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Vorstellung

Regensburg will Frauen fördern

Frauen sind in Kunst und Wissenschaft in der Minderheit. Ein Regensburger Preis soll Abhilfe schaffen und Frauen fördern.
Von Anna-Leandra Fischer

Prof. Dr. Wolfgang Baier (OTH Regensburg, v.l.), Dieter Daminger (Stadt Regensburg), Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Prof. Dr. Udo Hebel (Uni Regensburg) und Prof. Stefan Baier (HfKM) stellten den Preis vor. Foto: Fischer
Prof. Dr. Wolfgang Baier (OTH Regensburg, v.l.), Dieter Daminger (Stadt Regensburg), Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Prof. Dr. Udo Hebel (Uni Regensburg) und Prof. Stefan Baier (HfKM) stellten den Preis vor. Foto: Fischer

Regensburg.Am Dienstag haben Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Dieter Daminger (Referent für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen) als Vertreter der Stadt Regensburg, die zwei Präsidenten von Uni und OTH und der Rektor der Musikhochschule (HfKM) den Regensburger Preis für Frauen in Wissenschaft und Kunst im Alten Rathaus vorgestellt. Dass die drei in der Domstadt ansässigen Hochschulen und die Stadt Regensburg gemeinsam einen solchen Preis ausloben sei bundesweit einzigartig, sagte Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH.

Der Preis ist mit einem Preisgeld von 15 000 Euro dotiert, das zur Förderung der weiteren Laufbahn der Professorinnen dienen soll. Damit ist er der höchstdotierte Preis, den die Stadt Regensburg vergibt. „Wir haben in Deutschland in Spitzenpositionen einen Frauenanteil, der nicht das repräsentiert, was Frauen in Wissenschaft und Kunst leisten“, sagte die Bürgermeisterin. Deswegen sei es wichtig, Wissenschaftlerinnen zu unterstützen. Mit dem Geldbetrag will die Jury gezielt wissenschaftliche Projekte fördern, weswegen die Bewerberinnen nach erster Interessensbekundung aufgefordert werden, ein genaues Konzept für die Verwendung des Gelds auszuarbeiten. Das Geld kann beispielsweise zur Forschung in einem bestimmten Teilgebiet eingesetzt werden.

Frauen in der Minderheit

Weibliche Professoren sind in Deutschland nach wie vor noch in der Minderheit, auch wenn schon nahezu 50 Prozent aller Promovierenden Frauen sind. Der Anteil an weiblichen Professoren wächst stetig, dennoch standen 36 126 Professoren im Jahr 2017 nur 11 442 Professorinnen entgegen. Der Preis will nun Frauen dazu ermutigen, eine Hochschulkarriere einzuschlagen. Besonders in von Männern dominierten Studienfächern sei hier noch viel zu tun, sagte Prof. Dr. Hebel. Mit der Auszeichnung einer Physikerin vor zwei Jahren wirke der Regensburger Preis in diese Bereiche hinein, so der Präsident der Uni Regensburg.

Der Regensburger Preis für Frauen in Wissenschaft und Kunst wird dieses Jahr zum dritten Mal verliehen. 2014 haben Dr. Sabine Amslinger (organische Chemie) und Dr. Babett Edelmann-Singer (Geschichte) gewonnen und sich das Preisgeld geteilt. 2017 ging der Preis an Dr. Sara Collins (Physik), die sich mit der Berechnung der Eigenschaften von Protonen und Neutronen befasste. Die am Dienstag Anwesenden betonten, dass sich auch Frauen auf den Preis bewerben könnten, die gerade nicht an einer Hochschule arbeiten, sondern beispielsweise in der freien Wirtschaft tätig sind, aber den Willen haben, sich wissenschaftlich einer neuen Herausforderung zu stellen. Die Bewerbungszahlen der zwei vergangenen Preisausschreibungen zeigen die steigende Akzeptanz Regensburger Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen hinsichtlich einer Chance zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung. Während sich 2014 gerade einmal vier Frauen für die Preise beworben haben, waren es 2017 schon elf Interessentinnen. Die Initiatoren erhoffen sich 2019 nun eine ähnlich hohe Bewerberzahl.

Wer bewertet die Bewerbungen?

Die Jury setzt sich aus der Bürgermeisterin, dem Referenten für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen, den Präsidenten bzw. dem Rektor der drei Regensburger Hochschulen sowie einer Vertreterin der Gleichstellungsstelle der Stadt und den Frauenbeauftragten der Hochschulen zusammen. Auch im Gremium soll ein Frauenanteil vertreten sein. Bis Ende Juli soll feststehen, wer den Preis gewonnen hat. Im Herbst 2019 findet ein Festakt zur Ehrung der Gewinnerin im Historischen Reichssaal der Stadt Regensburg statt.

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