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Energiewende

Kein Gegenwind für Trassen

In Schwandorf und Regensburg informiert Tennet über die Stromtrasse in Planung. Mit Gegenwehr rechnet der Konzern nicht.
Von Katharina Eichinger, MZ

Tennet plant vorrangig mit einer Erdverkabelung, so dass keine Hochspannungsleitungen das Landschaftsbild beeinflussen.
Tennet plant vorrangig mit einer Erdverkabelung, so dass keine Hochspannungsleitungen das Landschaftsbild beeinflussen. Foto: dpa

Regensburg.2025 soll sie kommen – die Stromtrasse, deren Verlauf unter anderem durch die Oberpfalz führen wird. Neun Tage lang finden derzeit in betroffenen Landkreisen Fachplanungsforen statt, die Landräte, Bürgermeister, Verbände, Behörden und Bürgerinitiativen informieren sollen. So auch am vergangenen Montag in Schwandorf und gestern in Regensburg.

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Von einer konkreten Planung ist Tennet noch weit entfernt. Aktuell geht es darum, den kürzesten Weg zwischen den beiden Netzverknüpfungspunkten Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt und Isar bei Landshut zu finden. „Es geht nicht um einen konkreten Trassenverlauf“, sagt Gesamtprojektleiter Andreas Herath von Tennet. Auch Aussagen zu einem Kostenrahmen könnten noch nicht getroffen werden.

Transparenz im Vordergrund

Es gehe eher darum, die „vorgegebenen Kriterien mit dem Fachwissen der Region zu verknüpfen“, sagt Herath. „Und wir wollen die Öffentlichkeit frühzeitig einbinden.“ Zu beachten seien zum Beispiel Naturschutzgebiete, Waldstücke und Siedlungsbereiche.

Tennet rechnete beim Fachplanungsforum im Vorfeld nicht mit viel Gegenwehr. Die Diskussion sei sachlich, sagt Herath. Bei den im Herbst stattfindenden öffentlichen Veranstaltungen könne das anders aussehen. Die Bürger hätten oft weniger Vorwissen und müssten erst genauer informiert werden. Transparenz sei wichtig.

Grundsätzlich hätten die Bürger zwei Sorgen, sagt Martin Groll, Leiter der Tennet-Kommunikation in Deutschland. „Sie fragen sich: Warum braucht man diese Trasse?“ Der Bedarf sei vorhanden und wurde im Bundesbedarfsplangesetz festgeschrieben. Die zweite große Sorge komme von den Landwirten. Sie befürchten, dass bei einer Bodenverkabelung auf dem Kabel nichts mehr wächst, sagt Herath. Dabei könnte lediglich tief Verwurzeltes wie Bäume nicht mehr angepflanzt werden. Auch mit einer Bodenaustrocknung rechne man nicht.

Teilnehmer blieben ruhig

Große Bedenken äußerten die 18 Teilnehmer in Schwandorf nicht. „Die Energiewende hat gewisse Konsequenzen nach sich gezogen“, sagt Armin Schärtl, erster Oberbürgermeister von Nabburg. Wer A sagt, müsse auch B sagen. Wichtig ist ihm, dass die Bürger aufgeklärt werden. „Ich habe den Eindruck, dass das passiert.“

Die nächsten Schritte

  • Sommer/Herbst 2016:

    Es finden Fachgespräche zur Konkretisierung der Planungsmethodik statt. Im Anschluss sollen diese Erkenntnisse konkretisiert werden.

  • Herbst 2016:

    Der Vorschlag der Trassenkorridorsegmente – ein 1000 Meter breiter Bereich, in dem die Trasse verlaufen soll – wird veröffentlicht, Bürger werden informiert. Im Anschluss sollen die Segmente optimiert werden.

  • Winter/Frühjahr 2017:

    Hinweise werden ausgewertet und die Anträge werden auf Bundesebene ausgearbeitet (Bundesfachplanung).

  • Im Anschluss:

    Es sollen öffentliche Konferenzen und Erörterungstermine stattfinden. Das Ziel ist ein Planfeststellungsbeschluss, der Baurecht verschafft.

Auch Manfred Rodde, Bürgermeister des Marktes Schwarzenfeld, zeigt sich ruhig: „So wie es uns von Tennet erklärt wurde, ist die Stromtrasse nötig, um den Ausstieg aus der Kernenergie zu schaffen.“ Dass vorrangig auf Erdverkabelung gesetzt werde, stoße bestimmt auf Verständnis in der Bevölkerung. Eine fundierte Meinung könne man sich aber erst bei konkreter Planung bilden.

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