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Ohrfeige für Rot, Blumen für Grün

Die SPD stürzt in Regensburg ab, die Grünen blühen auf, die CSU behauptet sich – und die AfD macht einen großen Satz.
Von Marianne Sperb

Viele Wähler stimmten per Brief ab, insgesamt war die Wahlbeteiligung auffallend hoch. Foto: Harald Tittel/dpa
Viele Wähler stimmten per Brief ab, insgesamt war die Wahlbeteiligung auffallend hoch. Foto: Harald Tittel/dpa

Regensburg.Die Wähler in der Stadt Regensburg straften die SPD bei der Europawahl ab. Die Sozialdemokraten mussten Federn lassen; der Verlust von 14,3 Prozent der Stimmen fiel schmerzhaft aus. Die Partei konnte nur noch 8,7 Prozent der Wähler, die ihre Stimme abgaben, überzeugen. Der Trend spiegelt das bayernweite Ergebnis, in Regensburg dürfte aber auch das Verfahren gegen den suspendierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) durchgeschlagen haben. Ähnlich herb fiel das Ergebnis im Landkreis Regensburg aus: Die SPD verlor 10,9 Prozent der Stimmen und kam auf nur noch 7,1 Prozent.

Krasse Unterschiede

Die CSU behauptete in der Stadt Regensburg in etwa ihr Ergebnis von der Europawahl 2014 und kam auf 32 Prozent (minus 0,2). Im Landkreis legten die Christsozialen leicht zu und steigerten sich um 2,5 auf 46,8 Prozent.

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Vor dem Generalkonsulat in München und vor Wahllokalen in Regensburg und Nürnberg war der Andrang groß.

Die Grünen blühten auf. Die Öko-Partei erntete in der Stadt 27,4 Prozent – ein sattes Plus von 9,9 Prozent. Im Landkreis fuhren die Grünen Gewinne von 5,3 Prozent ein und kamen auf 14 Prozent. Vor allem in der Regensburger Altstadt konnten die Grünen kolossal punkten; sie schafften hier Traumwerte von mehr als 43 Prozent.

Die AfD konnte in Regensburg keinen Boden gut machen. Im Stadtgebiet verloren die Rechtspopulisten 0,5 Prozent und landeten bei 7,1 Prozent. Anders das Bild im Landkreis Regensburg: Hier gelang der AfD ein Plus von 2,4 Prozent; sie konnte 9,6 Prozent der Wähler überzeugen. Auch bei der AfD klafften in den einzelnen Bezirken im Stadtgebiet Regensburg die Ergebnisse teilweise extrem auseinander. In der Altstadt erreichte die AfD punktuell nur knapp über 3 Prozent – ein krasser Unterschied zu dem Einzelergebnis von Wahlbezirk 27/Bajuwarenstraße, wo die Partei knapp 25 Prozent einfuhr.

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Die Freien Wähler konnten im Stadtgebiet 3,5 Prozent der Wähler überzeugen, um 0,5 Prozent mehr als 2014. Im Landkreis verlor die Partei zwar 0,7 Prozent, erhielt aber das Vertrauen von 8,5 Prozent der Wähler.

Die Linke spielt keine Rolle

Ein kleines Plus von 0,4 Prozent fuhr die FDP im Stadtgebiet ein. Sie blieb aber mit 3,6 Prozent der Stimmen eine Randerscheinung. Ähnlich das Bild im Landkreis: Die Liberalen holten 2,3 Prozent, das entspricht einem Mini-Zuwachs von 0,2 Prozent.

Auch die Linke spielte bei der Europawahl in und um Regensburg praktisch keine Rolle. Sie konnte nur 3,6 Prozent der Wähler im Stadtgebiet überzeugen, 0,9 Prozent weniger als 2014. Im Landkreis kam sie sogar nur auf 1,8 Prozent (minus 0,3 Prozent).

Die Reaktionen der Parteien:

Die Reaktionen zur Europawahl

Die Ergebnisse der übrigen Parteien, die vom Wähler unter „ferner liefen“ einrangiert wurden, summierten sich in der Stadt auf einen Stimmenanteil von 14,2 Prozent (4,7 Prozent mehr als 2014), im Landkreis auf 9,9 Prozent (plus 1,5).

Die Wähler wollten am Sonntag mitreden. Die Wahlbeteiligung war auffallend hoch. In der Stadt, wo vor vier Jahren 40,3 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben hatten, trieb es dieses Mal 60,6 Prozent der Berechtigten zur Abstimmung, im Landkreis sogar 62,6 Prozent (2014: 42,3).

Erfreut dürfte Dr. Astrid Freudenstein sein. Die Regensburgerin dürfte nach dem Stimmenergebnis für die CSU bei der Europawahl in den Bundestag nachrücken.

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