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Kein Platz für die Nazis

Die Stadtgesellschaft hat den Neonazis deutlich ihre Abscheu und Ablehnung signalisiert. Der massenhafte Protest am Samstag gegen die Braunen war breit gestreut, auch überraschend jung, kreativ überzeugend, beispielgebend. Wann hat es das in der Domstadt je gegeben? Antifa, Kirchenvertreter, Politiker, Gewerkschafter und viele andere stoppten die Neonazis.

Der Polizei kann man für ihr Einsatzkonzept nur danken. Sie war präsent, griff konsequent ein, wirkte aber auch deeskalierend. So verhindert man Randale. Einmal mehr ging es nämlich darum, Gewaltbereite aus dem linken wie rechten Spektrum zu trennen und auf Distanz zu halten.

Es ist eigentlich unglaublich. Da spielen sich Rechtsextreme als Retter des christlichen Abendlandes auf. Sie fordern dabei den Segen und Schutz Gottes ein und präsentieren sich als Wahrer der christlichen Tradition in Regensburg. Wie, bitteschön, lassen sich praktizierte Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Gewalt, Hetze und Menschenverachtung mit der christlichen Botschaft vereinbaren? Christentum und NPD-Propaganda sind nicht kompatibel. Man kann Feuer und Wasser nicht versöhnen. Gut und Böse schließen sich aus. Jesus starb nach Ansicht gläubiger Christen für alle Menschen. In der Hitlerzeit starben „alle für einen“, für den Diktator nämlich. Das machte Pfarrer Dr. Gustav Rosenstein in seiner bemerkenswerten Rede auf dem Regensburger Neupfarrplatz deutlich. Er forderte zum Bekennertum auf. 7000 Bekenner hatte er an diesem 3. Oktober 2009 vor sich.

Am Tag der Deutschen Einheit sind die Hassprediger und Rattenfänger der NPD mit Schimpf und Schande aus der Domstadt vertrieben worden. Sie haben noch nicht einmal den Platz erreicht, den sie ursprünglich ansteuerten. Nun wollen sie im Dezember wiederkommen und erneut demonstrieren. Gut zu wissen, dass Regensburg bestens vorbereitet ist, um wieder ein deutliches Signal gegen Rechts zu senden.

von Karl-Heinz Weigel, MZ

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