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Energie

Proteste gegen die Stromtrasse

Tennet und Politiker stellten das Projekt „Süd-Ost-Link“ in Steinsberg vor. Die Diskussion war emotional stark aufgeladen.
Von Monika Bucher

Steinsberg, Eitlbrunn und Loch wehren sich gegen eine Variante des Projekts, die direkt an den Ortschaften vorbeiführen könnte. Foto: Bucher
Steinsberg, Eitlbrunn und Loch wehren sich gegen eine Variante des Projekts, die direkt an den Ortschaften vorbeiführen könnte. Foto: Bucher

Steinsberg.Der CSU-Ortsverband Steinsberg veranstaltete unter der Regie von Vorsitzendem Maximilian Eigl einen Infoabend für die Bürger zum derzeit viel diskutierten Thema „Stromtrasse Süd-Ost-Link“ im Saal der Gaststätte Waldschänke, unterstützt vom Bürgertreff Steinsberg/Eitlbrunn/Loch (StEiL).

Bei der Veranstaltung gab es viele Proteste und Einwände der rund 200 Anwesenden mit oftmals emotional stark aufgeladenen Diskussionen. Als Mitarbeiter der Netzbetreiberfirma Tennet stellten Dr. Andreas Schieder, Rene Queren und Carolin Kürth das Projekt vor. Rede und Antwort standen auch Bundestagsabgeordneter Peter Aumer und Bürgermeister Siegfried Böhringer.

Schieder erklärte den Bedarf und die Notwendigkeit der Trasse. Geplant sei ein Gleichstromerdkabel. Die Gesamtkosten bezifferte er auf vier bis fünf Milliarden Euro. Der Süd-Ost-Link sei ein zentraler Bestandteil der Energiewende und eine Anbindung an den windreichen Nordosten. Der Kohlestrom werde reduziert.

Variante steht noch nicht fest

Gleichwohl betonte Schieder, dass noch keine Variante fix sei und alle Versionen geprüft würden. Die Entscheidung liege endgültig bei der Bundesnetzagentur. Die Trasse für die Arbeiten umfasse eine Breite von rund 35 Metern.

Eine Frage aus dem Publikum betraf die Entschädigung für die Landwirte. Es gebe, so Schieder, eine einmalige Zahlung. Nach Abschluss der Arbeiten sei der Ackerbau wieder uneingeschränkt möglich. Freigehalten werden müsse der Streifen nur von Gebäuden und Bäumen. Eine Erderwärmung sei kaum bemerkbar und liege bei rund zwei Grad. „Die von den Bauern befürchteten Ernteeinbußen und Einschränkungen bei der Bewirtschaftung wird es so nicht geben.“ Den Einwurf der Bürger für eine dezentrale Energieversorgung wies er mit dem damit nicht zu deckenden Strombedarf von großindustriellen Betrieben wie BMW zurück.

Bürgerinitiative

Stromtrasse Südostlink weckt Widerstand

Die „BI Walhalla Landschaft gegen die Monstertrasse (SuedOstLink)“ befürchtet massive Veränderungen durch den Bau.

Queren zeigte den aktuellen Planungsstand auf. Erklärt wurde auch der Bauablauf und Betrieb einer Gleichstromerdkabeltrasse. Im Dezember 2017 erfolgte die Festlegung für Abschnitt D von Pfreimd bei Schwandorf bis nach Isar im Raum Landshut durch die Bundesnetzagentur. Zu Fragen nach der Strahlengefährdung stellte er dar, dass beim Einsatz von Erdkabeln das elektrische Feld durch metallische Aufbauelemente mit Kabelmänteln abgeschirmt werde. Zu Befürchtungen einer Radonbelastung und zu Fragen nach gesundheitlichen Auswirkungen für nachfolgende Generationen verwies Queren auf die definitive Einhaltung bestehender Grenzwerte. Der Gesetzgeber habe auch für Stromleitungen Werte in der Bundesimmissionsschutzverordnung festgelegt, die dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung entsprächen. Diese gesetzlichen Grenzwerte würden deutlich unterschritten, versicherte er.

A 93-Variante ist aus dem Spiel

Unmut kam im Publikum darüber auf, dass der Trassenverlauf entlang der A93 aus dem Rennen genommen wurde. Laut Queren gab es eine Engstelle bei Diesenbach, an der der Verlauf nicht realisierbar sei. Als Gründe nannte er das Wasserschutzgebiet und vor allem die sehr nahe Bebauung an der Autobahn.

Bürgermeister Siegfried Böhringer erinnerte daran, dass er bereits bei den letzten Bürgerversammlungen in Eitlbrunn und Steinsberg den Trassenverlauf gezeigt habe. Die Gemeinde habe auch bei der BNetzA Einspruch eingelegt. MdB Peter Aumer sagte, dass 2022 der endgültige Atomausstieg bevorstünde und damit regenerative Energien notwendig würden, um die bayernweite Energieversorgung sicherzustellen. Zum Abschluss der Diskussionen stellte Christian Engl von StEiL noch einmal klar, dass die Bürger definitiv gegen die Trasse sind.

Mehr Berichte rund um den geplanten Stromtrassen finden Sie in unserem MZ-Spezial!

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