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Vandalismus

Vogelkäfig im Tierpark aufgeschnitten

Unbekannte haben in Lohberg die Voliere der Rabenkrähen demoliert. Die Tiere sind weg. Ihre Überlebenschancen sind gering.
Von Maria Frisch

Die Vögel entwichen aus dem Loch in der Voliere.  Foto: Maria Frisch
Die Vögel entwichen aus dem Loch in der Voliere. Foto: Maria Frisch

Lohberg.„Ich bin entsetzt, wie man so etwas tun kann“, sagte die zoologische Leiterin des Bayerwald-Tierparks, Claudia Schuh, gestern beim Anblick der aufgeschnittenen Voliere der Rabenkrähen, die bei der Eiszeitabteilung angesiedelt ist. „Alle Vögel sind weg“, hatte ihr Tierpfleger Andreas Hupf bei seinem morgendlichen Rundgang berichtet.

Claudia Schuh hat die Polizei eingeschaltet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet. In dem Lebensraum waren drei Rabenkrähen, eine Elster, eine chinesische Blauelster, ein Eichelhäher und eine Dohle untergebracht. „Das waren flugunfähige Vögel, die draußen keine Überlebenschance haben“, weiß die Tierärztin, die die Tiere mit einem Handicap von einer befreundeten Wildtierauffangstation zur weiteren Pflege erhalten hat.


Veterinärin kritisiert „falsche Tierliebe“

„Der Eichelhäher ist eine Handaufzucht. Der konnte sogar sprechen“, ist die Veterinärin schockiert über die dreiste Vorgehensweise, vermutlich wegen falsch verstandener Tierliebe. „Der oder die Täter haben ihnen nicht die Freiheit geschenkt, sondern sie zum Tode verurteilt“, macht die Tierärztin bewusst. Wahrscheinlich überlebten sie mit dieser Behinderung nicht einmal die erste Nacht.

„Die Tiere waren uns anvertraut und können in freier Natur nicht bestehen“

Claudia Schuh, zoologische Leiterin des Bayerwald-Tierparks

Aufgrund der Tatsache, dass keine Einbruchspuren an der äußeren Umzäunung festgestellt wurden, sei sehr wahrscheinlich, dass die Täter bei der Schließung das Gelände nicht verließen. Da man für gewöhnlich keine Zange im Handgepäck hat, ist anzunehmen, dass die Tat geplant war und das Drahtgeflecht durchtrennt wurde, als keine Personen mehr auf dem Parkareal unterwegs waren.

Von Seiten der Polizei steht die Sachbeschädigung im Vordergrund, die sich auf rund 150 Euro beläuft. Für Claudia Schuh ist jedoch der ideelle Wert höher als der materielle anzusiedeln. „Die Tiere waren uns anvertraut und können in freier Natur nicht bestehen“, sagte sie. (kfl)

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