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Strategisches Innovationszentrum feiert 10-jähriges Bestehen - Präsident Peter Dathe: „Die rasante technologische Entwicklung und die damit auch einhergehende globale Vernetzung des Wissens ist eine hohe Herausforderung für die Polizei.“ -

Fürstenfeldbruck/München – Mit einer Fachtagung zu Früherkennung und Sicherheitsforschung in der Polizei feierte das Strategische Innovationszentrum (SIZ) der Bayerischen Polizei am Donnerstag im ehrwürdigen Churfürstensaal der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Fürstenfeldbruck sein 10-jähriges Bestehen

Das Thema der Fachtagung wurde vom Bayerischen Landekriminalamt (LKA) - in dessen Dezernat für Innovation, Forschung und Prävention das SIZ eingebunden ist - angesichts der zunehmenden Bedeutung der strategischen Früherkennung und Sicherheitsforschung für die Polizei und der vielfältigen Aktivitäten des Strategischen Innovationszentrums auf diesem Feld gewählt.

Drei wichtige Ziele hatten sich die Experten des SIZ für die Tagung gesetzt. So sollte den anwesenden Besuchern die aktuelle technologische und strategische Entwicklung in der Sicherheitsforschung aufgezeigt, die vielfältigen Möglichkeiten in der Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure vorgestellt und grundsätzlich für dieses wichtige Thema sensibilisiert werden.

Zahlreiche Führungskräfte aus der Bayerischen Polizei waren der Einladung des Bayerischen Landeskriminalamtes gefolgt, allen voran Landespolizeipräsident Waldemar Kindler.

Landespolizeipräsident Waldemar Kindler hob in seiner Rede die Bedeutung des SIZ hervor: „Das interdisziplinäre Team bestehend aus Wissenschaftlern verschiedenster Fachrichtungen und Polizeibeamten vereint im SIZ unmittelbar polizeilichen und wissenschaftlichen Sachverstand und schafft wertvolle Synergieeffekte und Innovationen für die Polizei.“

„In den nächsten 20 Jahren sind relevante Entwicklungen für die Sicherheitsforschung in völlig unterschiedlichen thematischen Bereichen zu erwarten. Strategische Entscheidungen der Polizei müssen von dem Anspruch getragen sein, Zukunft aktiv zu gestalten“, so LKA-Chef Peter Dathe.

In das Thema „Sicherheitsforschung“, das vom SIZ federführend für die Bayerische Polizei - auch über die Landesgrenzen hinaus - vertreten wird, gab der Leiter des SIZ, Dr. Robert Mizia, den Gästen umfassende und interessante Einblicke. Die Chancen der Sicherheitsforschung aus Sicht der Deutschen Hochschule der Polizei beleuchtete darüber hinaus Dipl. Ing. Dietrich Läpke.

Über Technologie-Monitoring und seine konkrete Ausprägung im Bundeskriminalamt (BKA) in Form des „Technologie-Radars“ referierte Leitender Kriminaldirektor Peter Sehr, der auch die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren in der Sicherheitsforschung beleuchtete.

Die Programme zur Sicherheitsforschung auf nationaler und EU-Ebene waren Thema des Vortrags von Dr. Steffen Muhle (Verein Deutscher Ingenieure – Technologiezentrum GmbH (VDI TZ)).

Die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit der Polizeibehörden mit Forschungseinrichtungen wurden den Anwesenden zum einen von Prof. Dr. Klaus Thoma vom Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik in Freiburg aus Sicht der Wissenschaften nähergebracht. Zum anderen griff Michael Barth vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) das Thema im Hinblick auf die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Industrie und Polizeibehörden aus Sicht eines Wirtschaftsverbandes auf.

Praktische Anwendungen aus dem Bereich der Sicherheitsforschung stellte abschließend Prof. Dr. Peter Leibl von der Hochschule München dar. Das Projekt „HUSSA“ beschäftigt sich insbesondere mit dem Auffinden und Sichern von Humanspuren (z. B. Fingerabdrücken) an Sprengvorrichtungen.

Angesichts des aktuell angelaufenen „Zweiten Nationalen Programms zur Sicherheitsforschung“, der Bundesregierung waren alle Vorträge von hohem Interesse.

Leitender Kriminaldirektor Ingbert Hoffmann vom Bayerischen Landeskriminalamt brachte die Inhalte der Tagung zum Abschluss nochmals auf den Punkt: „Auch in Zukunft wird das Bayerische Landeskriminalamt mithelfen, die passenden Antworten auf zukünftige Herausforderungen im Bereich der Sicherheitsforschung zu finden.“


Hintergrund:
Das Strategische Innovationszentrum der Bayerischen Polizei (SIZ) ist als Teil des Sicherheitspakets der Bayerischen Staatsregierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA eingerichtet worden. Ursprünglich als dem Bayerischen Staatsministerium des Innern nachgeordnete Einrichtung der Bayerischen Polizei aufgestellt, wurde das SIZ mittlerweile organisatorisch beim Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) angesiedelt.

Entsprechend der breitgefächerten Aufgabenstellung ist das SIZ interdisziplinär mit Polizeibeamten und Wissenschaftlern, darunter Mathematiker, Elektrotechniker und Islamwissenschaftler besetzt.

Das Leitthema der Tagung „Früherkennung und Sicherheitsforschung in der Polizei“ beinhaltet zwei Kernbereiche, in denen das SIZ seit mehreren Jahren tätig ist.

Methoden und Möglichkeiten der Früherkennung finden zunehmende Aufmerksamkeit in nationalen und internationalen Behörden. Früherkennung beruht auf der Überzeugung, dass strategische Entscheidungen von dem Anspruch getragen sein sollten, Zukunft aktiv gestalten zu wollen. Wesentliches Ziel der von der Bundesregierung initiierten Sicherheitsforschung ist die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien sowie die Schaffung entsprechender Wissensgrundlagen für den Sicherheitsbereich. Darüber hinaus sollen auch geistes- oder sozialwissenschaftliche Fragestellungen untersucht werden.

Ziele polizeibezogener Sicherheitsforschung sind somit u.a. die Erforschung der Ursachen von Kriminalität, Gewalt und Extremismus, die Fortentwicklung von Sicherheitsstrategien und –konzepten sowie die Optimierung des polizeilichen Einsatzmanagements.

www.polizei.bayern.de

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