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Kriminalität

Bankräuber-Foto kursiert auf WhatsApp

Das Bild war polizeiintern verbreitet worden und gelangte an die Öffentlichkeit. Weitere Verdächtige wurden überprüft.
Von Evi Paleczek

Das Foto macht inzwischen auf WhatsApp die Runde. Symbolfoto: Britta Pedersen/dpa
Das Foto macht inzwischen auf WhatsApp die Runde. Symbolfoto: Britta Pedersen/dpa

Arnschwang.Nach dem Banküberfall am Dienstag in Arnschwang sieht die Kriminalpolizei weiterhin von einer Veröffentlichung eines Täterfotos ab. Nach Auskunft von Pressesprecher Dietmar Winterberg gebe es nach wie vor keinen richterlichen Beschluss, der für die Herausgabe einer Aufnahme der Überwachungskameras erforderlich ist.

Bereits seit Dienstagabend kursiert ein Täterfoto im Internet, unter anderem in privaten WhatsApp-Gruppen. Wie der Kripo-Sprecher auf Nachfrage unseres Medienhauses bestätigt, ist diese Aufnahme echt. Wie das Bild nach außen gedrungen ist, könne man nicht sagen, sagt Winterberg, weist aber auf die Großfahndung der Polizei hin.

Bankmitarbeiter und Polizei hatten Foto-Zugriff

Sämtliche Polizisten von Bayerischer Landespolizei und Bundespolizei sowie auch die Bankmitarbeiter hätten Zugriff auf das Foto gehabt. An irgendeiner Stelle sei es dann nach außen gelangt. Das freue die Polizei natürlich nicht, in solchen Fällen sei es aber schon nötig, ein Fahndungsfoto so breit wie möglich unter den Kollegen zu streuen.

Am Dienstag hat ein unbekannter Täter diese Sparkassen-Filiale im Dorfzentrum von Arnschwang überfallen und eine Angestellte mit einer Pistole bedroht. Foto: Gruber
Am Dienstag hat ein unbekannter Täter diese Sparkassen-Filiale im Dorfzentrum von Arnschwang überfallen und eine Angestellte mit einer Pistole bedroht. Foto: Gruber

Derzeit stünden die Ermittlungen in Richtung Täter im Vordergrund. Ob dann irgendwann versucht werde, zu verfolgen, wie das Bild an die Öffentlichkeit gelangt sei, wird geprüft werden, sagt Pressesprecher Dietmar Winterberg. Das Foto sei unter anderem über WhatsApp ausgesteuert worden. Nachforschungen darüber anzustellen, wo es irgendwann den Weg in einen privaten Chat gefunden habe, werde schwer werden. So etwas sei schwer nachzuvollziehen.

Heiße Spur fehlt noch

Die Kriminalpolizei habe mittlerweile weitere verdächtige Personen überprüft, teilt Pressesprecher Dietmar Winterberg auf Nachfrage unseres Medienhauses mit, es hat sich aber noch nichts ergeben im Hinblick auf einen dringenden Tatverdacht, die heiße Spur fehlt weiterhin. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass solche Fälle aufgeklärt werden weit höher, als dass sie ungeklärt bleiben, betont Winterberg. Im vergangenen Jahr etwa seien mehr als 70 Prozent aller Raubdelikte aufgeklärt worden.

Kriminalität

Banküberfall: Spur führt nach Tschechien

Ein Vorfall in Domažlice und ein falscher Verdächtiger aus Furth: Der Bankräuber aus Arnschwang ist weiter auf der Flucht.

Die Ermittlungsintensität sei sehr hoch, weil ja auch hohe kriminelle Energie vorliege. Und in den allerwenigsten solchen Fällen gebe es eine sofortige oder sehr zeitnahe Festnahme, sagt der Pressesprecher, das sei eher die Ausnahme. Es liefen derzeit viele Ermittlungsschritte, dem müsse man erst einmal Zeit geben. Spuren würden ausgewertet, außerdem werde mit Kollegen aus ganz Bayern zusammengearbeitet im Hinblick auf ähnliche Taten, die vielleicht in Zusammenhang mit dem Arnschwanger Überfall stehen könnten. In Niederbayern etwa habe die Polizei kürzlich eine große Öffentlichkeitsfahndung im Hinblick auf Überfälle gestartet.

Täterfoto kursiert im Internet

In Bezug auf den Bankraub in Tschechien, der kurz nach der Tat in Arnschwang erfolgt war, finde nach wie vor ein enger Austausch mit den Kollegen dort statt. Einen wichtigen Beitrag leiste da das Gemeinsame Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Schwandorf.

Das erste Statement der Polizei am Tatort (Video: Michael Gruber)

Es sei die wesentliche Schnittstelle bei der Polizeizusammenarbeit bezüglich eines ersten regionalen Austauschs und einleitender Überprüfungen. Wenn konkretere Ermittlungen anstehen, werde die Justiz zur entscheidenden Instanz, sagt Winterberg. Da sitze dann die Staatsanwaltschaft mit im Boot, und es müsse im Hinblick auf die Vorschriften für länderübergreifende Ermittlungen ein Ermittlungsersuch geben.

Das Bayerwald-Echo berichtet ausführlich über die Ermittlungen nach dem Banküberfall in Arnschwang. Wie die Polizei mitteilt, gibt es nach wie vor keinen richterlichen Beschluss zur Herausgabe des Täterfotos. Aus diesem Grund veröffentlichen wir die Aufnahme nicht.

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