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Udo Hebel ist neuer Uni-Rektor

Der Hochschulrat der Universität Regensburg wählt Professor Dr. Udo Hebel zum neuen Rektor. Er tritt im April 2013 die Nachfolge von Thomas Strothotte an.
Von Louisa Knobloch, MZ

Prof. Dr. Udo Hebel (Foto: Universität Regensburg)

Regensburg. Der Hochschulrat der Universität Regensburg hat in seiner Sitzung an diesem Freitag Prof. Dr. Udo Hebel zum neuen Rektor der Universität Regensburg gewählt. Hebel tritt damit die Nachfolge von Professor Dr. Thomas Strothotte an. Die Abstimmung im Hochschulrat erfolgte als geheime Wahl. Die Amtszeit des neuen Rektors beginnt am 1. April 2013 und beträgt acht Semester; eine Wiederwahl ist zulässig.

Strothotte zeigte sich auf MZ-Anfrage „etwas überrascht“ über den Ausgang der Wahl. Zu Motiven für seine Abwahl wollte er sich nicht äußern. Seine Amtszeit sei eine erfolgreiche gewesen, was die Leistungen der Universität betreffe, so Strothotte mit Verweis auf die Erfolge beim „Qualitätspakt Lehre“ und der Exzellenzinitiative. Die Universität habe zum ersten Mal seit zehn Jahren auch wieder einen Hochschulentwicklungsplan, der Ziele für die Zukunft festschreibt. „Ich bin durchaus stolz darauf, was die Universität in den letzten vier Jahren geschafft hat und bin auch stolz, dass ich Teil davon gewesen bin“, sagte Strothotte. In den verbleibenden neun Monaten seiner Amtszeit wolle er das Amt so gewissenhaft ausüben wie bisher – „und dann ziehe ich erhobenen Hauptes von dannen.“ Seinem Nachfolger gratulierte er zur Wahl: „Ich wünsche ihm alles Gute und eine glückliche Hand bei der Leitung der Universität.“

Ernst Baumann, der Vorsitzende des Hochschulrates, sagte, er habe großen Respekt vor der Leistung Strothottes. „Der neue Rektor muss den Hochschulentwicklungsplan genauso konsequent umsetzen, wie es die jetzige Hochschulleitung tut“, so Baumann. Auch die von Strothotte erfolgreich begonnenen Verbindungen in das Umfeld solle Hebel weiter ausbauen.

Hebel selbst zeigte sich im Gespräch mit der MZ erfreut über seine Wahl. Als Ziele für seine Amtszeit nannte er die Internationalisierung, die stärkere Verankerung der Universität in Stadt und Region sowie die Nachwuchsförderung und die weitere erfolgreiche Positionierung der Universität Regensburg in der Forschungslandschaft.

„Das Amt des Rektors ist eine schöne große Herausforderung“, so Hebel. Der Wechsel aus dem unmittelbaren Lehr- und Forschungsbetrieb auf den Rektorposten sei eine Umstellung. Als Prorektor für Studium und Lehre war Hebel von 2006 bis 2008 bereits Mitglied der Regensburger Universitätsleitung, „insofern kenne ich einige der Abläufe.“ Ein wichtiges Anliegen ist ihm auch die zukunftsorientierte Finanzierung der Hochschulen. In den vergangenen Jahren seien die Universitäten gewachsen und bräuchten ausreichend Mittel vom Freistaat. „Wir können nicht ständig steigende Aufgaben in Forschung und Lehre mit weniger Ressourcen bewältigen.“

Von Seite der Studierenden hieß es, man hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Hebel. „Wir hoffen, dass er der Stärkung der Studierendenvertretung positiv gegenübersteht, damit wir die Stimme der Studierenden positiv einbringen können“, sagte Franziska Hilbrandt vom Studentischen Sprecherrat. „Ich bin fest überzeugt, dass es eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Studierenden gibt“, sagte Hebel gegenüber der MZ. „Als Prorektor für Studium und Lehre war ich ja auch sehr dicht an den Studierenden dran und in meiner Zeit als Dekan der größten Fakultät hier an der Universität haben wir immer sehr konstruktiv zusammengearbeitet.“

Für Wirbel sorgte am Wahlvormittag eine Pressemitteilung, die per E-Mail an mehrere Medien geschickt wurde. In dieser Mitteilung wurde der angebliche Ausgang der Rektorwahl vermeldet. Die Universität Regensburg kündigte an, in diesem Zusammenhang Strafanzeige stellen zu wollen, da die Mitteilung „inhaltlich vollständig falsch“ sei und einen „persönlichkeits- und rufschädigenden Inhalt“ habe.

Udo Hebel, Jahrgang 1956, studierte Amerikanistik, Anglistik, Germanistik und Pädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1982 schloss er sein Studium mit dem ersten Staatsexamen ab; 1984 erhielt er das zweite Staatsexamen. In Mainz promovierte er sich 1988 zum Dr. phil. 1995 habilitierte er an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und erhielt die Lehrberechtigung für das Fach „American Studies“. Es folgten Aufenthalte als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter an der University of Michigan in Ann Arbor und der Harvard University (USA).

Von 1990 bis 1995 war er Assistenzprofessor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1995 wurde er auf eine Professur für Amerikanische Literaturwissenschaft und Kulturgeschichte an der Universität Potsdam berufen. 1996 bis 1998 war er Professor für Nordamerikanische Literaturwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 1998 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Amerikanistik/American Studies an der Universität Regensburg. Von 2006 bis 2008 war er zudem als Prorektor für Studium und Lehre Mitglied der Regensburger Universitätsleitung.

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