MyMz

Weber bekommt Rückenwind aus Bayern

So richtig jubeln kann die CSU nicht, die SPD erlebt ein Fiasko. Astrid Freudenstein dürfte in den Bundestag nachrücken.

CSU-Spitzenkandidat Manfred Weber ist enttäuscht über das Ergebnis der Union, freut sich aber über die Zahlen aus Bayern. Foto: Andersen/AFP
CSU-Spitzenkandidat Manfred Weber ist enttäuscht über das Ergebnis der Union, freut sich aber über die Zahlen aus Bayern. Foto: Andersen/AFP

München.Die CSU ist bei der Europawahl nach der neusten Hochrechnung mit 40,5 Prozent exakt bei ihrem Ergebnis von 2014 gelandet. Verglichen mit der historischen Pleite bei der Landtagswahl 2018 konnte die Partei von Ministerpräsident Markus Söder nun wieder deutlich bei den Stimmenanteilen zulegen. Sie ist weiterhin mit großem Abstand stärkste Kraft im Freistaat. Bei der Landtagswahl hatte die CSU nur 37,2 Prozent der Stimmen erlangt.

Die Grünen kamen den neuesten Zahlen zufolge mit 19,8 Prozent erneut zu einem Rekordergebnis – wie bei der Landtagswahl sind sie zweitstärkste Partei. Dahinter liegen mit weitem Abstand SPD (9,1) und AfD (8,2). Die in Bayern mit der CSU regierenden Freien Wähler landeten bei 5,6 Prozent.

Rückt Freudenstein nach?

„Der Trend geht nach oben. Wir sind auf einem guten Weg. Das ist ein stabiles Ergebnis in unsicheren Zeiten“, sagte Söder. Spitzenkandidat Manfred Weber habe einen tollen Wahlkampf gemacht. Der 46-jährige Weber aus Wildenberg im Landkreis Kelheim will als der offizielle Spitzenkandidat der konservativen Parteien zur Europawahl jetzt auch EU-Kommissionspräsident werden. Das ist aber nicht sicher. Er kündigte an, nun stünden die Gespräche auf EU-Ebene an. Über das Ergebnis in Bund und Freistaat sagte Weber: „Deutschlandweit hätten wir uns ein besseres Ergebnis gewünscht. Mich freuen die Zahlen aus Bayern natürlich.“

Ergebnisse

Europawahl: So hat Ostbayern gewählt

Deutschland hat gewählt. Unsere interaktiven Grafiken zeigen die Ergebnisse aus allen Gemeinden im MZ-Gebiet.

Ebenfalls erfreut dürfte Dr. Astrid Freudenstein sein. Die Regensburgerin dürfte nach dem Stimmenergebnis für die CSU bei der Europawahl in den Bundestag nachrücken. Am Wahlabend zeigte sie sich gegenüber der Mittelbayerischen aber noch zurückhaltend. „Ich würde zustimmen, falls alles passt. Aber erstens müsste Marlene Mortler ihr Bundestagsmandat nieder legen - und das wird nicht so schnell gehen. Zweitens müsste Joachim Herrmann das Nachrück-Mandat ablehnen.“ Aus Respekt vor der Entscheidung der Kollegen wolle sie sich noch nicht weiter festlegen. Nach dem Stand von 20 Uhr wird die CSU statt bisher fünf sogar sieben Mandate im EU-Parlament erringen. „Das ist – falls sich das so stabilisiert – ein Riesenerfolg“, sagte Freudenstein.

Die großen Verlierer dieser Wahl tun gut daran, die Jungen darin ernst zu nehmen, meint unsere Autorin Jana Wolf:

Kommentar

Nehmt die Jungen ernst!

EU-Gegner und Grüne gewinnen. Hoffnung macht der neue Einfluss der jungen Generation. Ein Kommentar zur Europawahl.

Auf Bundesebene gab es historische Wahlniederlagen für SPD und Union, aber für die CDU immerhin ein kleiner Trost: Bei der Wahl des Landesparlaments in Bremen überflügelt die Union erstmals seit dem Krieg die SPD. Großer Gewinner beider Abstimmungen sind nach den Hochrechnungen die Grünen: Sie lösen zum ersten Mal bei einer bundesweiten Wahl die SPD als zweite Kraft ab. Auch europaweit haben Christdemokraten und Sozialdemokraten verloren, Rechte dagegen hinzugewonnen.

Belastung für die Union

Bei der Europaabstimmung stürzen SPD wie Union jeweils auf ihr schlechtestes EU-Ergebnis überhaupt und auch europaweit sieht es für Christ- und Sozialdemokraten ähnlich düster aus, die Rechtspopulisten legen zu. Deutliche Zugewinne verbuchen nach den ersten Trends Liberale und Grüne.

Die Reaktionen zur Wahl sehen Sie in unserer Bilderstrecke

Die Reaktionen zur Europawahl

Unter den 751 Europaabgeordneten kommt die christdemokratische Europäische Volkspartei (EVP) demnach auf 174 Sitze, 43 weniger. Die Sozialdemokraten schaffen noch 147 Mandate (minus 39). Die Liberalen liegen bei 79 (plus 11), allerdings offenbar ohne die Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, mit der sie sich verbünden wollen. Dahinter kommen die Grünen mit 66 Sitzen (plus 14). Die Linke kommt auf 47 (minus 5). Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National von Marine Le Pen hat sich in Frankreich ersten Hochrechnungen zufolge bei der Europawahl durchgesetzt. Le Pens Partei erhielt rund 24,2 Prozent der Stimmen, wie der Nachrichtensender BFMTV am Sonntagabend berichtete. In Österreich wird Kanzler Sebastian Kurz bei der Europawahl massiv gestärkt. Laut Trendprognosen legt seine konservative ÖVP kräftig zu und liegt meilenweit vor der SPÖ. Sein gefeuerter Koalitionspartner, die rechte FPÖ, fällt leicht. Seiten 2, 3, 4

Europa

Live: Die Europawahl 2019 im NewsBlog

Union und SPD stürzen bei der Europawahl bundesweit ab. Hier erfahren Sie auch die Ergebnisse aus der Oberpfalz und Kelheim.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht