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Gemeinderat

Kommt eine Stromtrasse bei Zeitlarn?

Der Netzbetreiber Tennet prüft bis 2017 mögliche Verläufe durch Bayern. Das Ergebnis beeinflusst die Gemeindeentwicklung.
Von Ralf Strasser, MZ

Erdkabel für den Ausbau der neuen Stromtrassen
Erdkabel für den Ausbau der neuen Stromtrassen Foto: dpa

Zeitlarn. Die Gemeinde Zeitlarn entwickelt sich. Es stellt sich die Frage: Wohin soll die Reise gehen? Eine Art Fahrplan soll der Flächennutzungsplan werden, der zurzeit für das Gemeindegebiet aufgestellt wird. Zuständig ist auf fachlicher Seite der Stadtplaner Bernhard Bartsch, als Lauberer Bürger ein Kenner der Gemeinde. Insgesamt geht der Stadtplaner von einem Entwicklungsbedarf zwischen 30 und maximal 50 Hektar aus und hat geprüft, wo es auch Sinn macht.

Die Schwerpunkte wurden bereits in einer Klausurtagung der Gemeinderäte fixiert: etwa beim Mitterfeld, mit Ausdehnung nach Norden und Osten. Potenzial sieht Bartsch auch entlang des Wenzenbachs und bei einer Weiterentwicklung im Bereich Zeitlberg. Obwohl in Regendorf die Topographie die Entwicklung erschwert, gibt es dort Optionen, zum Beispiel im Bereich der Kapelle, in Neuhof und Laub. Zusammen ergeben sich Flächen mit maximal 35 Hektar.

Gewerbe wird angesiedelt

Auch Gewerbe soll angesiedelt werden. Es stehen vor allem die gewerbliche Nutzung bei Mühlhof und das interkommunale Projekt mit der Marktgemeinde Regenstauf auf der Agenda. Darüber hinaus gingen 15 Anträge bei der Gemeindeverwaltung ein, die sich primär mit gewünschter Wohnbebauung befassen. Ein Antrag auf Bau eines Radwegs von Riesen in Richtung altes Dorf wurde gestellt. Die Anträge für die Ortsteile Ödenthal, nördlich des Gebiets Mitterfeld, für Laub und Regendorf wurden in der Gemeinderatssitzung diskutiert und beschlossen oder abgelehnt. Dabei spielten ökologische Gründe wie Biotope oder Bannwaldgebiete eine Rolle, ebenso wie Außenbereiche, sinnvolle Erweiterungen von bestehenden Mischbauflächen oder reiner Wohnbebauung.

Beim neuen Flächennutzungsplan gehe es durchaus auch um Visionen, meinte Bartsch. „Die Zentralisierung geht weiter, der Raum Regensburg wird weiter wachsen“, sagte der Landschaftsarchitekt. Auch in Richtung Zeitlarn, und damit werde die Verkehrsentwicklung das Gemeindegebiet noch mehr als bisher beeinflussen. Je nach den Umfahrungsachsen, die dann infrage kämen, gäbe es Gedankenspiele, die die Aufstellung des Flächennutzungsplanes unmittelbar beeinflusst. Für den Planer geht es um Weichenstellungen. Er will den Blick in die Zukunft schon jetzt in die Überlegungen mit einfließen lassen.

„Für Zeitlarn wäre eine südliche Umfahrung sicherlich die bessere Lösung, dann würde der Bereich Zeitlberg für Wohnbebauung mehr in den Fokus rücken.“ Und es ergäben sich unter Umständen Lösungsansätze für die verkehrsgeplagten Bürger in Ödenthal. Noch bleibe es bei Visionen, die über den Flächennutzungsplan hinausgehen, „aber wir sollten das im Auge behalten.“

Spannend ist auch die Frage der Gleichstromtrassen, die vom Norden Deutschlands in den Süden führen. Im Gespräch ist dabei auch Zeitlarn. Der Stromnetzbetreiber Tennet prüft mögliche Wegverläufe. Zwar haben nun Erdkabel auf der Ostbayerntrasse von Sachsen-Anhalt nach Landshut Vorrang, deren Immissionswerte weit unter den Belastungsgrenzen liegen. Dennoch bleibt die Tatsache, dass die Erdverkabelung relativ nah an Wohnbebauung durchgeführt werden darf. „Das betrifft uns in der Planung natürlich und es kann relativ schnell gehen. Spätestens Anfang 2017 dürfte ein Ergebnis vorliegen.“

Gemeinde hat wenig Einfluss

Wie kann die Gemeinde Einfluss nehmen? „Relativ wenig“, befürchtet Bartsch. „Eine kommunale Bauleitplanung hat nur dann Einfluss, wenn wir Tennet mit einbinden mit einem Trassenvorschlag, etwa mit einer Route östlich von Zeitlarn. Das hat allerdings nur einen theoretischen Charakter. Wo genau diese letztendlich verlaufen sollen und ob Zeitlarn überhaupt betroffen sein wird, steht noch nicht fest. „Bei direkter, gerader Verbindung zwischen der Umspannstation Wolmirstedt und dem Kraftwerk OHU bei Landshut läge die Linie zwischen Wenzenbach und Bernhardswald und somit nicht im Gemeindegebiet Zeitlarn.“ Man müsse abwarten.

Wie geht es weiter mit der neuen Planung? „Wir gehen jetzt in die Fachstellenbeteiligung“, kündigte Bartsch an. „Parallel dazu werden wir eine frühzeitige Bürgerbeteiligung in den Ortsteilen machen.“ Eine mögliche Bebauung südlich Ödenthal, die auch Auswirkungen auf die örtliche Straßensituation haben wird, soll in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen behandelt werden. Man stehe immer noch am Anfang der Planungen.

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