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Kinderbetreuung

Haderthauer warnt vor Kita-„Überfrachtung“

Bei Ein- und Zweijährigen funktioniere Bildung nur über Bindung, sagt die Sozialministerin. Eltern stellten falsche Erwartungen an Krippen.
Von Maria Gruber, MZ

Regensburg. Wenige Tage vor der ersten Beratung des Betreuungsgelds im Bundestag hat die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer die umstrittene Familienleistung gegen Kritik verteidigt. „500 Euro Betreuungsgeld wären mir lieber, aber auch in seiner jetzigen Form ist das Betreuungsgeld ist ein wichtiger gesellschaftspolitischer Schritt“, sagte die CSU-Politikerin am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des Diözesankomitees im Regensburger Kolpinghaus. Zudem würde es dem Paradigmenwechsel entgegenwirken, der durch die Einführung des Elterngelds und des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz ab 2013 vorgenommen worden sei.

Haderthauer warnte zudem vor einer „Überfrachtung“ von Kinderkrippen. Mit dem Auftrag, frühkindliche Bildung zu leisten, habe Ursula von der Leyen als Bundesfamilienministerin das Thema nicht nur ideologisiert, sondern auch dafür gesorgt, dass Eltern heute an Kinderkrippen falsche Erwartungen stellten. „Bei ein- und zweijährigen Kindern funktioniert Bildung ausschließlich über Bindung“, sagte Haderthauer. „Und die einzige Bildung, die ein- und zweijährige Kinder brauchen, ist Bindung.“

Dennoch wäre es laut Haderthauer das „falsche Signal“, den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz in Frage zu stellen - auch, wenn sie den Rechtsanspruch bei seiner Einführung abgelehnt hatte. „Aber Politik muss sich an Realitäten orientieren“, sagte Haderthauer vor den etwa 50 Besuchern der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Betreuungsgeld. „Ich will keine Politik, die den Frauen ständig sagt, was sie falsch und was sie richtig machen. Moderne Familienpolitik ist eine Ermöglichungspolitik und Eltern sind keine Almosen- oder Regelungsempfänger.“

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