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Kriminalität

Paar lag tot in der Wohnung

Die Neumarkter Polizei öffnete am Freitag eine Wohnung. Ein Mann soll erst seine Lebensgefährtin und dann sich getötet haben.

Die Polizei fand die beiden Toten am Freitag. Foto: Silas Stein/dpa
Die Polizei fand die beiden Toten am Freitag. Foto: Silas Stein/dpa

Neumarkt.Die Neumarkter Polizei musste einen schrecklichen Fund machen. Im Rahmen einer Wohnungsöffnung wurden am Freitag zwei tote Personen in einem Haus in Neumarkt aufgefunden. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand geht die Polizei von einem Tötungsdelikt und einem Suizid aus. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg ermittelt.

Am Freitagnachmittag meldete sich ein Mann bei der Polizei in Neumarkt. Er teilte mit, dass sich eine Bekannte seit mehreren Wochen nicht mehr meldet und er sie auch nicht erreichen kann.

Zwei Tote in Neumarkt gefunden

Daraufhin wurde laut Polizeibericht bei der 69-Jährigen in der Amberger Straße in Neumarkt eine Wohnungsnachschau durchgeführt. Nachdem das Haus einen verlassenen Eindruck machte und niemand öffnete, musste eine Wohnungsöffnung durchgeführt werden.

Das Paar war schon länger tot

Im Schlafzimmer konnten eine männliche und weibliche Leiche aufgefunden werden. Beide waren nach Angaben der Polizei offensichtlich schon seit längerer Zeit tot. Weiterhin wurde im Zimmer ein ausgebrannter Holzkohlegrill festgestellt.

Irgendwo in der Amberger Straße in einer der Wohnungen am Wegesrand fand die Polizei nach einem Hinweis zwei Tote. Foto: Stefanie Roth
Irgendwo in der Amberger Straße in einer der Wohnungen am Wegesrand fand die Polizei nach einem Hinweis zwei Tote. Foto: Stefanie Roth

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand handelt es sich bei der weiblichen Leiche um die 69-jährige Bewohnerin und bei der männlichen Leiche um deren 48-jährigen Lebensgefährten, der dort ebenfalls wohnte. Die derzeitige Sachlage deutet laut Polizei darauf hin, dass der Mann die Frau zunächst getötet und sich später mittels Holzkohlegrill suizidiert hat.

Motiv ist noch unklar

Die Ermittlungen werden von der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth geführt und dauern an. Die Motivlage ist noch unklar, dürfte jedoch im persönlichen Bereich liegen. Die Leichen werden im Laufe des Montags obduziert.

Hier finden Sie schnell Hilfe in psychischen Notlagen:

  • Telefonseelsorge:

    Die Telefonseelsorge ist für jeden da, rund um die Uhr und kostenfrei. Sie ist zu erreichen unter (0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222. Die Telefonseelsorge ist anonym. Unter www.telefonseelsorge.de gibt es außerdem einen Hilfe-Chat und die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung.

  • Für Kinder und Jugendliche:

    Die „Nummer gegen Kummer“ ist speziell für Kinder und Jugendliche gedacht. Wer Probleme oder Sorgen hat, bekommt unter der 116111 von montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr Hilfe. Auf www.nummergegenkummer.de gibt es außerdem die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung.

  • Berichterstattung:

    Die Mittelbayerische berichtet wegen möglicher Nachahmereffekte in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche. In diesem Fall fand der Suizid allerdings in Verbindung mit einem Tötungsdelikt und unter besonderen Umständen statt, weshalb wir in diesem Fall eine Berichterstattung für geboten halten. Sollten Sie selbst Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge.

Morde gibt es selten in Neumarkt

Tötungsdelikte kommen im Dienstbereich der Polizeiinspektion Neumarkt sehr selten vor. Insbesondere, wenn es sich um Morde handelt. Entsprechend bleiben derartige Taten in der Erinnerung der Menschen hängen. Eine solche erschütterte die Gemeinde im Landkreis Neumarkt in der Faschingszeit 2018, als ein damals 59-Jähriger seine Lebensgefährtin umgebracht hatte.

Der Angeklagte aus dem Landkreis Neumarkt versteckte sich damals vor dem Nürnberger Landgericht hinter einer Akte. Dahinter die beiden Verteidiger Tobias Schmidt und Marc Jüdt. Archivfoto: Pelke
Der Angeklagte aus dem Landkreis Neumarkt versteckte sich damals vor dem Nürnberger Landgericht hinter einer Akte. Dahinter die beiden Verteidiger Tobias Schmidt und Marc Jüdt. Archivfoto: Pelke

Als Mordmotiv gab die Staatsanwaltschaft im Prozess vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth Eifersucht an. Im Herbst 2018 verurteilte das Landgericht Nürnberg den Mann wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Im Juni 2015 kam es in Pölling zu einer Bluttat, bei der ein 43-jähriger Sohn seine 83-jährige Mutter tötete. Der psychisch kranke Mann soll dabei die Seniorin im Wahn und unter erheblicher Gewalteinwirkung umgebracht haben. Das sah das Landgericht Nürnberg-Fürth als erwiesen an und urteilte im Juni 2016: Der Angeklagte muss in einer Psychiatrie untergebracht werden.

Doppelmord in der Badstraße

Wie selten Morde oder Tötungsdelikte glücklicherweise in der Region Neumarkt sind, zeigt der Umstand, dass man bis in den Januar 2013 zurückgehen muss, um auf einen weiteren derartigen Fall zu stoßen. Damals sorgte ein Doppelmord in der Neumarkter Badstraße für Aufsehen. Ein 44-Jähriger hatte damals mit einem Messer seinen Schwager und Schwiegervater niedergestochen.

Die Spurensicherung der Regensburger Kriminalpolizei nahm am 29. Januar gegen 18 Uhr ihre Ermittlungen am Tatort auf. Foto: Drenkard
Die Spurensicherung der Regensburger Kriminalpolizei nahm am 29. Januar gegen 18 Uhr ihre Ermittlungen am Tatort auf. Foto: Drenkard

Auslöser für das Familiendrama war die Trennung der Ehefrau von dem 44-Jährigen nach Jahre langen Auseinandersetzungen. Der Täter hatte daraufhin die Familie bedroht, was in der Mordnacht im Januar 2013 gipfelte. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte den Mann dafür zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, gegen die auch eine Revision des Verurteilten vor dem Bundesgerichtshof erfolglos blieb.

Noch weiter zurück liegt der Fall einer Körperverletzung mit Todesfolge, so die korrekte juristische Bezeichnung. Sie geschah 2009 in Neumarkt. Ein 42-Jähriger hatte damals auf einen Kontrahenten mit der Faust eingeschlagen und diesen das Gesicht zertrümmert. Das Opfer starb später an den Verletzungen. Dafür verurteilte das Nürnberger Gericht den 42-Jährigen zu einer siebenjährigen Haftstrafe.

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