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Kommunalwahl

Schlegl will nicht mehr kandidieren

Christian Schlegl (CSU) stellt sich 2020 nicht mehr für den Stadtrat Regensburg zur Wahl. Er setze andere Schwerpunkte.

Christian Schlegl ist nur noch bis 1. Mai 2020 im Regensburger Stadtrat. Foto: altrofoto.de
Christian Schlegl ist nur noch bis 1. Mai 2020 im Regensburger Stadtrat. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Aus familiären und beruflichen Gründen will Christian Schlegl 2020 nicht mehr für den Stadtrat kandidieren. Er teilte diesen Entschluss dem CSU-Kreisvorsitzenden Michael Lehner schriftlich in einer E-Mail mit: „Ich habe auf die Aufforderung zur Rückmeldung für die CSU-Stadtratsliste 2020 im Juni keine Bewerbung abgeben.“ Nach fast 18 Jahren im politischen Ehrenamt und mehr als 30 Jahren Tätigkeit im (vor-)politischen Raum treffe er eine solche Entscheidung nicht ohne einen emotionalen Rückblick auf sehr schöne, erfolgreiche Zeiten der politischen Arbeit.

„Allerdings möchte ich nun die politische Phase in meinem Leben zumindest unterbrechen, um mich auf die für mich derzeit wichtigsten Schwerpunkte zu konzentrieren“, heißt es in der E-Mail weiter.

Christian Schlegl arbeitet in München

Schlegl begründet seine Entscheidung mit familiären und beruflichen Verpflichtungen. Er habe vier Kinder unter acht Jahren und eine Arbeitsstelle in München. Der Mittelbayerischen sagte Schlegl, ein Stadtrats-Mandat zusammen mit vier Kindern und der beruflichen Situation sei in dieser Konstellation nicht vereinbar. Auf Dauer befürchte er, dem Anspruch nicht gerecht zu werden. Er wünsche der CSU den verdienten Erfolg für die Kommunalwahlen 2020 und bleibe natürlich stets in engem Schulterschluss zu seiner Partei.

Michael Lehner, Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Regensburg-Stadt, bedauerte den Entschluss. Er sagte zur Mittelbayerischen: „Wir verlieren einen honorablen und sehr versierten Lokalpolitiker, der sich in allen Planungsthemen auskennt. Ich hoffe, dass er mit dieser Entscheidung glücklich wird. Er könne diese aber gut nachvollziehen, da Schlegl durch das tägliche Pendeln nach München und seine vier Kinder gut ausgelastet sei.

Ob er danach wieder in die Politik zurückkehre, ließ Schlegl offen: „Sag niemals nie.“ Er habe immer viel Herzblut in die politische Arbeit gesteckt.

2014 trat Schlegl für die CSU als OB-Kandidat in Regensburg an. Er verlor in der Stichwahl gegen Joachim Wolbergs.

Anklage gegen Schlegl

Der Ex-OB-Kandidat trat im Prozess gegen Wolbergs auch in den Zeugenstand und geriet selbst in den Fokus der Staatsanwaltschaft. Seit April liegt die Anklage gegen den ehemaligen Oberbürgermeisterkandidaten der CSU bei der siebten Strafkammer am Landgericht Regensburg zur Prüfung. Ihm werden von der Staatsanwaltschaft Beihilfe zur Steuerhinterziehung, Verstoß gegen das Parteiengesetz und falsche uneidliche Aussage im Prozess gegen Joachim Wolbergs, Volker Tretzel, Norbert Hartl und Franz W. vorgeworfen.

Die Anklage habe nach eigenem Bekunden kaum eine Rolle bei dem Verzicht auf die Stadtrats-Kandidatur gespielt. Diese sei zwar nicht angenehm, aber es habe auch keinen Druck gegeben, auf die Kandidatur zu verzichten, so Schlegl. (sl)

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