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Betrug

Neumarkter online über den Tisch gezogen

In den letzten drei Wochen fielen vier Landkreisbürger auf die gleiche Masche herein. Verbraucherzentrale und Polizei warnen.
Von Bernhard Neumayer

Eine neue Betrugsmasche über ebay gefährdet auch Neumarkter. Foto: Kjer/dpa
Eine neue Betrugsmasche über ebay gefährdet auch Neumarkter. Foto: Kjer/dpa

Neumarkt.Die Vorfreude auf die weißen Turnschuhe, das rote Ballkleid oder das neue Smartphone nach einer Online-Bestellung ist bei den Käufern meist riesig. Einer 30-Jährigen, die am 15. Dezember 2018 ein iPhone im Wert von 799 Euro bei Ebay gekauft hatte, wird es wohl ähnlich ergangen sein. Bezahlt hatte sie über den Online-Bezahldienst PayPal. Doch als die Frau sechs Tage später ihr Paket zuhause öffnete, wurde sie bitter enttäuscht. Statt eines schicken Handys fand sie in dem Karton nur eine ungeöffnete Dose Cola. Der Versuch, den Verkäufer über Ebay zu kontaktieren, scheiterte.

Betrug

Statt Smartphone gab es eine Dose Cola

Eine Neumarkterin bestellte übers Internet ein iPhone. Als sie das Paket öffnete, musste sie sich mit einem Getränk begnügen.

Die 30-Jährige ist kein Einzelfall. Im Landkreis Neumarkt wurden in den vergangenen drei Wochen drei weitere Opfer bekannt, die in die Falle dieser Betrugsmasche getappt sind. Ein Mann wurde wegen eines nicht-gelieferten iPhones um 938 Euro betrogen, eine 35-Jährige um 300 Euro und eine Neumarkterin wartet bis heute auf einen 408 Euro teueren Thermomix.

Polizei: Ein Massenphänomen

Albert Brück, Pressesprecher der Polizei Oberpfalz, warnt vor der Masche.
Albert Brück, Pressesprecher der Polizei Oberpfalz, warnt vor der Masche.

Der Polizei werden häufig derartige Fälle gemeldet. „Der Warenkreditbetrug ist ein Massenphänomen“, sagt Albert Brück, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Fast täglich schlagen vergleichbare Anzeigen bei den Polizeidienststellen in der Oberpfalz auf. Die Beamten seien bemüht, die Wege der Gauner nachzuvollziehen. Aufgrund der Daten-Verschleierung im Internet sei das zwar eine große Herausforderung. „Aber immer wieder gelingt es uns, Täter zu stellen“, sagt Albert Brück.

Die Verkäufer bieten die Ware oft zu einem besonders günstigen Preis an, um für potenzielle Kunden einen Kaufanreiz zu schaffen. Oft werden Käufer zeitlich unter Druck gesetzt und aufgefordert, die Ware innerhalb eines kurzen Zeitfensters zu bezahlen. „Wenn es bei so einem Schnäppchen zeitlich brisant wird, sinkt bei manchen Leuten die Hemmschwelle und sie bezahlen sofort“, sagt Albert Brück.

Im Zweifel –Finger weg!

Bei außergewöhnlich lukrativen Angeboten rät der Polizeibeamte, zu recherchieren, wer hinter dem Anbieter stecke. Käufer sollten sich vorab informieren, ob dieser seriös sei. Bei Geschäften über Ebay solle man nicht immer gutgläubig sein und dem Gegenüber vertrauen. „Im Zweifel lässt man besser die Finger von der Ware und verzichtet auf einen Kauf“, sagt Brück.

Der Verbraucherzentrale Bayern werden immer wieder Betrugsmaschen bekannt. Bereits vor einigen Jahren häuften sich ähnliche Fälle. Damals verkaufte ein Händler lediglich die Apple iPhone Originalverpackung statt des gesamten Smartphones. „Dies ging allerdings bei genauem Lesen aus der Beschreibung des Angebots hervor“, sagt Esther Jontofsohn-Birnbaum, Fachberaterin für Verbraucherfragen.

Die Tricks eines Fake-Shops

Es sei immer ratsam, das Impressum einer Webseite zu kontrollieren. Fehlt dieses oder ist es fehlerhaft, sei das oft ein deutlicher Hinweis auf einen betrügerischen Online-Shop. „Ist als einzige Zahlungsweise die Vorauskasse möglich, so könnte dies auch ein Indiz für einen Fake-Shop sein“, sagt die Fachberaterin der Verbraucherzentrale. Ein Fake-Shop schmücke sich zudem gerne mit erfundenen Gütesiegeln. Oder er verwende echte Zertifikate, ohne es zu besitzen. Durch einen Klick auf das Siegel könne man aber prüfen, ob es mit einem Zertifikat des Siegel-Betreibers verlinkt ist.

Käuferschutz ist wichtig

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist das Risiko, betrogen zu werden, immer vorhanden, wie Daniel Meyer sagt, Spezialist für Electronic-Banking bei der Sparkasse Neumarkt-Parsberg. Denn ein Händler könne immer falsche Ware liefern – unbewusst oder bewusst. Eine zu 100 Prozent sichere Zahlmethode für Online-Käufe gibt es laut Meyer nicht. „Entscheidend ist aber, dass die Zahlmethode einen Käuferschutz bietet“, sagt der Electronic-Banking-Berater. Dann könne man bei dem Bezahldienst das Geld zurückbekommen.

Glücklicherweise konnte das auch die 30-Jährige, die bei Ebay 799 Euro für ein iPhone bezahlt und nur eine Dose Cola erhalten hatte. Die Frau erstattete daraufhin Anzeige und erhielt von PayPal ihr Geld zurück.

Auch diese Online-Betrugsmaschen werden häufiger angewendet:

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