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Kriminalität

Nach Banküberfall noch kein Verdächtiger

Am Tag nach der Tat in Arnschwang fahndet die Polizei weiter nach dem Täter. Unter vielen Bürgern herrscht Verunsicherung.
Von Evi Paleczek

In dieser Sparkassen-Filiale in Arnschwang fand der Überfall statt. Foto: Paleczek
In dieser Sparkassen-Filiale in Arnschwang fand der Überfall statt. Foto: Paleczek

Arnschwang.Nach einem Banküberfall in Arnschwang (Landkreis Cham) ist der Täter weiter auf der Flucht. Die Polizei geht nicht davon aus, dass von ihm eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Da er aber möglicherweise noch bewaffnet sei, sollten Autofahrer in der Region keine Anhalter mitnehmen, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Der Täter hatte am Dienstag in einer Sparkassen-Filiale Geld gefordert und eine Angestellte mit einer Pistole bedroht. Kurz darauf ergriff er ohne Beute die Flucht. Nach ersten Erkenntnissen aus der Zeugenvernehmung habe dem Bankräuber die Geld-Übergabe zu lange gedauert. Markant am Erscheinungsbild des Täters sind ein schwarzer Kapuzen-Pulli und ein brauner/ dunkelblonder Kinn- und Oberlippenbart.

Kriminalität

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Der bewaffnete Banküberfall hatte sich am Dienstagnachmittag um 14.37 Uhr ereignet. Das Erscheinungsbild des Täters: männlich, etwa 1,75 Meter groß, 30 bis 35 Jahre alt, westeuropäische Erscheinung, brauner/ dunkelblonder Kinn- und Oberlippenbart, normale/ schlanke Statur, dunkle und hüftlange Jacke, blaue Jeans, dunkles Kapuzenshirt mit weißen Zugbändern an der Kapuze, führte eine Pistole mit sich.


Vorerst kein Fahndungsfoto

Die Zeugen der Tat werden derzeit befragt und entsprechend betreut, heißt es in einer Pressemitteilung der Kripo. Passanten, Anwohner und sonstige Zeugen werden dringend gebeten, sachdienliche Hinweise an die Kripo unter (09 41) 506 2888 oder an jede andere Polizeidienststelle zu melden.

Ein Fahndungsfoto wird vorerst noch nicht veröffentlicht, teilt Kripo-Pressesprecher Florian Beck auf Nachfrage unseres Medienhauses mit. Die Tat sei noch ganz frisch, die Kollegen sollten erst einmal Zeit für Ermittlungen haben. So ein Bild gehe nur an die Öffentlichkeit, wenn die Polizei anders nicht weiterkomme.

Eine Veröffentlichung komme nämlich bei Verhandlung und Urteil dem Täter zugute, da dann immer bereits eine mediale Vorverurteilung gegeben sei. Und: Die Veröffentlichung eines Fahndungsfotos muss richterlich angeordnet werden.

Kurzschluss oder von langer Hand geplant?

Einen Verdächtigen gebe es noch nicht, sagt Beck, und auch darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass der Täter gefasst wird, könne man noch nichts sagen. Auch könne man nach bisherigem Ermittlungsstand noch nicht sagen, ob die Tat eher eine Kurzschlusshandlung oder von langer Hand geplant war.

Ein Banküberfall sei aber schon ein sehr schwerwiegendes Delikt, betont Beck. Das sei schon eine Hausnummer und etwas anderes als ein Ladendiebstahl. Zum Glück sei niemand verletzt worden und kein Geld weggekommen.

Rathauschef hört Hubschrauber knattern

Der Täter hat hier eine Angestellte mit einer Pistole bedroht und Geld gefordert. Nach Informationen der Ermittler hat der Mann gebrochenes Englisch gesprochen. Foto: Paleczek
Der Täter hat hier eine Angestellte mit einer Pistole bedroht und Geld gefordert. Nach Informationen der Ermittler hat der Mann gebrochenes Englisch gesprochen. Foto: Paleczek

Bürgermeister Michael Multerer hat über WhatsApp von dem Überfall erfahren, ein Bekannter hat ihm geschrieben. Bis dahin hatte im Rathaus noch niemand etwas mitbekommen von den Ereignissen. Dann hat er im Internet nachgelesen und den Fahndungs-Hubschrauber gehört, sagt Multerer im Gespräch mit unserem Medienhaus. Er kann sich nicht erinnern, dass es in Arnschwang schon mal einen Banküberfall gegeben hätte. „In Ränkam schon“, sagt er, „bei uns noch nicht.“

Sehen Sie hier ein Video-Interview mit Polizeisprecher Dietmar Winterberg zum Überfall in Arnschwang

Erstes Statement der Polizei zur Lage (Video: Michael Gruber)

Vorbeigeschaut am Ort des Geschehens hat er dann nicht, sagt der Bürgermeister. Zum Glück sei ja niemandem etwas passiert, und die Polizei könne da sicher niemanden brauchen. Natürlich hat er sich im ersten Moment Sorgen gemacht, als er gelesen hat, dass ein Täter mit Schusswaffe im Ort unterwegs ist, so Multerer. Da würden natürlich die Alarmglocken läuten, aber zu wissen, dass die Polizei vor Ort ist, beruhige dann. Jetzt könne man nur hoffen, dass der Täter schnell geschnappt werde, damit nicht noch etwas passiere.

In Arnschwang brodelt Gerüchteküche

Zum Glück ist nichts passiert, sagt auch Sonja Baumgartner, Chefin des Edeka-Markts gegenüber der Sparkasse. Fast alle Kunden hätten am Tag nach dem Überfall nur davon gesprochen. Das hätte es nicht gebraucht, vor allem nach dem , was 2017 in der Asylbewerberunterkunft passiert ist, nicht, laute der Tenor. Nicht auch das noch, meinten die Leute. Und natürlich brodle die Gerüchteküche.

Da habe sie viel gehört den ganzen Tag über, sagt Baumgartner. Dass der Täter schon geschnappt sei, dass er aus Tschechien sei, dass er dort noch einen Überfall verübt habe, solche Sachen. Sie selbst ist schon verunsichert und ängstlich, gibt sie zu. Jeden, der an diesem Tag in den Laden gekommen ist, hat sie sich erst mal angeschaut. Da sei gerade einfach ein komisches Gefühl. Eigentlich meine man, in so einem kleinen Dorf passierten solche Dinge nicht, sagt Baumgartner, und dann jetzt schon wieder diese schlimme Geschichte.

Erst Anfang Oktober hatte es in Hohenwarth (Ldk. Cham) einen Bankraub gegeben.

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