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Rummelsberg: Wirbel um Eintrag in Internet-Lexikon

Pfarrer Karl Heinz Bierlein, Vorstandsvorsitzender der Rummelsberger Anstalten der Inneren Mission e.V. und Rektor der Rummelsberger Brüderschaft, ist von seinem Amt zurückgetreten.

Nach dem Rücktritt des in Missbrauchsverdacht geratenen Rektors der Rummelsberger Anstalten, Karl Heinz Bierlein, sorgt nun ein Eintrag im Internet-Lexikon Wikipedia für Wirbel. Nach Angaben der evangelischen Landeskirche vom Montag war in dem Online-Lexikon schon Stunden vor dem offiziellen Rücktritt Bierleins am vergangenen Donnerstag von dessen „Amtsenthebung“ die Rede.

Es treibe dort offensichtlich jemand ein „ziemlich eigentümliches Spiel“, sagte ein Sprecher der Landeskirche. Mittlerweile seien die entsprechenden Einträge gelöscht. Man wolle den Online-Autoren mit Hilfe der Polizei ausfindig machen und rechtliche Schritte gegen ihn einleiten. Jeder kompetente Nutzer ist zu Einträgen in das offene Internet-Lexikon befugt.

Bierlein soll Diakonieschüler bei der Arbeit an einem Buchprojekt sexuell bedrängt haben und war am Donnerstag von all seinen Ämtern zurückgetreten. Die evangelische Kirche in Bayern zeigte sich von den Vorwürfen gegen den Pfarrer überrascht. Man fühle sich wegen der Schwere der Vorwürfe genötigt, den Fall gründlich zu überprüfen.

Die Kirche habe disziplinarrechtliche Ermittlungen eingeleitet, erklärte der Sprecher weiter. Zum aktuellen Ermittlungsstand werde man sich aber nicht äußern. Die Handlungsfähigkeit der Rummelsberger Anstalten sei durch die Tatvorwürfe aber „in keiner Weise betroffen“, da die im Amt verbliebenen Vorstandsmitglieder Michael Herrmann und Andrea Heußner die Geschäfte weiter führten.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg hat im Fall Bierlein unterdessen Vorermittlungen eingeleitet. Derzeit prüfe die Staatsanwaltschaft, ob Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten des Pfarrers vorlägen, erklärte Justizsprecher Andreas Quentin. Ein Ermittlungsverfahren sei gegen den ehemaligen Rektor der Rummelsberger Anstalten bisher aber noch nicht in Gang gesetzt worden.

In einer Stellungnahme hatte Bierlein am Sonntag erklärt, es sei „eine Fehlentscheidung“ gewesen, „fachliches Interesse, seelsorgerische Empathie und die Rolle als Vorgesetzter zu vermengen“. Sein Rücktritt sei aber nicht als Schuldeingeständnis in juristischem und dienstrechtlichem Sinne zu sehen.

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