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Politik

Die Landkreis-CSU zeigt sich geschlossen

Ergebnisse jenseits von 90 Prozent: Die Basis bestätigt den Kreisvorstand. Ein Landratskandidat ist immer noch nicht fix.
Von Norbert Lösch

Die wiedergewählte Vorstandschaft des Kreisverbands Regensburg-Land mit Thomas Gabler, Sylvia Stierstorfer, Peter Aumer und Matthias Beer, rechts flankiert vom Kreistags-Fraktionsvorsitzenden Christian Kiendl. Hans Thiel hatte sich wegen einer Trauung in Barbing bereits verabschiedet. Foto: Lösch
Die wiedergewählte Vorstandschaft des Kreisverbands Regensburg-Land mit Thomas Gabler, Sylvia Stierstorfer, Peter Aumer und Matthias Beer, rechts flankiert vom Kreistags-Fraktionsvorsitzenden Christian Kiendl. Hans Thiel hatte sich wegen einer Trauung in Barbing bereits verabschiedet. Foto: Lösch

Deuerling.Der CSU-Kreisverband Regensburg-Land geht mit der bisherigen Führungsmannschaft in die kommenden zwei Jahre und zieht damit auch in den Kommunalwahlkampf 2020. Sowohl der Kreisvorsitzende Peter Aumer (MdB, Regenstauf) als auch seine bisherigen vier Stellvertreter Sylvia Stierstorfer (MdL, Pfatter), Thomas Gabler (Hemau), Hans Thiel (Barbing) und Matthias Beer (Beratzhausen) erhielten bei der Kreisvertreterversammlung in Deuerling das Vertrauen der Delegierten aus 74 Ortsverbänden.

Um dieses Vertrauen hatte Peter Aumer zuvor in einer programmatischen Rede geworben. Vor den 167 am Samstagvormittag erschienenen Vertretern der Ortsverbände – insgesamt waren 227 Stimmberechtigte eingeladen – zeichnete der Abgeordnete das Bild eines geschlossenen, zukunftsfähigen und kämpferischen Kreisverbands. „Wir wollen stärker zu einer ,Mitmach-Partei’ werden“, gab er eine von mehreren Parolen für die kommenden zwei Jahre aus.

Der Gegner heißt Freie Wähler

„Wir bewirken was, weil wir mutig anpacken“, zog Aumer eine Bilanz der politischen Arbeit auf Landkreisebene. Die CSU beschäftige sich mit wichtigen Themen statt mit sich selbst. „Wir sind die Einzigen, die auf einen ausgeglichenen Kreishaushalt achten“, nannte Aumer als Beispiel. Auch bei wichtigen Infrastruktur-Themen wie dem Pfaffensteiner Tunnel, den Flutpoldern im südöstlichen Landkreis oder der Tennet-Stromtrasse zeige die CSU klare Kante oder zumindest die Bereitschaft, verträgliche Lösungen zu finden. Wenn dagegen die Führung des Landkreises sage, man wolle die Trasse nicht, gleichzeitig aber auch keine Alternative für eine zukunftsfähige Stromversorgung anbiete, sei das „unverantwortlich“.

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Wenn die zuständigen Stellen zudem signalisieren, dass es in diesem Sommer Antworten auf die Frage nach einer dritten Röhre für den überlasteten Pfaffensteiner Tunnel gibt, dann sei das vor allem ein Verdienst der CSU im Landkreis. Auch hier sei der Kreisverband die einzige politische Kraft, die „an einem Thema arbeitet, das die Menschen in Stadt und Landkreis am meisten beschäftigt“.

„Wir lächeln Herausforderungen nicht weg“, sagte der später wiedergewählte Kreisvorsitzende, der sich auf die Freien Wähler als Hauptgegner einschoss. Die seien jetzt auf Landesebene in der Mitverantwortung, wodurch sich ein „populistisches Schimpfen“ , wie sie es früher an den Tag gelegt hätten, verbiete. „Ich bin zum Beispiel gespannt, wie die Freien Wähler künftig mit dem Thema Flutpolder umgehen werden“, so Aumer.

Was den Kreisverband angeht, so habe er ihn vor acht Jahren „in schwieriger Zeit“ übernommen. Nach dem Verlust des Landrats-Amts und einiger Bürgermeister-Sessel bei den Kommunalwahlen 2014 sei mittlerweile ein wichtiges Ziel erreicht: Der Kreisverband samt Geschäftsstelle sei strukturell und personell neu aufgestellt. Man nehme auch Kritik ernst und arbeite etwa auch daran, die Öffentlichkeits- und Pressearbeit zu verbessern. Zudem suche man neue Kommunikationsformen mit den aktuell rund 2900 Mitgliedern, zuletzt etwa im „Projekt 20“. Bei der Umfrage sei auch die Zufriedenheit mit der Arbeit der Kreisvorstandschaft abgefragt worden. 83 Prozent der Mitglieder seien damit „sehr zufrieden“ oder zumindest „zufrieden“.

Kandidatenkür am 17. Juli

Für den Kommunalwahlkampf nannte Aumer zwei wichtige Termine: Am 21. Juni werden sich der Kreisvorstand und die eingesetzte Findungskommission abschließend mit der Kandidatenkür für den Landratsposten befassen, am 17. Juli soll der (die) Landrats-Kandidat(in) dann nominiert werden. Aus Kreisen der Delegierten hieß es, auch nach ihren Informationen sei diese Personalie aktuell noch völlig offen.

Klar ist dagegen seit Samstag das Führungspersonal des Kreisverbands. Peter Aumer, der wie seine Stellvertreter ohne Gegenkandidaten antrat, erhielt 153 von 165 abgegebenen Stimmen und ist damit der mit 93 Prozent wiedergewählte Kreisvorsitzende. Die Stellvertreter verbuchten ähnlich gute Ergebnisse für sich: Auf Sylvia Stierstorfer und Thomas Gabler entfielen jeweils 146 von 162 Stimmen (90 Prozent), für den Barbinger Bürgermeister Hans Thiel votierten 151 Delegierte (93 Prozent). Als der Jüngste in der Runde erhielt Kreisrat Matthias Beer, der auch im Landesvorstand der Jungen Union sitzt und deren Schatzmeister ist, 122 Stimmen (75 Prozent).

Am Rande der Delegiertenversammlung sagte Peter Aumer gegenüber unserer Redaktion, er habe sich gerne wieder als Kreisvorsitzender zur Verfügung gestellt und freue sich über das „tolle Ergebnis“. „Das spricht für unsere Geschlossenheit und die Akzeptanz der Vorstandschaft“, so Aumer. Auf die in den Bundestag nachrückende Regensburgerin Dr. Astrid Freudenstein angesprochen, sagte er, er freue sich über die Verstärkung aus der eigenen Partei, um die Belange der Region in Berlin zu vertreten. Besonders bei den Verkehrsthemen könne die Erfahrung Freudensteins aus dem Ministerium nur von Vorteil sein.

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