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Bahn

Zugstrecke mit Tradition

Der Bundesverkehrsminister will 150 Jahre alte Verbindung zwischen München und Prag modernisieren.
Von Maria Gruber, MZ

Regensburg. Wer mit dem Zug von München nach Prag reisen möchte, muss viel Zeit einplanen. Fast sechs Stunden dauert die Fahrt, wer schneller sein möchte, muss umsteigen – in den Bus. Der Grund: Die Strecke zwischen Regensburg und Pilsen ist nicht elektrifiziert, zwischen Schwandorf und der tschechischen Biermetropole ist die Strecke sogar nur eingleisig.

Dafür hat die Eisenbahnverbindung München-Prag eine lange Geschichte, eine 150-jährige, um genau zu sein. Und dieses Jubiläum wird am Montag in Furth im Wald gebührend gefeiert: „Seit dem Zusammenschluss der bayerischen Ostbahn mit der böhmischen Westbahn im Jahre 1861 hat die direkte Bahnverbindung München-Prag über Furth im Wald die Entwicklung dieser Region positiv geprägt“, sagt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, der wie sein tschechischer Kollege Pavel Dobes an dem Festakt teilnimmt.

Einer modernen grenzüberschreitenden europäischen Schienenverbindung entspricht die Strecke heute nicht mehr – das weiß auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. So soll die Eisenbahn-Verbindung von München über Regensburg und Pilsen nach Prag zu einer Schnellstrecke ausgebaut und dafür die Donau-Moldau-Bahn, eine 148 Kilometer lange Strecke zwischen Regensburg und Pilsen neu- bzw. ausgebaut werden. Das Ziel Ramsauers: Die Großstädte München, Regenburg, Pilsen und Prag sowie die Regionalzentren Landshut, Schwandorf und Cham im Personenverkehr sowie im Güter- und im Regionalverkehr besser zu verbinden.

Im gleichen Atemzug weist das Bundesverkehrsministerium auf die hohen Kosten hin – denn die Strecke führe durch topografisch schwieriges Gelände. Dennoch strebe die Region die Aufnahme des Vorhabens in den nächsten Bundesverkehrswegeplan an. „Wir stehen mit der tschechischen Seite und dem Freistaat Bayern in einem ständigen und engen Austausch, um die Modernisierung dieser wichtigen Schienenverbindung wirtschaftlich möglich zu machen“, sagt Ramsauer. Kritiker wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder (SPD) aus Wernberg-Köblitz haben aber wenig Hoffnung, dass diese „Vision in absehbarer Zeit“ verwirklicht wird. Denn zumindest alle bisherigen Vorschläge in diese Richtung hätten sich als unwirtschaftlich herausgestellt, erklärt die SPD-Politikerin. Schieder ist überzeugt: „Grundvoraussetzung für die Verbesserung des Schienenverkehrs in Ostbayern ist die Elektrifizierung der Strecke Hof-Regensburg. Erst wenn das geschehen ist, kann man weiterdenken.“

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