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Kriminalität

Kripo Amberg rollt Frauenmord wieder auf

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sollen die Amberger Ermittler auf die Spur des Mörders von Gertrud Kalweit führen.

Der Tatort: Hier wurde die 38 Jahre alte Gertrud Kalweit ermordet. Foto: Kriminalpolizeiinspektion Amberg
Der Tatort: Hier wurde die 38 Jahre alte Gertrud Kalweit ermordet. Foto: Kriminalpolizeiinspektion Amberg

Amberg.Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg gründet im Mordfall Kalweit aus dem Jahr 1980 die „Ermittlungsgruppe Stadtgraben“ und will den Fall neu aufrollen. Das teilten am Samstag Staatsanwaltschaft Amberg und das Polizeipräsidium Oberpfalz in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Die Tat ereignete sich im März 1980 und liegt damit annähernd 39 Jahre zurück. Das Opfer, die damals 38-jährige Gertrud Kalweit, war ermordet im Amberger Stadtgraben gefunden worden. Ermittler der Kripo Amberg versuchen nun erneut, auch auf Basis der neuesten wissenschaftlichen und kriminaltechnischen Möglichkeiten, mit der eigens im Oktober 2018 gegründeten Ermittlungsgruppe „EG Stadtgraben“ die Tat aufzuklären. Für sachdienliche Hinweise, die zur Tataufklärung führen, ist zwischenzeitlich eine Belohnung von 10 000 Euro ausgesetzt.

Serie

Sex-Mord im Stadtgraben

Ostbayerns ungelöste Mordfälle: Die Arbeiterin Gertrud Kalweit wird 1980 in Amberg vergewaltigt und bestialisch getötet.

Trotz intensivster Ermittlungen, unmittelbar nach Entdeckung der Tat und umfangreichen Recherchen in den Jahren danach, gelang es bislang nicht, das Gewaltverbrechen aufzuklären. Durch die „EG Stadtgraben“ der Kripo Amberg, angesiedelt bei der Mordkommission, erfolgte zuletzt in enger Zusammenarbeit mit dem Kommissariat „Spurensicherung und -auswertung“ – bereits ein intensives Studium der Fallakten, die über zehn große Ordner füllen.

Pensionierte Ermittler helfen

Sehr hilfreiche Unterstützung erfahren die Beamten dabei auch von ehemals mit dem Fall befassten Ermittlern. Sechs ehemalige Kollegen steuerten Kenntnisse bei. „Bei der wiederkehrenden Fallbetrachtung und dem Aktenstudium ergaben sich neue Fragestellungen, die wir klären wollen“, sagt Kriminaloberrat Gerhard Huf, Leiter der Kripo Amberg. „Wir lassen nichts unversucht, um den Mordfall aufzuklären.“

Eng begleitet werden die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Amberg, die unter anderem Anordnungen für aufwendige Untersuchungen an dem noch vorhandenen Spurenmaterial erlassen hat. Das Aufrollen dieses Cold-Case-Falles mit erneuter, intensiver Fallbetrachtung erfolgt, weil Mord nicht verjährt.

So geschah die Tat

Das 38-jährige Opfer war in der Nacht vom 20. auf den 21. März 1980 sexuell missbraucht und ermordet worden. Ein Passant fand die Tote am Morgen gegen 6.30 Uhr, in einem Gebüsch im Stadtgraben. Aufgrund der bisher vorliegenden Erkenntnisse gehen die Ermittler davon aus, dass die Ermordete gegen 23.10 Uhr alleine zu Fuß vom Kreisverkehr am Nabburger Torplatz über den oberen Alleeweg in Richtung Wingertshofer Tor unterwegs war. Etwa auf Höhe der Firma Deprag dürfte sie vom Täter überwältigt und in den Stadtgraben gezogen worden sein. Dort verging sich der Täter an der Frau und fügte ihr unter anderem Schlag- und Stichverletzungen zu, an denen sie letztlich starb.

Das Bayerische Landeskriminalamt hat für sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro ausgelobt. Auch wenn die Tat bereits viele Jahre zurück liegt, erhoffen sich die Ermittler neue Ermittlungsansätze oder Informationen zum Geschehen in der Tatnacht. Die Ermittlern ermuntern, alle Wahrnehmungen – auch solche vom Hörensagen und wenn sie noch so unwichtig erscheinen – zu melden. Nur Informationen die der Polizei auch bekannt seien, könnten auf einen möglichen Tatzusammenhang geprüft werden. Hinweise nimmt die Kripo Amberg unter der Nummer (0 96 21) 89 00 entgegen.

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