durch drei Direktmandate bundesweit. Parteichef Hubert Aiwanger müsste dafür zum Beispiel im Bundestagsstimmkreis Kelheim-Landshut CSU-Mann Florian Oßner aus dem Feld schlagen, zwei weiteren Parteifreunden müsste anderswo Ähnliches glücken. Die CSU wird versuchen, dieses Szenario nach Kräften zu verhindern – trotz der Aussicht, dass Aiwanger in diesem Fall aus der Landespolitik gen Berlin entschwindet.

Die bayerische Linke entsendet bisher vier Listen-Abgeordnete in den Bundestag. Mit Klaus Ernst, Nicole Gohlke und Harald Weinberg treten drei davon wieder an. „Wir rechnen mit vier und hoffen auf fünf oder mehr MdB im September“, heißt es aus der Partei. Das würde für den Bestplatzierten aus Ostbayern nicht reichen: Erkan Dinar findet sich auf Listenplatz 8. Er versucht sein Glück parallel als Direktkandidat.

Turbulenzen bei der AfD

Die AfD kämpft bei den Direktkandidaturen mit Turbulenzen. Im Wahlkreis Cham-Schwandorf hat der bereits nominierte Helmut Müllner aus Ärger über den Richtungsstreit auf Landesebene zurückgezogen und seinen Austritt aus der Partei erklärt. Eine Nachnominierung wird es nach Angaben des Kreisvorsitzenden Felix Börner nicht geben. Der Zug nach Berlin ist in diesem Fall abgefahren. Der Neumarkter AfD-Direktkandidat Peter Boehringer hat dagegen sein Mandat zum Greifen nah: Er sitzt mit Listenplatz 2 auf Top-Position.

Hier finden Sie den Überblick über die Direktkandidaten aus dem Verbreitungsgebiet unseres Medienhauses: Wenn sie mit auf die Porträts klicken erhalten Sie zusätzliche Informationen:

Weitere Nachrichten aus Bayern lesen Sie hier!

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht