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Bayern erwartet 18 000 Flüchtlinge

Vor 25 Jahren waren Asylbewerber größtes innenpolitische Streitthema. Derzeit kommen wieder viele Flüchtlinge, doch die CSU hält den Ball tief.

Ankunft von Asylbewerbern in einem Wohnheim: Bayern rechnet mit einem Zustrom von Flüchtlingen wie seit 1996 nicht mehr. Foto: dpa

München. Staatsregierung und Landkreise stellen sich in diesem und im nächsten Jahr auf den größten Zustrom von Flüchtlingen seit den neunziger Jahren ein. In diesem Jahr werden 18 

000 Aylbewerber erwartet, im nächsten in etwa noch einmal so viele, sagte Sozialministerin Emilia Müller (CSU) am Donnerstag in München. So viele Flüchtlinge waren zuletzt in den Jahren 1995 und 1996 nach Bayern gekommen. Zur Unterbringung wollen die Behörden nach Möglichkeit leerstehende Kasernen nutzen. Voraussichtlich werden in manchen Landkreisen aber auch wieder Wohncontainer aufgestellt werden.

„Wir sind in den Landkreisen an gewisse Grenzen gestoßen“, sagte Landkreispräsident Jakob Kreidl (CSU). Bisher wurden vielerorts leerstehende Gasthöfe und Pensionen angemietet, aber das Angebot an leerstehenden Immobilien geht allmählich zur Neige. „Wir haben kaum mehr Möglichkeiten, in den Regionen private Unterkünfte zu finden“, sagte Kreidl, Landrat im oberbayerischen Miesbach. Bisher fest eingeplant sind für das nächste Jahr lediglich 2500 neue Plätze in Gemeinschaftsunterkünften.

Anders als in den achtziger Jahren macht die CSU aber aus den Asylbewerbern kein innenpolitisches Streitthema. „Oberstes Gebot ist für mich, dass Bayern schutzbedürftigen Menschen Schutz bietet“, sagte Müller. Die Sozialministerin ist derzeit auf der Suche nach neuen Standorten sogenannter Erstaufnahmeeinrichtungen für die Flüchtlinge. Anstelle einer großen Unterkunft seien auch mehrere kleine denkbar, sagte sie. Die Gespräche mit Bezirksregierung und Kommunen laufen.

Jugendliche Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern nach Bayern kommen, will Müller die Unterbringung in den Asylbewerberunterkünften komplett ersparen. Sie sollen stattdessen in Jugendheimen wohnen, wo sie besser betreut werden sowie Schulabschluss und Ausbildung machen können. „Wir wollen in Zukunft keinen einzigen mehr in eine Gemeinschaftsunterkunft geben“, sagte Müller. Dabei geht es vor allem um 150 Jugendliche, die derzeit noch in München in der ehemaligen Bayernkaserne untergebracht sind. (dpa)

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