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Einsätze

Zwei Heizungsbrände an einem Tag

Doppel-Einsatz in Bad Abbach: Wohl zwei Mal lösten technische Defekte Brände aus. In einem Fall ist der Schaden hoch.
Von Alexander Auer und Martina Hutzler

In einem Haus in Bad Abbach brach Feuer aus. Foto: Alexander Auer
In einem Haus in Bad Abbach brach Feuer aus. Foto: Alexander Auer

Bad Abbach.Zwei Brände an Heizungen haben am Mittwoch die Einsatzkräfte in Bad Abbach in Atem gehalten. Der erste, den eine Bewohnerin gegen 6.15 Uhr morgens in dem Anwesen in der Kaiser-Heinrich-II.-Straße entdeckte, ging zum Glück glimpflich aus. Weit schlimmer traf es eine Familie, die eine Doppelhaus-Hälfte in der Erich-Ollenhauer-Straße bewohnt: Dort brach gegen 22.30 Uhr ein Brand in der Nähe der Heizanlage aus. Zum Glück waren in dem Haus Rauchmelder installiert, so dass die Bewohner früh auf das Feuer im Keller aufmerksam wurden: Sie konnten sich rechtzeitig und körperlich unverletzt aus dem Haus retten und kamen in der Nacht zunächst bei Nachbarn unter. In beiden Fällen geht die Kelheimer Polizei von technischen Defekten an der Heizanlage als Brandursache aus.

Erste Befürchtungen, wonach eine auffällige Reihe von Brandstiftungen im südlichen Kreis Kelheim nun in Bad Abbach eine Fortsetzung gefunden hat, dürften damit vom Tisch sein:

Polizei

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Zu dem abendlichen Brand im Heidfeld rückte ein Großaufgebot der Feuerwehren Bad Abbach und Lengfeld aus. Sie bekämpften, teils unter schwerem Atemschutz, die Flammen. Auch Rettungskräfte waren vorsorglich vor Ort. Die Atemschutz-Trupps bekamen den Brand zwar schnell unter Kontrolle. Dennoch wurde das Haus durch den Brand stark verrußt und verraucht. Zudem musste, nachdem die Feuerwehr den Brand gelöscht und der Energieversorger den Strom abgeschaltet hatte, mit mehreren Pumpen das Wasser aus dem Keller gepumpt werden. Die andere Doppelhaus-Hälfte wurde von den Flammen nicht in Mitleidenschaft gezogen; er habe aber auf Aufforderung der Feuerwehr seine Haushälfte vorsorglich verlassen und mehrere Stunden draußen warten müssen, schilderte der Nachbar.

Hinsichtlich der Brandursache deuten „erste Hinweise auf einen technischen Defekt an der Heizung hin“; in diesem Fall eine Pellet-Heizung, teilt die Polizei mit. Ob sich die Hinweise bestätigen, sollen nun Ermittlungen ergeben. Nach Polizeiangaben entstand ein Sachschaden im sechsstelligen Bereich; „das Haus ist derzeit unbewohnbar“, bestätigt die Polizei, was auch Nachbarn schildern.

Die erwiesen sich in der Nacht überwiegend als Helfer in der Not: Sie kümmerten sich um die völlig schockierte Familie und versorgten obendrein in der nasskalten Nacht die Einsatzkräfte während des mehrstündigen Einsatzes mit heißen Getränken, wie die Feuerwehrler noch in der Nacht dankbar hervorhoben.

Ganz und gar nicht hilfreich benahm sich lediglich der „76-jährige Bewohner eines Nachbaranwesens, der den Einsatzablauf mehrmals lautstark störte“, meldet die Polizei: Der Mann habe sich so aggressiv verhalten, dass ihm ein polizeilicher Platzverweis erteilt wurde. Dann erst „konnten die Rettungs- und Löscharbeiten ungehindert fortgesetzt werden“.

Diese erforderten außerdem einen Einsatz des Abbacher Bauhofs: Der Winterdienst bekämpfte die überfrierenden Nässe am Einsatzort.

Zum Glück ohne Verletzte und auch ohne größeren Sachschaden endete am Morgen der aufkeimende Brand in dem innerorts gelegenen Haus: Der Rauch war einer Bewohnerin rechtzeitig aufgefallen, die daraufhin die Feuerwehr alarmierte. Hier hat die Polizei mittlerweile mit dem zuständigen Kaminkehrer Rücksprache gehalten und geht daraufhin von einem technischen Defekt an der Ölheizung als Brandursache aus.

Sicherheitstipps

  • Rauchmelder:

    Der abendliche Brand hat einmal mehr gezeigt: Rauchmelder retten leben! Dass sie in Bayern Pflicht sind in Wohnhäusern, hat sich etabliert. Wichtig ist freilich auch die Wartung. Die Initiative „rauchmelder-lebensretter.de“ gibt Tipps:

  • Pflege:

    1. Regelmäßig Prüftaste drücken: Ertönt kein Signalton, ist der Melder gestört und z.B. eine neue Batterie nötig. Letzteres melden die Gerät auch von sich aus per Warnton. Spätestens nach zehn Jahren muss man die Melder sowieso austauschen. 2. Reinigung: Staub etc. verhindert, dass Rauchmelder richtig funktionieren. 3. Umgebung prüfen: Im Umkreis von 0,5 Metern behindern Wände und Gegenstände die Meldefunktion. 4. Prüfen, ob Rauchmelder-Standorte und Raumnutzung noch zueinander passen: Mindestens überall da, wo Menschen schlafen, sollte ein Melder sein, am besten in allen Wohnräumen und Fluren (Foto: Tschauner/dpa).

  • Heizung:

    Zwei Brände von Heizungsanlagen an einem Tag – da frägt sich wohl mancher Hausbesitzer, ob seine eigene Heizung noch sicher ist. Dies zu prüfen ist eine Aufgabe der Feuerstättenschau, erklärt Bezirksschornsteinfeger Thomas Pfeiffer. Bei alten Anlagen mit Niedertemperatur-Kesseln ist sie jährlich vorgeschrieben; bei neueren mit Brennwert-Technologie alle zwei bis drei Jahre, je nach Brennstoff. Unabhängig davon sei eine jährlichen Wartung durch einen Heizungs-Fachbetrieb sinnvoll, sagt der Paintner Kaminkehrermeister. Dringend rät Pfeiffer, bei vermehrt auftretenden Störungen der Heizungsanlage nicht lange zu fackeln und umgehend eine Fachfirma zu Rate zu ziehen. Wichtig ist natürlich auch, keine brennbaren Gegenstände oder Bauteile im Umfeld des Kessels zu lagern sowie Asche, falls weit solche anfällt, sicher in feuerfesten Gefäßen zu entsorgen. (Foto: Bachmann/dpa-tmn)

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