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Stadtrat

Stromtrassenpläne sorgen für Spannung

Über das Vorgehen Berchings entbrannte ein Schlagabtausch zwischen Bürgermeister Eisenreich und Stadtrat Josef Mayer.
Von Tom Müller

Die Stromtrassenpläne beschäftigten den Berchinger Stadtrat.
Die Stromtrassenpläne beschäftigten den Berchinger Stadtrat. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Berching.Protestieren oder abwarten, bis die neuen Stromtrassenpläne feststehen? Im Berchinger Stadtrat (Pettenkoferplatz 12) gingen die Meinungen über das weitere Vorgehen auseinander. Es war ein Thema, das zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen Bürgermeister Ludwig Eisenreich (CSU) und Stadtratsmitglied Josef Mayer (SPD) geradezu einlud.

Die möglichen neuen Stromtrassenpläne der Bundesnetzagentur brachten die Gemüter in der Stadtratssitzung am Dienstagabend gehörig in Wallung. Mayer warf Eisenreich vor, in der Ablehnung der womöglich durchs Gemeindegebiet Berching führenden Trassenführung nicht aktiv genug zu sein. „Sie verschlafen die Entscheidung und drücken sich vor der Arbeit“, hielt er dem Bürgermeister vor.

Der allerdings hielt Mayer „Angstmache bei der Bevölkerung“ entgegen und wehrte sich vehement gegen die Vorwürfe. Hinsichtlich der Einwände gegen die von Bundeswirtschaftsminister Gabriel überraschend veränderten Trassenpläne seien alle Fristen gewahrt worden. Bis zum 15. Mai sei eine Stellungnahme gegen den „Netzentwicklungsplan 2024“ abzugeben gewesen, was auch Berching getan hatte.

Mehr Opposition sei derzeit weder hilfreich noch sinnvoll, „schon gar nicht von einer einzelnen Gemeinde. Wir müssen das alle gemeinsam angehen, aber erst, wenn wir konkrete Pläne auf dem Tisch haben“, so Eisenreich.

Rückendeckung für Eisenreich

In diesem Punkt bekam er Rückendeckung vom Klimaschutzmanager des Landratsamts Neumarkt, Walter Egelseer, der als Fachmann zur Ratssitzung hinzugezogen worden war.

Noch wisse niemand, wie die neuen Pläne aussehen werden. Ein unkoordiniertes und verfrühtes Vorgehen sei daher wenig zielführend. Egelseer informierte die Stadträte auch über die Pläne zur Elektromobilität im Landkreis Neumarkt. Er stellte verschiedene Stromnetzbetreiber und die unterschiedlichen Systeme und Hersteller von Ladestationen für so genannte „E-Bikes“ vor.

An den Stadträten war es nun, eine Grundsatzentscheidung für oder wider eine Beteiligung von Berching am Projekt zu fällen. Diese allerdings konnten sich nicht dazu durchringen und wollen das Thema in einer der weiteren Sitzungen erneut diskutieren.

Neue Pläne zur Stromtrasse

  • Netzentwicklungsplan:

    Seitens der Politik wird im Netzentwicklungsplan das Projekt P53 favorisiert. Dieses sieht eine Aufrüstung der bestehenden 220-Kilovolt-(kV)-Stromleitungen auf 380 kV vor. Kritiker gehen davon aus, dass die bestehenden Strommasten dafür deutlich vergrößert und verbreitert werden müssten.

  • Gesundheit: Durch die höhere Spannung, so die Befürchtungen, steige die Strahlung und die Gesundheitsbelastung. Der Landkreis Neumarkt hat sich gegen das Projekt P53 ausgesprochen und fordert eine dezentrale regionale Stromerzeugung. Im Landkreis werden rund 80Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt.

Auf die nächste Sitzung verschoben wurde ferner ein Entscheid hinsichtlich der Mehrkosten für die Sanierung des Feuerwehrzentrums Berching. „Die vorgelegten Unterlagen seitens der Architekten hatten es den Baureferenten unmöglich gemacht, dem Stadtrat eine klar nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage zu liefern“, so Baureferent Manfred Rackl. Auch der Rechnungsprüfungsausschuss sah sich aus diesen Gründen zu keiner begleitenden Prüfung befähigt.

Einstimmig entschieden wurde in der Folge allerdings über die Anschaffung eines Versorgungslastkraftwagens für die Feuerwehr Berching. Hierfür war im Haushalt bereits ein Budget von 60000 Euro bereitgestellt worden.

Stadtrat gab seine Zustimmung

Ausdrücklich zugestimmt wurde vom Stadtrat im weiteren Verlauf der Sitzung einer Idee des Stadtentwicklungsvereins „Gemeinsam für Berching“ zur Verleihung eines Berchinger Altstadtpreises. Eine Bewerbung hierfür sei nicht vorgesehen, erklärte Projektmanager Christian Eisner.

Stattdessen treffe ein Gremium alljährlich im September eine Vorauswahl, über die eine achtköpfige Jury entscheiden werde. Der Stadtrat wählte aus seinen Reihen Karlheinz Frenzel und Stephan Zeller in diese Jury. Verliehen werde eine noch zu entwerfende Skulptur. Es werde keinen Geldpreis geben, erklärte Eisner, „weil man mit keiner Summe würdigen kann, was jemand für Berching unternimmt“.

Abschließend erteilte der Stadtrat für die Jahresrechnung 2014 der Stadt und der Spitalstiftung auf Basis der Rechnungsprüfung die Entlastung.

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