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Flüchtlinge treten in den Hungerstreik

Seit einer Woche protestieren Flüchtlinge gegen ihre Unterbringung vor dem Bayerischen Sozialministerium in München. Jetzt sind sie im Hungerstreik.

In den vergangenen Wochen kam es in München immer wieder zu Protesten von Flüchtlingen und deren Unterstützern. Foto: dpa

München/Böbrach.Die Flüchtlinge, die seit vergangener Woche vor dem bayerischen Sozialministerium in München campieren, sind am Mittwochnachmittag in den Hungerstreik getreten. Die sechs Männer aus dem Senegal fordern eine Schließung ihres Flüchtlingslagers im niederbayerischen Böbrach (Landkreis Regen) und eine Unterbringung an einem anderen Ort.

Die bayerische Sozialministerin Emilia Müller (CSU) lehnte die Forderungen am Mittwochabend auf epd-Anfrage ab: „Ich bleibe dabei, dass eine Unterbringung an jedem Ort in Bayern zumutbar ist. Das schließt eine Unterbringung in Böbrach ein.“ Dass Asylbewerber ausschließlich in Ballungsräumen lebten, sei nicht möglich.

Außerdem kritisierte die Ministerin die Entscheidung der Flüchtlinge zum Hungerstreik: Es gehe nicht, „sich durch öffentliche Proteste einen Aufenthaltsort zu erzwingen“. Der Rechtsstaat sei nicht erpressbar. Zu Gesprächen mit den protestierenden Asylbewerbern sei sie aber bereit, „auch gemeinsam mit der Regierung von Niederbayern in Landshut oder vor Ort in Böbrach und mit der Böbracher Bevölkerung“.

Die Forderungen der Flüchtlinge seien „absolut nachvollziehbar“, sagte Alexander Thal, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrates, dem epd. Das Haus mit 80 Plätzen sei zwar in keinem schlechten Zustand. „Aber es gibt kein anderes Lager in Bayern, das so abgelegen ist. Diese isolierte Lage treibt fast alle Flüchtlinge, die dort untergebracht sind, in den Wahnsinn.“ Er appellierte an die Sozialministerin, die Unterkunft in Böbrach zu schließen. Schon seit Jahren habe es in dem Lager immer wieder Proteste von Flüchtlingen gegeben.

Bereits im Juni hatten rund 50 Asylbewerber auf dem Münchner Rindermarkt mit einem Hunger- und Trinkstreik bundesweit für Aufsehen gesorgt. (epd)

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