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München.tv zu Gast im Trainingszentrum "Polizeieinsatzzentrale" in Ainring

AINRING/BAMBERG. Im Frühjahr 2015 wurde das neue Trainingszentrum "Einsatzzentrale" beim Fortbildungsinstitut der Bayer. Polizei in Ainring/Berchtesgadener Land, in Betrieb genommen. München.tv informierte sich kürzlich vor Ort und berichtete über die professionelle Aus- und Fortbildung.

Hier finden Sie den Link zur Sendung "110 - Das Polizeimagazin" mit einem10-minütigen Beitrag "EZ-Trainingszentrum"

Im Beisein des Leitenden Ministerialrates Georg Ringmayr aus dem Innenministerium und des Präsidenten der Bayerischen Bereitschaftspolizei, Wolfgang Sommer, nahm das Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei (BPFI) in Ainring im Frühjahr 2015 offiziell das neue Trainingszentrum Einsatzzentrale (EZ) in Betrieb.

Circa 50 Gäste, unter anderem aus Politik, Polizei, Behörden, Organisationen, Institutionen mit Sicherheitsaufgaben, darunter auch Gäste aus Österreich, waren gekommen.

Der Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei, Wolfgang Sommer, ging in seiner Rede auf die Bedeutung der Einsatzzentralen und die damit verbundene Qualitätssteigerung und Professionalisierung bei der Notrufsachbearbeitung sowie im Einsatzmanagement ein. “Ziel ist ein spürbarer Mehrwert und Nutzen für unsere Bürger sowie die Steigerung der Sicherheit der eingesetzten Kräfte“, so Sommer.

Jene Polizeibeamte, die in der Einsatzzentrale die Anrufe der Bürger entgegen nehmen, sind in vielerlei Hinsicht gefordert und für dieses Spezialgebiet professionell ausgebildet, was das BPFI in Ainring seit vielen Jahren auf hohem Niveau tut.

Nicht nur technische und taktische Abläufe sind in kurzer Zeit zu entscheiden und zu bedienen, sondern auch der psychologische Aspekt spielt eine wichtige Rolle. So lernen die Beamten in ihren Seminaren am BPFI zum Beispiel durch Psychologen, wie sie als Notrufstelle mit aufgeregten und besorgten Anrufer umgehen und sie beruhigen können.

Sommer sprach weiter davon, dass die Bürger von ihrer Polizei im Notfall Professionalität, Schnelligkeit, Respekt und Zuverlässigkeit erwarten können. Durch den Einsatz moderner Techniken wie Digitalfunk und GPS kann Hilfe noch schneller geleistet werden.

Zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich auch Leitender Ministerialrat Georg Ringmayr, der in Vertretung des Landespolizeipräsidenten gekommen war.

Wie Institutsleiter, der Leitende Polizeidirektor Johann Peter Holzner, in seiner Einführung erklärte, sei das Vorhaben in Rekordzeit von etwa einem halben Jahr realisiert worden und das Ergebnis des nahtlosen Zusammenwirkens von Institutionen und vor allen Dingen vieler hochmotivierter Menschen. Die Schulungsumgebung ermöglicht im neuen Großlehrsaals das Training der Anwendungen, die die Seminarteilnehmer später bei ihrer Tätigkeit in den Einsatzzentralen in der Realität vorfinden.

Das neue Trainingszentrum EZ verfügt über 14 Arbeitsplätze mit je vier Monitoren für das Einsatzleitsystem und sonstige EDV-Anwendungen. Jeder Arbeitsplatz verfügt zudem über einen IDECS-Monitor (Integrated Dispatch and Emergency Control System, das ist die zentrale Funkleittechnik in der Einsatzzentrale). Insgesamt befinden sich somit 70 Bildschirmarbeitsplätze im Trainingszentrum Einsatzzentrale. Insgesamt wurden über vier Kilometer Kabel verlegt.

Mit Einführung des Sprach-Kommunikations-Systems (SKS) erfolgt die Bedienung über einen entsprechenden SKS-Monitor. Voraussichtlich steht das SKS im Trainingszentrum EZ in Ainring und in den zehn Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei ab 2016 zur Verfügung.

Die Präsentationen der Polizeifachlehrer im neuen Trainingszentrum EZ im Fortbildungsinstitut in Ainring werden über sechs Beamer an die Stirnseite des 21,40 Meter langen Großlehrsaals abgerufen.

Stolz zeigte sich auch der zuständige Fachbereichsleiter, Polizeioberrat Gerhard Holzinger, der insbesondere auf die Inhalte der Seminare einging. An einem praktischen Beispiel demonstrierten Polizeifachlehrer, wie im konkreten Fall vom Notruf des Bürgers bis zur schnellen Hilfe ein Einsatz abläuft.

Wenn Bürger in Not bei der Polizei anrufen, dann landen sie über die Telefonnummer 110 in der Einsatzzentrale des jeweiligen Präsidiums - im Berchtesgadener Land ist dies zum Beispiel das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. Allein im Dezember 2014 liefen in den Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei durchschnittlich rund 5.000 Notrufe pro Tag ein, die rund 4.100 Einsätze auslösten.

Im Zuge ihrer Organisationsreform in den Jahren 2004 bis 2009 hat die Bayerische Polizei die Polizeidirektionen aufgelöst und ihre Struktur von vier auf drei Ebenen reduziert. Damit einher ging, dass in jedem Präsidium leistungsfähigere Einsatzzentralen mit neuester Technik entstanden sind und der Digitalfunk mit seinen vielen Vorteilen den Analogfunk ablöst.

Weitere Informationen:

Das Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei (BPFI) in Ainring schulte im Jahr 2014 über 11.600 Beamte und Angestellte der Bayerischen Polizei in fast 870 Seminaren mit 300 unterschiedlichen Themen mit Wissen „am Puls der Zeit“. Hierfür steht geballte Kompetenz von Fachlehrern und Experten aus den Fachbereichen Einsatz und Verkehr, Kriminalistik/Kriminologie, Recht, Informationsmanagement sowie Führung und Gesellschaftswissenschaften zur Verfügung. Oberste Prämisse ist die Praxisnähe, dafür gibt es unter anderem das neue Trainingszentrum EZ, ein modernes Labor für Kriminaltechnik, einen Speziallehrsaal für Stabsarbeit und ein Videovernehmungszimmer. Dabei handelt es sich national und international um Vorzeigeprojekte, wo die Bayerische Polizei in der Fortbildung eine Vorreiterrolle einnimmt.

Das BPFI gehört dem Verband der Bayerischen Bereitschaftspolizei an, die mit ihren fast 6.000 Beamten und Beschäftigten der zweitgrößte Polizeiverband in Bayern und wesentlicher Eckpfeiler der inneren Sicherheit ist. Aufgabe der Bayerischen Bereitschaftspolizei sind unter anderem Einsatz, Aus- und Fortbildung und Einstellung. Sitz des Präsidiums ist Bamberg, Präsident ist Wolfgang Sommer.

www.polizei.bayern.de

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