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Umwelt

Proteste an der Strom-Baustelle

Donaustaufer Demonstranten zeigten „SuedOstLink“ die rote Karte. Auch Kinder machten bei der Aktion mit.
Von Petra Schmid

Am Ort der Probebohrungen für die Gleichstromtrasse in Donaustauf trafen sich Aktivisten und formulierten ihren Protest. Foto: Schmid
Am Ort der Probebohrungen für die Gleichstromtrasse in Donaustauf trafen sich Aktivisten und formulierten ihren Protest. Foto: Schmid

Donaustauf.Der geplante „SuedOstLink“ und die möglichen Auswirkungen der Stromtrasse sind der Ortsgruppe des Bund Naturschutz, dem Landesbund für Vogelschutz Bayern und dem Bürgerforum Donaustauf wichtig. Sie wollen jetzt die Gegenwehr gegen das Projekt im Ort anstoßen.

In etlichen Gemeinden hätte das Gleichstrom-Erdkabel für heftige Diskussionen und Gegenwehr gesorgt, jedoch in Donaustauf herrsche dazu weitgehend Schweigen, so die Organisationen. Mitten durch die Oberpfalz solle eine gigantische „Stromautobahn“ geführt werden, der „SuedOstLink“ des Netzbetreibers TenneT. Diese habe große Auswirkungen auf das Natur- und Landschaftsbild in der Region Regensburg. Besonders sensibel sei der Bereich um die Walhalla bei Donaustauf mit der Donauleiten. Die Stromtrasse würde ein wertvolles FFH-Gebiet und einen Bannwald auf Dauer mit einer 30 Meter breiten Schneise durchschneiden, erklärt Martha Glück, BN-Ortsvorsitzende, das Projekt.

Diskussion mit Experten

Zunächst luden die Organisatoren zu einer Informationsveranstaltung, bei der die Energie-Experten Dr. Herbert Barthel vom Bund Naturschutz und Christoph Bauer, Leiter der Bezirksgeschäftsstelle des Landesverbandes für Vogelschutz, zunächst den Trassenverlauf und die damit verbundenen Auswirkungen rund um Donaustauf aufzeigten.

Im Anschluss wurde ausgiebig mit den Experten diskutiert. Unter anderem wurde gefragt, wie die Energieversorgung in 20 bis 30 Jahren aussähe oder wer denn die Leitung brauche und wer diese bezahle. Strom sei bei uns definitiv nicht knapp, die Energieversorgung müsse nur „umgekrempelt werden und das Verhalten beim Energieverbrauch gesenkt werden“, meinte einer der Besucher.

Auf die Frage, wie es mit der Bodenerwärmung durch ein im Boden verlegtes Kabel aussehe und wie sich diese dann eventuell auf Biotope auswirke, antwortete Barthel: Dies sei kaum zu berechnen, es gebe keine Langzeitbetrachtungen.

Kritik an spärlichen Informationen

Nach dem Infoabend riefen die Organisatoren zu einer Protest-Aktion zu den Probebohrungen auf. Bei den Bohrungen soll die Beschaffenheit des Untergrunds festgestellt werden. Ausgerüstet mit Transparenten und Schildern folgten rund 50 Personen dem Protestaufruf. Die Landwirte Rupert Reisinger und Ewald Eigenstetter sahen vor Ort die Gefahr, dass das Waldsterben noch weiter fortschreite und sich eventuell Magnetfelder bilden würden. Ob es für die betroffenen landwirtschaftlichen Flächen eine Entschädigung für die zu erwartende Wertminderung gebe, sei noch nicht mitgeteilt worden, hob Eigenstetter hervor. Man werde als Eigentümer nur informiert, wo gebohrt werden solle, aber ansonsten seien die Informationen spärlich, kritisierte Josef Scheck. Hans Schmid aus Donaustauf gab zu bedenken, dass die Dammabdichtung auf der Sarchinger Donauseite beachtet werden müsse. Gattin Helga wünschte sich, dass sich Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder bei einer solchen Demonstration beteiligen würden.

Auch Kinder wie Lena (10 Jahre) machten bei der Protest-Aktion mit. Sie wolle sich informieren, denn das Thema sei auch für Kinder wichtig. Wenn die Trasse einmal fertig sei, sei es sicherlich kein schöner Anblick, wenn beispielsweise eine Schneise in den Wald geschlage wurde, erklärte Lena.

Zeitplan

  • Ende 2018:

    Ende dieses Jahres soll der Abschluss der Bundesfachplanung erfolgen. Die Bundesnetzagentur legt einen Korridor fest und das Planfeststellungsverfahren beginnt.

  • 2020/21:

    In zwei bis drei Jahren sei mit dem Abschluss des Genehmigungsverfahrens zu rechnen, erklärte Christoph Bauer vom Landesverband für Vogelschutz.

  • 2025:

    In wohl sieben Jahren sei mit dem Baubeginn und der Umsetzung der Maßnahme zu rechnen, sagte Bauer als Zeitplan für die Realisierung.

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