MyMz

Politik

Südostlink: Wiesent wehrt sich

Die Gemeinde fürchtet starke Einschränkungen und viele Nachteile. Eine Stellungnahme listet eine Vielzahl an Argumenten auf.
Von Peter Luft

Die Gemeinde Wiesent befürchtet, dass die geplante Stromtrasse Südostlink ihre Entwicklungsmöglichkeiten (im Bild ein entstehendes Baugebiet in Kruckenberg) stark einschränkt. Foto: Peter Luft
Die Gemeinde Wiesent befürchtet, dass die geplante Stromtrasse Südostlink ihre Entwicklungsmöglichkeiten (im Bild ein entstehendes Baugebiet in Kruckenberg) stark einschränkt. Foto: Peter Luft

Wiesent.Von der geplanten Trassenführung der Stromtrasse Südostlink ist auch die Gemeinde Wiesent betroffen. Mit einer Stellungnahme an die Bundesfachplanung im Rahmen der Behörden- und Beteiligung der Öffentlichkeit verweigert die Kommune das Vorhaben im Genehmigungsverfahren. Mit diesem Thema beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Die Verwaltung um Geschäftsleiter Klaus Eschbach hatte als Stellungnahme der Gemeinde einen Einspruch in Form eines fünfseitigen Schriftstücks erarbeitet. Darin werden die Gründe, die aus der Sicht der Gemeinde Wiesent zur Ablehnung des Trassenverlaufs führen, detailliert dargelegt. Es sei eine Stellungnahme, die langfristige Faktoren berücksichtige. Die Stromtrasse würde besonders die städtebauliche Entwicklung der Kommune stark beschränken, sagte Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher. „Gefährdet ist auch die Wasserversorgungsanlage der Gemeinde.“ Dies sei alles nicht hinnehmbar. „Hier besteht Klärungspotenzial“, unterstrich die Bürgermeisterin. „Steinbruch, Autobahn, Flutpolder, die Ölleitung Mero und jetzt noch Stromtrasse. Was sollen wir noch alles hinnehmen? Wiesent ist in seiner Entwicklung durch diese Projekte stark eingeschränkt“, betonte Kerscher.

Gesamtbetrachtung gefordert

Die Gemeindechefin ging auf verschiedene Themen in der Stellungnahme ein. So schaffe der Vorschlagskorridor der Stromtrasse weitere Bauverbotszonen und mache dadurch Entwicklungsmöglichkeiten zunichte. „Wir fordern eine Gesamtbetrachtung der geplanten Maßnahme“, unterstrich Kerscher. Die Zerschneidung geschlossener Waldgebiete, die Beeinträchtigung auch im Gewerbegebiet, Nachteile für die Land- und Forstwirtschaft, das Naherholungsgebiet, Natur und Landschaft, Bodendenkmäler sowie der Arten- und Biotopschutz sind weitere Punkte in der Stellungnahme, auf die die Bürgermeisterin hinwies.

Sie gab den Mitgliedern des Gemeinderats als Hausaufgabe mit, darüber nachzudenken, ob es eventuell noch weitere Punkte gibt, die sich für die Stellungnahme eignen. „Wir können alles zu Papier bringen“, sagte 2. Bürgermeister Herbert Hanwalter. 3. Bürgermeister Alfred Stadler wollte noch zwei Zusatzpunkte zum Landschaftsschutz einbringen.

Es gebe bei diesen Einsprüchen verschiedene Zuständigkeiten, was die Ämter anbelangt, sagte Eduard Ebenbeck. Das sei schon ein Problem. „Deshalb ist es notwendig, dass wir bei Veranstaltungen zu solchen Projekten immer vertreten sind“, erklärte Kerscher. Der Gemeinderat stimmte geschlossen für den vorgelegten Entwurf der Stellungnahme.

Protest

Stromtrasse: Über 100 Bürger gründen BI

Die „Energiewender“ aus Brennberg wollen hartnäckig sein, Aktionen planen und Mitstreiter gegen den SüdOstLink mobilisieren.

Die Frage, ob die Gemeinde dem Naturpark „Oberer Bayerischer Wald“ beitreten soll, war das nächste Thema. Die Bürgermeisterin verwies auf die sieben Handlungsfelder, bei denen die Gemeinde Wiesent über das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) auch mit der Nachbargemeinde Brennberg verbunden sei.

Weitere Auflagen befürchtet

„Ich befürchte, hier gibt es später Auflagen für die Bebauung im Gemeindebereich. Das wäre eine weitere Einschränkung für die Gemeinde“, warf Josef Zimmerer jun. ein. Auch Heinrich Rösch jun. meinte, er sehe da für die Gemeinde keine Vorteile. „Man sollte die Fördermittel nicht außer Acht lassen“, sagte 2. Bürgermeister Hanwalter. Der Gemeinderat beschloss mit 9:2 Stimmen den Beitritt.

Der Gemeinderat entschied in der Sitzung außerdem über sechs Bauanträge. Die Bürgermeisterin gab bekannt, dass noch bis 30. Juni beim Landratsamt Regensburg Vorschläge für das Fahrradkonzept des Landkreises abgegeben werden können. Die Gemeinde Wiesent erhält als Fördermittel für den Umbau des Kinderhauses 800000 Euro.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht