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Verkehr

Schnee legt Verkehr in Bayern lahm

Bei Berchtesgaden sitzen 350 Menschen fest, in Niederbayern wird vor Autofahrten gewarnt. Bäume könnten knicken.

Fahrzeuge fahren bei dichtem Schneetreiben im Schritttempo: Starke Schneefälle behindern den Verkehr. Foto: Patrick Seeger/dpa
Fahrzeuge fahren bei dichtem Schneetreiben im Schritttempo: Starke Schneefälle behindern den Verkehr. Foto: Patrick Seeger/dpa

Deggendorf.Nach starkem Schneefall sitzen bei Berchtesgaden rund 350 Menschen fest und müssen per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt werden. Eine Lawine hat eine Straße in Marktschellenberg teilweise verschüttet. Rettungskräfte suchten am Mittwoch nach möglichen Verschütteten, wie die Polizei mitteilte. Zunächst war unklar, ob Fahrzeuge oder Menschen von dem Abgang betroffen waren.

Autos und ein Schneepflug fahren auf einer verschneiten Straße in Berchtesgaden (Bayern). Foto: Tobias Hase/dpa
Autos und ein Schneepflug fahren auf einer verschneiten Straße in Berchtesgaden (Bayern). Foto: Tobias Hase/dpa

Wegen des starken Schneefalls sollen die Menschen in Niederbayern nach Möglichkeit auf Autofahrten nach Deggendorf verzichten. Wie die Behörden am Mittwochmorgen mitteilten, brachen in der Region mehrere Bäume unter der Schneelast. Zahlreiche Straßen wurden für den Verkehr gesperrt. Die Hauptzufahrtsstraßen aus den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau nach Deggendorf seien deswegen teilweise nicht zu befahren, erklärten das Landratsamt und die Polizei. Die Behörden rechneten nicht damit, dass sich die Lage bis zum Mittwochmittag beruhigen werde.

Lawinengefahr wächst stündlich

Bei Schneefall sind Autofahrer am Mittwochmorgen auf der Autobahn 9 im Norden Münchens mehr als 20 Kilometer im Stau gestanden. Nach Angaben des ADAC lag der Zeitverlust im Berufsverkehr bei fast einer Stunde. Die Fahrzeuge stauten sich von Pfaffenhofen an der Ilm bis zum Autobahnkreuz München-Nord in Fahrtrichtung München. Auch auf den anderen Fernstraßen nach München bildeten sich Staus. In den Morgenstunden hatte es in der bayerischen Landeshauptstadt nach Tauwetter wieder angefangen zu schneien. Bei Busse und Bahnen in der Region kam es zu Beeinträchtigungen.

Autofahrer brauchen Geduld

Auch auf der A8 kommt es zu Behinderungen: Wegen eines querstehenden Transporters auf der Autobahn 8 brauchen Autofahrer am Mittwochmorgen im Berufsverkehr viel Geduld. Die Autobahn sei in Richtung München zwischen Friedberg und Dasing (Landkreis Aichach-Friedberg) voll gesperrt, sagte ein Polizeisprecher am Morgen in Augsburg. Der Transporter habe zwei Autos auf einem Anhänger geladen und stehe quer über alle Fahrspuren. Wie lange die Vollsperrung andauern wird, war zunächst unklar. Nach den Angaben des Sprechers ist die Bergung des Transporters wegen der vereisten Fahrbahn schwierig.

Schneechaos legt den Zugverkehr lahm. Foto: dpa
Schneechaos legt den Zugverkehr lahm. Foto: dpa

Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Schneeverwehungen im Landkreis Cham. Bis Donnerstag könnten Straßen und Schienenwege stellenweise unpassierbar sein.

Die Gemeinde Jachenau (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) ist nur noch durch eine schmale Straße mit der Außenwelt verbunden. Damit den Bewohnern in den kommenden Tagen nicht das Essen ausgeht, soll ein Lastwagen Lebensmittel in den Ort liefern. Wegen zahlreicher unter der Schneelast umgekippter Bäume bleibt die Staatsstraße nach Lenggries und Walchensee bis voraussichtlich Freitag gesperrt.

Ein Auto fährt bei dichtem Schneefall über eine Straße. Foto: Monika Skolimowska
Ein Auto fährt bei dichtem Schneefall über eine Straße. Foto: Monika Skolimowska

Die Lawinengefahr in den österreichischen Alpen wird stündlich größer, auch in Bayern rechnen die Meteorologen mit noch mehr Schnee. Über das Chaos freuen können sich nur einige Schulkinder. Die Wetterlage in Bayern und Österreich wird vielerorts zu einer immer größeren Bedrohung. Nachdem am Dienstag bereits in einigen Teilen der Steiermark die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen wurde, gilt dies seit Mittwoch auch in den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich. „Das Risiko von großen Lawinenabgängen ist sehr, sehr hoch“, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Steiermark, Harald Eitner, der Deutschen Presse-Agentur.

Autos fahren auf einer verschneiten Straße. Foto: Darek Delmanowicz/PAP/dpa
Autos fahren auf einer verschneiten Straße. Foto: Darek Delmanowicz/PAP/dpa

Erwartet werden sowohl für große Teile Österreichs als auch für Bayern weitere teils ergiebige Schneefälle. Die Behörden rechnen daher damit, dass noch mehr Straßen gesperrt werden müssen. Im oberbayerischen Landkreis Miesbach sowie in den steirischen Gemeinden Pölstal, Hohentauern und Pusterwald wurde Katastrophenalarm ausgerufen. In den bayerischen Alpengebieten gilt flächendeckend die zweithöchste Lawinenwarnstufe.

Bei der höchsten Lawinenwarnstufe besteht die Gefahr, dass sich spontan viele sehr große oder auch extrem große Lawinen lösen können – und das auch in mäßig steilem Gelände. Der stellvertretende Landeschef der Steiermark, Michael Schickhofer, riet am Dienstagabend allen Bürgern und Touristen, an sicheren Orten zu bleiben, Absperrungen ernst zu nehmen und unnötige Aktivitäten im freien Gelände zu unterlassen. Das bayerische Forstamt wies darauf hin, dass Bäume durch die schwere Schneelast umstürzen oder abbrechen können. Vor allem im Süden und Südosten Bayerns sollten sich die Bürger daher möglichst nicht im Wald aufhalten und unter Bäumen generell vorsichtig sein.

Wetter

Die nächste Schneewalze rollt heran

Südbayern rüstet sich für ein weiteres Winterchaos. Besonders heftig erwischt es wohl erneut das Bergland.

In vielen Landkreisen in Bayern haben die Kinder weiter schulfrei. In Bad Wörishofen sperrte die Stadt vorübergehend die Eissporthalle wegen Einsturzgefahr. Durch den Schnee auf dem Dach der Halle sei die zugelassene Dachlast deutlich überschritten. Wegen des starken Windes sei eine Räumung des Daches vorläufig nicht möglich. Mindestens bis Mittwoch sollte die Eishalle daher geschlossen bleiben.

In der Steiermark wird derweil beraten, in welchen Gebieten die Menschen ihre Häuser und Höfe verlassen müssen. Katastrophenschützer Eitner erklärte, dass in dem österreichischen Bundesland derzeit rund 280 Gebäude von möglichen Lawinen bedroht seien, weil sie in sogenannten Roten Zonen liegen. Damit sind Areale gemeint, die erfahrungsgemäß von Lawinen erreicht werden können. Die örtliche Lawinenkommission und der jeweilige Bürgermeister hätten in jedem Einzelfall zu entscheiden, ob die Menschen die Gefahrengebiete verlassen müssen. Am Dienstagabend waren rund 2000 Menschen in dem Bundesland von der Außenwelt abgeschnitten oder nur schwer erreichbar.

Hier geht es zum Bayern-Teil.

Weitere Polizeimeldungen aus Bayern finden Sie hier.

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