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Haus Europa erinnert an Benedikt

Bischof Rudolf und Joseph Michael Neustifter enthüllten vor der Jakobskirche das 1:1-Modell. Damit endet ein langer Streit.
Von Helmut Wanner, MZ

Bischof Rudolf Voderholzer und der Künstler Joseph Michael Neustifter zeigen ein Modell in Originalgröße für das Papst-Benedikt-Denkmal. Foto: Lex
Bischof Rudolf Voderholzer und der Künstler Joseph Michael Neustifter zeigen ein Modell in Originalgröße für das Papst-Benedikt-Denkmal. Foto: Lex

Regensburg.Eine über zwei Meter hohe Skulptur des niederbayerischen Künstlers Joseph Michael Neustifter soll künftig an den Papst-Besuch im Jahr 2006 erinnern. Wenige Tage vor Benedikts 90. Geburtstag stellten der Bildhauer und das Bistum das Modell für das Denkmal vor.

Bischof Rudolf Voderholzer nannte es „dieses kleine, verbeulte Haus“. Es sei ein Symbol für die lebendige Gemeinschaft der Kirche und auch für das Haus Europa. Neustifter wird es in seiner Werkstatt aus heller Bronze gießen und auf ein Fundament aus schwarzem Granit aus Ägypten stellen, um den alttestamentarischen Bezug herzustellen. Zum Jahrestag des Papstbesuches und der berühmten Regensburger Rede soll es am 12. September im Stufenbereich vor der Jakobskirche aufgestellt werden.. Es wird links vom Eingang auf einer Fläche von 12 Quadratmetern stehen. Die Kosten in Höhe von 90 000 Euro trägt das Bistum, die Vorbereitung des Untergrunds stiftet die Firma Rödl und Partner.

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So sieht das Papst-Denkmal aus

Für Kulturreferent Klemens Unger ist dies der Schlusstrich unter die kontroverse Diskussion um das Gedenken an den historischen Papstbesuch 2006. Bereits im April vergangenen Jahres hatten sich die Vertreter der Stadt und der Diözese auf den Standort an der Jakobskirche geeinigt. Linke, Piraten und Grüne lehnten ein Denkmal ab. Die CSU war im Stadtrat die treibende Kraft. Sie hatte es als beschämend empfunden, wie sich Regensburg an den emeritierten Papst Benedikt XVI. erinnert.

Kommentar

Demuts-Geste

Eine Presse-Prozession zog von der Jakobskirche an den Bismarckplatz zum Papst-Benedikt-Institut. Vom Interesse am Erinnerungszeichen an den Papst-Besuch...

Künstler Joseph Michael Neustifter erklärt seine Idee anhand eines Modells. Foto: Lex
Künstler Joseph Michael Neustifter erklärt seine Idee anhand eines Modells. Foto: Lex

Als Standort für ein Papstdenkmal war u. a. auch der Domplatz im Gespräch. Auf der Fläche vor dem Westportal des Doms hatte Neustifter 2007 eine Ringskulptur vorgeschlagen. Im Raum war auch ein Pilgerinformationszentrum gestanden. Mit der jetzigen Lösung zeigten sich alle hochzufrieden. Es gebe keinen passenderen Ort als vor der Jakobskirche, meinte Klemens Unger. Im Priesterseminar habe Papst Benedikt bei seinem Besuch übernachtet. Hier befinde sich auch das Papst Benedikt Institut. Bischof Rudolf Voderholzer freute sich, dass man nun zum 90. Geburtstag des Papst em. Benedikt XVI. dieses güldene Zeichen der Verbundenheit präsentieren könne in Ergänzung zu den Buchgeschenken an Benedikt XVI.. Zum einen sind es 22 Predigten seiner theologischen Freunde von Origines bis zu Romano Guardini. Zum anderen ist es seine erste wissenschaftliche Publikation überhaupt, eine Übersetzung der „Untersuchung über die Liebe“ von Thomas Aquin. Ratzinger hatte über das „Haus Gottes, der Liebesbegriff des Augustinus“ promoviert. Das ist im Erinnerungszeichen zur Form geworden.

Einen Rückblick zum Papst-Besuch finden Sie hier!

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