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Energie

Vorschläge der Bürger sind gefragt

Der Dialog über den Ersatzbau des TenneT-„Ostbayernrings“ geht in Schwandorf in die nächste Runde. Gesucht wird die beste Variante.
Von Hubert Heinzl

Die 185 Kilometer lange Höchstspannungstrasse von Redwitz nach Schwandorf soll erneuert werden.
Die 185 Kilometer lange Höchstspannungstrasse von Redwitz nach Schwandorf soll erneuert werden. Symbolfoto: dpa

Schwandorf.Beim geplanten Neubau des „Ostbayernrings“ setzt Betreiber TenneT weiter auf die Mitwirkung der Bürger. Wie berichtet, will das Unternehmen den „Ostbayernring“, die bestehende 185 Kilometer lange Höchstspannungsleitung von Redwitz im Landkreis Lichtenfeld bis nach Schwandorf erneuern, um die Kapazitäten den Erfordernissen der Energiewende anzupassen. Der geplante Neubau soll im Prinzip auf der bestehenden Trasse erfolgen, doch manchmal macht die Topographie den Planern einen Strich durch die Rechnung. Im westlichen Stadtgebiet von Schwandorf, in Irlaching und Ettmannsdorf, rückt die bestehende Stromtrasse so nahe an die Wohnbebauung, dass eine Verlegung erforderlich ist. Die Frage ist nur, wohin.

Bei der Suche nach dem optimalen Trassenverlauf ist die Ortskunde der Betroffenen gefragt. Angelaufen ist die Bürgerbeteiligung mit einem sogenannten Infomarkt im Oktober, bei dem die Anwohner in den betroffenen Ortsteilen sich informieren und ihre Anregungen an TenneT weitergeben konnten. Aber dabei soll es nicht bleiben. Denn die Schwandorfer sollen nicht nur mitreden, sondern auch mitplanen können.

Arbeit in der „Bürgerwerkstatt“

Wie das vor sich geht, wird bei einer öffentlichen Auftaktversammlung am 16. Januar im Schwandorfer Piusheim erläutert. Auch hier haben betroffene Bürger die Möglichkeit, Anregungen und Vorschläge einzubringen. Am darauffolgenden Samstag, 17. Januar, geht es dann schon zur Sache: Im Rahmen einer sogenannten „Bürgerwerkstatt“ erarbeiten interessierte Schwandorfer zusammen mit TenneT und Vertretern der Stadt erste Kriterien und Vorgaben für Trassenalternativen im westlichen Stadtgebiet.

Aus naheliegenden Grünen können aber natürlich nicht alle interessierten Bürger an der Planung mitwirken. Die Projektarbeit konzentriert sich auf das sogenannte Trassenuntersuchungsteam (TUT), für das sich insbesondere Bürger aus den Ortsteilen Irlaching, Richt, Krondorf, Ettmannsdorf, Naabsiegenhofen, Gögglbach, Dachelhofen, Büchelkühn, Neukirchen und Haselbach noch bewerben können. Aus allen Bewerbungen werden anschließend die TUT-Mitglieder ausgewählt. Ihre Aufgabe wird es sein, „einen möglichst konfliktarmen und allgemeinverträglichen Trassenverlauf für Anwohner und Umwelt zu entwickeln“, wie es in einer Darstellung des Stromtrassenbetreibers TenneT heißt.

Gleichrangige Varianten

Die Arbeit des Bürger-Gremiums soll aber nicht nur hinter verschlossenen Türen ablaufen. Bei einer öffentlichen Abschlussveranstaltung am Samstag, 18. April, werden die vom TuT ermittelten Trassenvarianten der Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt. Der Planungsprozess ist durchaus ergebnisoffen, wie TenneT-Pressesprecher Markus Lieberknecht auf Anfrage der MZ erläuterte. „Am Ende kann sich das Trassenuntersuchungsteam auf einen Vorschlag einigen. Es können sich aber auch verschiedene Varianten herauskristallisieren, die gleichrangig ins Verfahren eingebracht werden.“ Gemeint ist das Raumordnungsverfahren, in dem die Regierung der Oberpfalz alle Trassenvarianten für den neuen „Ostbayernring“ überprüft.

Mit dem neuen Modell der Bürgerbeteiligung hat TenneT nach eigenen Angaben durchwegs gute Erfahrungen gemacht. „Bereits im Oktober vergangenen Jahres wurde in der Stadt Windischeschenbach ein vergleichbares Beteiligungsformat mit durchweg positiver Resonanz gestartet“, fasst Ina Haffke, TenneT-Referentin für Bürgerbeteiligung ihre Einschätzung zusammen. Die Bürger seien „sehr motiviert“ und suchten „nach konstruktiven und allgemeinverträglichen Lösungen für alle Beteiligten“. Zwar sei es nicht immer leicht, die rechtlichen und technischen Bestimmungen beim Trassenbau mit den Bedürfnissen der Anwohner in Einklang zu bringen. Doch eine gemeinsame Planung mit den Bürgern vor Ort sei „der der beste Weg, um den Trassenverlauf bestmöglich zu optimieren“, zeigt sich überzeugt.

Die Bürgerbeteiligung

  • Das Projekt

    Stromnetzbetreiber TenneT will den „Ostbayernring“, die 185 Kilometer lange Höchstspannungsleitung zwischen Redwitz und Schwandorf erneuern und dabei die Übertragungskapazität mehr als verdoppeln.

  • Die Trasse

    Der Neubau erfolgt im wesentlichen entlang der bestehenden Trasse. An einzelnen Engstellen, unter anderem im westlichen Stadtgebiet von Schwandorf, ist allerdings ein alternativer Trassenverlauf erforderlich.

  • Das Verfahren

    Die alternativen Trassenverläufe werden in einem Projektteam unter intensiver Beteiligung der Bürger in einem „Trassenuntersuchungsteam“ (TuT) erarbeitet. Mit am Tisch sitzen Vertreter von TenneT und der Stadt Schwandorf.

  • Mitarbeit

    Bewerbungen interessierter Anwohner für die Mitarbeit im TuT sind noch möglich bei Bürgerreferentin Ina Haffke, Tel. 0921/50740-4070 oder per E-Mail unter ostbayernring@tennet.eu.

  • Termine

    Eine öffentliche Auftaktveranstaltung, bei der über Ersatzneubau und Bürgerbeteiligung informiert wird, findet am Freitag, 16. Januar, von 17 bis 22 Uhr im Piusheim statt. Ab 16 Uhr ist Infomarkt.

  • Bürgerwerkstatt

    Eine Bürgerwerkstatt schließt sich am Samstag, 17. Januar, von 9.30 bis 17 Uhr im Piusheim an. Dabei sollen Kriterien für die Entwicklung der Trassenvarianten festgelegt werden. Alle Interessenten aus den betroffenen Ortsteilen sind willkommen. (hh)

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