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Notfall

Gasunfall bei Kaufland unter Kontrolle

Ein Bagger beschädigt in Cham eine Gasleitung. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war vor Ort, da Explosionsgefahr bestand.

Das Areal um das Kaufland ist weiträumig gesperrt. Foto: Schiedermeier
Das Areal um das Kaufland ist weiträumig gesperrt. Foto: Schiedermeier

Cham.Es war still auf der Großbaustelle auf der Rodinger Straße. Umso lauter dröhnte das Fauchen der abgerissenen Gasleitung aus dem Baggerloch in der Fahrbahn. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren mit starken Kräften angerückt. Als die Messtechnik der Feuerwehr an der Austrittsstelle ein explosionsfähiges Gemisch anzeigte, ließ die Polizei die Baustelle weiträumig absperren.

Um 10.47 Uhr hatte die Baufirma mit einem Anruf bei der Polizei den Alarm ausgelöst. Der Rettungsdienst übernahm die Sicherung der notwendigen Arbeiten. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Vilzing, Chammünster, Altenmarkt, Gutmaning und Arnschwang, die zunächst den Verkehr weiträumig umleiteten und den Umgriff um das Baggerloch absicherten.

Mit Stopfen und Dichtband

An dieser Baustelle neben dem neuen Kreisverkehr beim Bauland riss der Bagger am Dienstag die Hauptgasleitung ab. Die Feuerwehr registrierte explosionsfähiges Gemisch und die Polizei ließ die Baustelle großräumig absperren.Fotos: Schiedermeier
An dieser Baustelle neben dem neuen Kreisverkehr beim Bauland riss der Bagger am Dienstag die Hauptgasleitung ab. Die Feuerwehr registrierte explosionsfähiges Gemisch und die Polizei ließ die Baustelle großräumig absperren.Fotos: Schiedermeier

Zunächst war unklar, wie man die Situation bereinigen könnte. Erste Informationen des Betreibers hätten zunächst ergeben, das man die Hauptleitung nicht komplett sperren könne, weil sonst die Versorgung zahlreicher Kunden nicht mehr gewährleistet sei, berichtete Kreisbrandrat Mike Stahl vor Ort. So reduzierte Bayernwerk die Gasversorgung der umliegenden Verbraucher auf ein Minimum, um die Arbeit an der Leitung zu ermöglichen. Mit Stopfen und Dichtband gelang es Atemschutzträgern der FFW Cham, das Leck weitgehend dicht zu bekommen. „Es entweicht immer noch Gas, aber es ist vergleichsweise wenig“, erklärte der Kreisbrandrat gegen 11 Uhr.

Einen kurzen Lagebericht gibt Ihnen der Chamer Kreisbrandrat Mike Stahl in unserem Video:

Gasleck in der Rodinger Straße in Cham

Nach einer kurzen Beratung mit dem Bayernwerk dann die vorläufige technische Lösung. „Es wird eine Baufirma geholt, die das leck mit einem Bypass umgehen soll, damit das Gas wieder ungehindert laufen kann“, teilten die Einsatzkräfte mit. Allerdings bestehe weiterhin Explosionsgefahr. Deswegen müsse man auch die Absperrung weiter aufrecht erhalten, so Stahl. Gegen 12 Uhr rechneten die Einsatzkräfte mit einer Dauer von rund zwei Stunden für die notwendigen Arbeiten.

Die großräumigen Absperrungen und Umleitungen lösten rund um die Rodinger Straße ein Verkehrs-Chaos aus, das bis zum Kreisverkehr und an die Scheurerkreuzung Richtung Innenstadt reichte. Die Rodinger Straße war in beiden Richtungen komplett gesperrt. Durch Pylonen an der Einfahrt zu den Großparkplätzen erreichte die Feuerwehr, dass diese sich durch Abfahrten der Einkäufer immer mehr leerten.

Nach dieser kurzen Beratung mit Verantwortlichen der Bayernwerke wurde beschlossen, einen Bypass um die abgerissene Leitung zu legen. Foto: Schiedermeier
Nach dieser kurzen Beratung mit Verantwortlichen der Bayernwerke wurde beschlossen, einen Bypass um die abgerissene Leitung zu legen. Foto: Schiedermeier

Damit war dann gegen 12.15 Uhr auch Schluss. Die Feuerwehr hatte auf den Parkplätzen ebenfalls explosionsfähiges Luft-Gasgemisch gemessen und die Polizei verhinderte anschließend die Abfahrt der Parker. „Es wird jetzt allen gesagt, dass sie nicht weg können und es mindestens noch zwei Stunden lang dauert“, erklärte Mike Stahl gegen 12.45 Uhr. Eine konkrete Gefahr bestehe nicht nur durch das Anlassen von Motoren, sondern auch durch die Reibung beim Zuschlagen der Türen. Die Gefahr sei im Freien zwar sehr theoretisch, aber vorhanden. „Deswegen wird auf Nummer sicher gegangen“, so Stahl.

Das Gas-Unglück in Cham-Janahof

Am Baggerloch war die Situation zu dieser Zeit anhaltend schwierig. Die herbeigerufene Baufirma war mit Handschaufeln am Werk, um festzustellen, wie der Bypass um das Leck herum gelegt werden könnte. „Wir können momentan schon deswegen den Bagger nicht wegfahren, weil durch den Druck der Baggerschaufel unsere Stopfen im Leck gehalten werden. Wenn wir die Schaufel wegnehmen, dann haut es die Stopfen raus und es wird wieder Gas frei“, erklärte Kreisbrandrat Stahl.

13.37 Uhr: „Wir ziehen ab“

Ein Beipass leitet das Gas nun um. Jetzt muss das kaputte Rohr ersetzt werden. Foto: Froschhammer
Ein Beipass leitet das Gas nun um. Jetzt muss das kaputte Rohr ersetzt werden. Foto: Froschhammer

Gegen 13.37 Uhr gab Kreisbrandrat Mike Stahl Entwarnung: „Das Leck ist dicht, wir werden nicht mehr gebraucht und ziehen ab.“ Bis dahin war es gelungen, die Leitung komplett abzudichten und die Arbeiten am Bypass konnten anschließend erledigt werden. Die Polizei gab auch die Abfahrt der parkenden Autos wieder frei und löste die Umleitungen auf.

Bis etwa 16 Uhr waren dann die Arbeiter des Bayernwerks an der Baustelle zugange. Denn der gelegte Bypass war nur eine Übergangslösung. Um weiterhin eine störungsfreie Gasversorgung der umliegenden Verbraucher zu gewährleisten, muss das Rohr intakt sein. „Das kaputte Stück wurde von unseren Arbeitern aus der Leitung entfernt und ersetzt“, erklärte ein Pressesprecher der Bayernwerk AG. Die Schadenssumme exklusive der Kosten für den Einsatz der Feuerwehr liegt nach ersten Schätzungen im mittleren vierstelligen Bereich.

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